MTG Horst will Sportgruppe für muslimische Mädchen aufbauen

Der Vorsitzende der MTG Horst Essen erhielt einen Preis von Kanzlerin Angela Merkel.
Der Vorsitzende der MTG Horst Essen erhielt einen Preis von Kanzlerin Angela Merkel.
Foto: Thomas Peter/Reuters
Gerd Kämpkes ist stolz. Der Vorsitzende des größten Essener Sportvereins MTG Horst nahm am Dienstag in Berlin den „Großen Stern des Sports in Gold“ entgegen. Die höchste Auszeichnung für soziales Engagement und Integration im Breitensport.

Essen/Berlin. Läuft die Ehrung wie eine Oscar-Verleihung?

Gerd Kämpkes: Es ist tatsächlich so ähnlich. In Berlin waren die 17 Vereine, die in ihren Bundesländern die Vorauswahl gewonnen hatten. Zuerst musste die Nummer 17 auf die Bühne, dann die Nummer 16 und so weiter.

Und Sie am Ende?

Kämpkes: Die letzten drei Klubs kamen zusammen auf die Bühne zu Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie hat dann einen Umschlag geöffnet, und wir haben tatsächlich gewonnen.

Sie waren vorher komplett ahnungslos?

Kämpkes: Nicht völlig. Es gab Vermutungen. So war zum Beispiel im Vorfeld ein Fernsehteam bei uns in Essen. Die waren nicht bei allen Klubs...

Wofür gab es die Ehrung?

Kämpkes: Für unsere Abteilung United Sports. Dort arbeiten sieben Übungsleiter aus sechs Nationen mit Kindern und Jugendlichen, die einen Migrationshintergrund haben. Abteilungsleiter Sebastian Tlatlik ist der Motor der Sache.

Neben der Ehrung gab es auch 10.000 Euro. Was machen Sie mit dem Geld?

Kämpkes: Erst gibt es eine kleine Feier, dann kommt ein neues Projekt. Wir haben eine Muslimin, die ihren Übungsleiterschein bestanden hat. Mit ihr wollen wir eine Sportgruppe für muslimische Mädchen aufbauen. Das sind genau die Kinder, die bisher kaum in Sportvereinen zu finden sind.

 
 

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