Nach der ersten Fahrt war Blaschek übel

Essen. Es ist laut, es ist schnell – und Kopfschmerzen gibt es auch. Thomas Blaschek, Vize-Europameister von 2006 über 110 Meter Hürden, rast jetzt durch den Eiskanal. Bei der Bob-Europameisterschaft in Winterberg schiebt er am Sonntag den Vierer des Piloten Karl Angerer an.

Wenn man nichts sieht und mit weit über hundert Stundenkilometern auf der Eisbahn unterwegs ist: Wird einem da nicht schlecht?

Thomas Blaschek: Da rumpelt’s, da ist Lärm und eine Riesen-Geschwindigkeit. Nach der ersten Fahrt hatte ich tierische Kopfschmerzen und mir war ein bisschen übel. Als ich dann richtig mit dem Training angefangen habe, ist das aber nicht mehr passiert.

Eigentlich ist das doch langweilig: Sie laufen höchstens 50 Meter, springen in den Schlitten und lassen sich dann vom Piloten den Eiskanal hinunterfahren...

Blaschek: So eine Fahrt wird nie langweilig. Ich gehe im Kopf die Bahn mit, ich kenne ja alle Kurven. Wenn etwas passiert, dann weiß ich, wo ich bin. Da ist so viel Adrenalin und man muss sich aufs Bremsen vorbereiten – ich habe genug zu tun. Was manchmal langweilig wird, ist das Training. Beim Europacup waren 70 Schlitten am Start, jeder hatte zwei Läufe: Da kann man ganz schön lange warten.

Anschieber müssen gute Sprinter sein. Kommt Ihnen das jetzt zugute?

Blaschek: Ein guter Sprinter ist nicht zwingend ein guter Bob-Anschieber. Man kann die Arme nicht bewegen und muss nur aus den Beinen laufen. Das ist nicht für jeden das Richtige.

Wie sieht’s aus in puncto Kraft? Wie viel hatten Sie da aufzuholen?

Blaschek: Mein Vorteil war, dass ich schon vorher mit 90 Kilogramm relativ schwer war. Jetzt versuche ich, meine Oberschenkel zu trainieren. Nur in den Kraftraum zu gehen, bringt es aber auch nicht. Manche Bobfahrer haben solche Muskeln, dass es komisch aussieht, wenn sie laufen.

Auf Ihrer Homepage verlieren Sie kein Wort über den Wechsel in den Bobsport. Wollen Sie sich eine Rückkehr in die Leichtathletik offenhalten?

Blaschek: Es heißt ja immer: Sag niemals nie! Allerdings sieht es im Moment nicht so aus. Es läuft gut im Bob: In der ersten Saison starte ich gleich bei der EM, vielleicht bin ich sogar als Ersatzmann bei der WM dabei. Mein großes Ziel sind die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi.

 
 

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