Tänzer-Mangel trifft nun auch den RTC

Das A-Team des Ruhrtanzclub Witten wurde in der vergangenen Saison Vizemeister.
Das A-Team des Ruhrtanzclub Witten wurde in der vergangenen Saison Vizemeister.
Foto: Thomas Nitsche
  • Zu dünne Personaldecke: Regionalliga-Team des Ruhrtanzclubs wird abgemeldet
  • Vorsitzender Peter Hartmann sieht Probleme auch im verkürzten Schulsystem G 8
  • Künftigt setzt der Verein ganz auf den Nachwuchs in der künftigen Oberliga-Formation

Witten..  „Leider gibt es keine guten Nachrichten“, so Peter Hartmann, Vorsitzender des Ruhrtanzclub Witten. Die in den letzten Jahren so erfolgreiche Latein-A-Formation muss der Verein vom Meisterschaftsbetrieb in der Regionalliga West abmelden. Fortan verfügen die Wittener damit nur noch über ein Team in der Oberliga.

In jüngster Vergangenheit gehörten die RTC-Lateiner zu den Formationen, die in der dritten Liga den Ton angaben. Nur mit dem erhofften Aufstieg in die 2. Bundesliga klappte es wiederholt nicht - zuletzt nun im Frühjahr 2016. „Vielleicht hätten wir dann weitermachen können. Wir hatten in der vergangenen Saison einige Tänzer von auswärts, die ja in erster Linie zu uns gekommen waren, weil sie sich dieses Ziel spät in ihrer Laufbahn noch mal gesetzt hatten“, so Hartmann. Allerdings hätte dies die eigentlichen Schwierigkeiten, qualitativ guten Nachwuchs aus den eigenen Reihen nachführen zu müssen, nur ein wenig weiter nach hinten geschoben. „Und wenn wir den Aufstieg in die 2. Liga mit solchen Leuten nicht schaffen, wird es ja ohnehin schwierig“, gibt der Clubchef zu verstehen. Derart kurzfristige Entscheidungen seien ohnehin nicht zielführend und der Sache wenig dienlich. Also entschloss man sich, die Regionalliga-Formation abzumelden und den Weg freizumachen für andere.

„Wir wollten ja auch nicht noch einmal so eine Nummer erleben wie 2015“, so der 56-Jährige. Nur mit Ach und Krach und auf den allerletzten Drücker hatten die RTC-Verantwortlichen damals noch ein Team auf die Reihe bekommen, das allerdings so hochwertig besetzt war, dass man dennoch Rang zwei in der Regionalliga belegte. „Insgesamt war das ein ziemlich teures Jahr für unseren kleinen Verein“, gibt Hartmann zu bedenken. Formationsmusik, Kleider etc. - das geht nun mal schnell in den fünfstelligen Bereich und bringt Vereine schon mal in Schieflage. Beim RTC aber bewältigte man auch diese schwierige Situation und erhoffte sich eigentlich Besserung für die nahe Zukunft.

Hartmann kritisiert G 8-Schulsystem

Letztlich aber standen Hartmann und Co. nun mit einer viel zu dünnen Personaldecke da - so wie viele andere Vereine im Formationstanzsport auch. „Wir hatten acht Damen und sieben Herren. Und wir haben wirklich alle Optionen gezogen, die möglich waren - es war einfach sonst niemand aufzutreiben. Ich selbst habe sehr viele Gespräche geführt“, so der RTC-Vorsitzende, der auch jahrelang als Formationstrainer gearbeitet hat. „Drei Jahre lang haben wir jetzt versucht, alle Löcher zu stopfen. Irgendwann kommt man dann eben zu der Erkenntnis, dass man am besten wieder etwas von unten aufbaut“, sagt Peter Hartmann, der auch im G 8-Schulsystem eine zusätzliche Problematik sieht. „Vielen Jugendlichen fehlt für den Sportverein heute einfach die Zeit.“

So werden die Wittener jetzt ganz auf ihre bisherige B-Formation bauen, die als Nachrücker in die Oberliga aufgestiegen ist. Das Trainerduo mit Daniel Hartmann und Sabine Held kann über einen Mangel an Zuwachs nicht klagen - am Samstag trifft sich der Kader, der einige Neuankömmlinge (auch aus dem Tanzschulbereich) verzeichnete.

 

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