SU Annen liefert Judo-Krimi mit Happy-End

Johannes Frey zeigte bei seinem Debüt für die SU Annen eine starke Leistung.
Johannes Frey zeigte bei seinem Debüt für die SU Annen eine starke Leistung.
Foto: FUNKE Foto Services
Herren zwingen Holle mit 7:6 in die Knie. Erst in den letztendrei Duellen können die Hausherren das Ruder noch einmal herumreißen

Witten.  Das fängt ja schon gut an für die Bundesliga-Männer der Sport-Union Annen. Im ersten Kampf der neuen Saison gab es ein ganz enges Gefecht mit den Niedersachsen von Judo in Holle – am Ende setzten sich die Gastgeber hauchdünn mit 7:6 durch, legten dabei eine famose Aufholjagd hin.

Stefan Oldenburg, Trainer und Aktiver bei den Annener Gastgebern, wusste am Samstagabend ganz genau, bei wem er sich zu bedanken hatte. Nachdem SUA-Neuzugang Leon Philipp das zweite 66-kg-Duell des Tages in herausragender Manier für sich entschieden und zum zwischenzeitlichen 6:6 ausgeglichen hatte, fiel der Wittener Coach seinem Teamkollegen um den Hals. „Leon ist heute mein Held“, freute sich der 27-Jährige über den nervenstarken Auftritt des SUA-Debütanten.

Die Gäste aus dem kleinen Örtchen Holle, zu denen die Annener einen freundschaftlichen Draht pflegen, waren der erwartet unbequeme Gegner, verlangten den Wittenern alles ab. Im ersten Durchgang führten die Niedersachsen zwischendurch schon mit 4:2 – und das sicher nicht unverdient. Zum Auftakt hatte Annens Niederländer Max de Vreeze (-90 kg) das Duell gegen den Letten Aigars Milenbergs verloren, danach holte SUA-Neuling Johannes Frey im 100-kg-Kampf gegen Christian Struck unter dem Jubel der gut 350 Zuschauer den ersten Wittener Zähler. Eine folgenschwere Auseinandersetzung lieferte sich Marcel Haupt (-60 kg) mit Danny-Paul Kiel. Der SUA-Judoka fiel beim entscheidenden Handwurf seines Kontrahenten so unglücklich auf die Schulter, dass er später zur Untersuchung ins Krankenhaus musste. Erste Befürchtung: Schultereckgelenks-Sprengung.

Finale furioso

Stefan Oldenburg selbst sorgte dann zwar im 81-kg-Kampf gegen den Ex-Wittener Maxime Lambert für den 2:2-Ausgleich, danach aber unterlagen Pierre Borkowski (+100 kg) und Nicki Graczyk (-66 kg) – 2:4 aus Annener Sicht, was die Stimmung auf den Rängen arg trübte. Immerhin punktete vor der Pause der Niederländer Sam van t’Westende (-73 kg) gegen Robert Barwig, verkürzte damit den Rückstand. „Wir sind im ersten Durchgang hohes Risiko gegangen mit dem Einsatz von gleich drei Neuzugängen. Man weiß ja nie, wie die sich vor dieser Kulisse bei ihrer Premiere schlagen“, so Oldenburg.

Die zweite Kampfhälfte entwickelte sich mehr und mehr zu einem regelrechten Matten-Krimi. Max de Vreeze sorgte für den 4:4-Ausgleich – durch die Niederlagen von Max Strote (gegen Milenbergs) und Moritz Plafky (vorzeitige Aufgabe wegen Fußverletzung gegen Kiel) aber lagen die Annener wieder im Hintertreffen, gerieten enorm unter Druck. Als im 81-kg-Duell Stefan Oldenburg nicht über ein Remis gegen den Belgier Kevin Haine hinauskam, musste die SUA die verbleibenden drei Kämpfe gewinnen, um den Saisonstart zu retten.

Den Auftakt machte im Schwergewicht der Berliner Pierre Borkowski, der sich nicht ein weiteres Mal von Lukas Rollwage überraschen ließ. Nach einem krachenden Fußfeger ballte „Borke“ die Faust und entfachte damit den von vielen gefürchteten Hexenkessel am Kälberweg. Youngster Leon Philipp (-66 kg) trat von Beginn an gegen Christoph Siegel gehörig aufs Gas, würgte den Holler schulmäßig ab und glich für die SUA zum 6:6 aus. Unter dem Jubel der Annener Fan-Gemeinde ließ dann auch Sam van t’Westende seinem Widersacher Jasper Olthoff nicht die Spur einer Chance, sammelte zwei Waza-ari-Wertungen zum 7:6-Erfolg seines Teams.

Oldenburg liegt daneben

„Das war vor allem für unsere neuen Leute ein super Einstand. Wir hatten vorab ein paar Probleme mit angeschlagenen Kämpfern, aber die Jungs haben das alle super gemacht“, lobte Stefan Oldenburg. „Erst hatte ich ja mit einem Blick auf die Liste auf ein Unentschieden getippt“, gestand der SUA-Trainer. Er wird froh gewesen sein, knapp daneben gelegen zu haben.

 
 

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