VfL Bochum lässt es 19-mal rappeln

Jörg Kwapich (re.) im Brennpunkt: Bommerns Torhüter musste gegen den VfL Bochum im ersten Abschnitt achtmal hinter sich greifen. Nach der Pause kamen elf Gegentreffer für Jens Billinger hinzu.
Jörg Kwapich (re.) im Brennpunkt: Bommerns Torhüter musste gegen den VfL Bochum im ersten Abschnitt achtmal hinter sich greifen. Nach der Pause kamen elf Gegentreffer für Jens Billinger hinzu.
Foto: Walter Fischer
Der SV Bommern 05 kassierte in der Partie gegen den VfL Bochum satte 19 Gegentreffer - doch für die 1150 Zuschauer war es beste Fußball-Unterhaltung.

Witten. SV Bommern 05 -
VfL Bochum 0:19 (0:8)

SVB: Kwapich (46. Billinger); Müller (46. Lang), Queißer (46. D. Moczek), T. Bäcker (46. Stegemann), Böringschulte (46. Lämmer), Bocian (46. Schulz), Brommer (46. Gutschlag), Ch. Bäcker (46. Schumacher), Schröder (46. Debald), Dros (46. Tietz), M. Moczek (46. Makuc).

VfL: Heerwagen (46. Dornebusch); Chaftar (46. Sinkiewicz), Maltritz (46. Ortega), Eyolfsson (46. Rzatkowski), Bulut, Kramer (46. Brügmann), Tasaka (46. Goretzka), Gelashvili (46. Scheidhauer), Iashvili (46. Gündüz), Bertram (46. Reinholz), Engelbrecht (46. Weiler).

Schiedsrichter: Björn Backhaus (Bochum).

Zuschauer: 1150.
VfL-Tore: Reinholz (5), Engelbrecht (4), Tasaka (2), Goretzka (2), Maltritz, Bertram, Scheidhauer, Gündüz, Weiler, Rzatkowski.

Sein „Spiel des Jahres“ hatte am Donnerstagabend der SV Bommern 05, der als Gewinner des Fairplay-Pokals gegen Zweitligist VfL Bochum antreten durfte. Rein sportlich war’s sicher kein Zuckerschlecken für den A-Kreisliga-Club, denn am Ende hieß es 0:19 (0:8) aus der Sicht der Bommeraner. Dennoch war diese Partie ein voller Erfolg, denn die 1150 Zuschauer im Wullenstadion bekamen ein kurzweiliges Spiel zu sehen.

„Wir wollten den Leuten hier was zeigen - das ist uns sicher auch gelungen“, meinte VfL-Trainer Andreas Bergmann nach der Partie. Ein Lob hatte er für den überforderten Gegner übrig: „Bommern hat sich nicht nur hinten ‘reingestellt, sondern selbst mitzuspielen versucht - und hatte sogar Chancen, Tore zu machen“, so Bergmann. Die beste Gelegenheit tat sich nach 20 Minuten für die Grün-Weißen auf: Michael Dros zog aus 22 Metern ab, traf aber nur den rechten Pfosten.

Auch Tim Bäcker (per Kopf im Anschluss an eine Flanke von Florian Brommer/25.) und Brommer selbst, der an einer Hereingabe von Chris Bäcker vorbeirutschte (42.), waren nah dran am Ehrentreffer im ungleichen Duell zwischen A-Liga und zweiter Bundesliga. Für die Bochumer Profis war es ein munterer Kick - auf rustikale Zweikämpfe wurde verzichtet. „Wir waren sogar so fair, dass wir Bochum haben gewinnen lassen“, feixte Lars Kerwel.

Wie groß der Klassenunterschied - sieben Ligen trennen die beiden Mannschaften - wirklich ist, das bekamen die Bommeraner deutlich aufgezeigt. „Ich hätte nicht gedacht, dass das Tempo bei denen so hoch ist. Da kommt man wirklich nicht hinterher“, stöhnte SVB-Abteilungsleiter Björn Böringschulte, der in Halbzeit eins ‘ran durfte. Da tat beim VfL vor allem U23-Knipser Daniel Engelbrecht (vier Tore) hervor, nach der Pause war es der A-Jugendliche Joel Reinholz, der ihn mit fünf Treffern sogar noch übertraf.

„Die Sicht war nachher aber auch schlecht - schließlich trage ich Kontaktlinsen. Nee, die Dinger wären sicher auch so ‘reingegangen“, flachste SVB-Keeper Jens Billinger, der das interne Duell nach der Pause gegen Stammtorwart Jörg Kwapich mit 8:11-Gegentreffern verlor. „Wir hätten ja mauern können - aber die Jungs sollten Spaß am Spiel haben und ruhig auch was nach vorne versuchen“, sagte Bommerns Trainer Lars Kerwel - der sich nun wieder auf leichtere Gegner freuen darf.

Auch der VfL hatte verständlicherweise Gefallen am freundschaftlichen Kick - nach der Partie schrieben die Profis fleißig Autogramme. „Das hat wirklich Spaß gemacht. Der Trainer meinte, wir sollen versuchen, guten Fußball zu spielen, möglichst den Ball laufen lassen“, meinte Marc Rzatkowski, dessen Mutter in Bommern zu Hause ist - für ihn quasi ein Heimspiel.

 
 

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