Der Aufstieg des Emmerichers Nico Hülkenberg

Emmerich.  Am 2. November 2009 wurde es verkündet: Nico Hülkenberg aus Emmerich am Niederrhein fährt in der Saison 2010 in der Formel 1. Es ist noch gar nicht lange her, da saß er mit Henrik Lerch in Xanten im Elektroboot. Im März sitzt er in Bahrain im Formel-1-Wagen. Ein persönlicher Rückblick.

Nico Hülkenberg und ich fuhren gemeinsam im einem kleinen Elektroboot. Wir schaukelten über das Wasser des Xantener Freizeitzentrums „Nordsee“. Hülkenberg in coolem T-Shirt und mit lässiger Sonnenbrille, ich mit Stift und Zettel. Wir quatschten über den schönen Sommer am Niederrhein, über Fußball und übers Autofahren – naja, worüber zwei junge Männer aus Emmerich und Rheinberg eben reden, wenn sie alleine sind und Zeit haben. Natürlich sprachen wir auch über die Formel 1, über Fahrer-Gott Michael Schumacher und Manager-Gott Willi Weber. Und über Boxenluder.

Damals, im Juli 2007, war Nico Hülkenberg 19 Jahre alt und im Nachwuchswettbewerb Formel-3-Cup unterwegs – und die Formel 1, die Königsklasse des Motorsports, war noch weit weg. Der ehrgeizige Noch-Teenager kam zwar bereits in ganz Europa rum, freute sich „aber immer wieder darauf, zuhause zu sein.“ Bei seinen Eltern in Emmerich, kurz vor der holländischen Grenze. In Xanten kannte ihn außer mir niemand, wir tranken in aller Ruhe einen Kaffee. Dass Nico Hülkenberg verfolgt wurde, lag einzig an meinem Berufskollegen, der jede Menge Fotos schoss…

Beispiellose Nachwuchserfolge

Nur knapp zweieinhalb Jahre später, am 2. November 2009, um exakt 10.56 Uhr, kletterte folgende Agenturmeldung in die Computersysteme der Sportredaktionen: „Nico Hülkenberg steigt in die Formel 1 ein und fährt in der Saison 2010 für Williams. Das gab der britische Rennstall offiziell bekannt.“ Es war soweit. Er hatte es geschafft. Ich wunderte mich nicht.

Nico Hülkenberg hat einen steilen Aufstieg hinter sich, sein Weg war vorgezeichnet und logisch: 2008 gewann er den europäischen Formel-3-Cup, in Jahr 2009 sogar die weltweite GP2-Serie. Seine Nachwuchserfolge sind beispiellos. Seit Anfang 2008 war „Hülk“, wie er inzwischen oft genannt wird, Testfahrer beim renommierten Rennstall Williams. Bei dem britischen Team bekam er nun auch den Vertrag für die Formel-1-Saison 2010.

Die besondere „Schumacher-Note“

Mit der spektakulären Rückkehr des siebenfachen Weltmeisters Michael Schumacher bekommt die anstehende Formel-1-Saison eine besondere Note: Denn Hülkenberg wird wie Schumacher von Willi Weber betreut – und künftig fahren sie gegeneinander.

Als Schumacher seinen ersten Weltmeisterschaftstitel holte (1994), war der Emmericher Junge Nico gerade mal sieben Jahre alt. Zwei Jahre später fuhr er dann das erste Mal Kart und am 14. März 2010 soll die Motorsportwelt im Königreich Bahrain sein erstes Formel-1-Rennen erleben. Vielleicht stehen sie dann sogar in einer Startreihe nebeneinander - der „Schumi“ und der „Hülk“.

 
 

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