Sechs Tore im Spitzenduell

Marius Hoff
Treffer beim Comeback: Bommerns Benjamin Schröder (li.) bescherte gegen den TuS Heven III die zwischenzeitliche 3:2-Führung.
Treffer beim Comeback: Bommerns Benjamin Schröder (li.) bescherte gegen den TuS Heven III die zwischenzeitliche 3:2-Führung.
Foto: Klaus PollklŠsener
B-Liga-Derby zwischen Heven und Bommern endet mit einem 3:3-Unentschieden. Formkurve des Türkischen SV zeigt weiter steil nach oben

Witten.  Ein Derby auf höchstem B-Kreisliga-Niveau bekamen am Sonntag die Anhänger des TuS Heven III und des SV Bommern II geboten. Nach umkämpften 90 Minuten endete die Partie dann ohne eine Sieger, Ergebnis: 3:3 (2:2)-Unentschieden. Auf Seiten der Gastgeber stach Stürmer Dennis Sonntag hervor, der alle drei Hevener Tore erzielte.

Während derzeit vier Bochumer Teams die vordereren Tabellenplätze einnehmen, zeigt vor allem die Formkurve des Türkischen SV nach oben. Die Mannschaft von Trainer David Ebner setzte sich auch gegen den SV Langendreer 04 II durch, gewann klar mit 7:1 (3:0). „Es freut mich, dass wir so langsam in Tritt kommen. In der Rückserie könnte noch einiges möglich sein“, gibt sich Ebner optimistisch. Eine deutliche Niederlage setzte es indes für den Portugiesischen SV, der nach dem Rücktritt von Pedro Pina fürs Erste ohne Trainer dasteht.

Die Spiele im Überblick:


VfB Annen II - Kurdistan Bochum 0:2 (0:0)Tore: 0:1 (71.), 0:2 (90.).

„Gegen diese Mannschaft hätten wir heute einfach mehr Glück gebraucht“, zollte Annens Trainer Andreas Gräber den Gästen Respekt. Der Bochumer Spitzenreiter bewies auch beim VfB beste Ballfertigkeiten, hätte sich jedoch über Annens 1:0 durch Jaffar Morsel nicht beschweren dürfen. „Da war eigentlich alles in Ordnung, aber der Schiedsrichter hat auf Abseits entschieden“, ärgerte sich Gräber. Trotz personeller Probleme hielt die Annener Reserve auch in Hälfte zwei gut dagegen, fing sich erst in der 71. Minute etwas unglücklich das 0:1. Als Gräber dann auf zwei Offensivspitzen umstellte, ergaben sich zwar gute Möglichkeiten, doch die Gäste konterten am Ende zum entscheidenden 2:0. „Das war unter dem Strich leider verdient“, gestand Gräber.

SF Schnee - BV Langendr. 07 II 1:2 (0:2)Tore: 0:1 (12.), 0:2 (36.), 1:2 Volkmann (88.)

Die Sportfreunde Schnee stecken weiter tief im Tabellenkeller fest. Obwohl sich der Liga-14. am Wochenende achtbar verkaufte, stand zum Schluss eine knappe 1:2-Niederlage. „Es gab viele Phasen, in denen wir die bessere Mannschaft waren“, meinte Trainer Kris Katzmarek. Nichtsdestotrotz kam Langendreer in der 12. Minute gleich mit der ersten Großchance zum 1:0 und legte anschließend Treffer Nummer zwei nach. Da ein Gästespieler noch vor der Pause mit „Gelb-Rot“ vom Feld musste, hatten die Schneer nach dem Seitenwechsel endgültig Feldvorteile. Phillip Guttowsky verpasste allerdings die beste Möglichkeit zum 1:2 (55.), woraufhin die Wittener lange Zeit auf den Anschlusstreffer warten mussten. „Oft fehlte einfach der letzte Pass“, haderte Katzmarek. So fiel der Kopfballtreffer von Mats Volkmann (88.) letztlich zu spät, um den Gästen noch einmal gefährlich zu werden.

SuS Wilhelmsh. - Portugal Witten 7:1 (4:0)Tore: 1:0 (22., FE), 2:0 (25.), 3:0 (33.), 4:0 (35.), 5:0 (48.), 6:0 (68.), 7:0 (78.), 7:1 Keser (87.).

Für den Portugiesischen SV setzte es die fünfte Niederlage in Folge, zu allem Überfluss stehen die Wittener jetzt fürs Erste ohne einen Trainer da. Weil sich Pedro Pina bei einer Personalentscheidung übergangen fühlte, war der Übungsleiter des PSV am letzten Spieltag zurückgetreten. Dessen „Co“ Imam Uzpak saß bei der 1:7-Pleite gegen Wilhelmshöhe noch auf der Bank, dies sei jedoch nur eine Notlösung gewesen. „Das ist alles sehr blöd gelaufen, aber wir werden uns jetzt schnell zusammensetzen“, versicherte der Sportliche Leiter des Klubs, Marcelino Caieiro.

Bei der deutlichen Niederlage gegen den Tabellendritten habe der PSV lange Zeit gut mitgehalten. Individuelle Abwehrschnitzer seien es letztlich gewesen, die einen 0:4-Pausenrückstand zur Folge hatten. Die Wittener knickten trotz zahlreicher Ausfälle lange Zeit nicht ein, nach einem Platzverweis gegen Ayoub Anouar (76.) und einer Verletzung von Torwart Pardal Rogerio-Manuel wurde es dann aber deutlich. Sarper Keser gelang in der 87. Minute nur noch der „Ehrentreffer“ zum 1:7.

Türkischer SV - Langendreer 04 II 7:1 (3:0)Tore: 1:0, 2:0 Kirdar (13., 34.), 3:0 Madendere (39.), 4:0 Pechlivanis (47.), 4:1 (62.), 5:1 Alomerovic (81.), 6:1 Strach (84.), 7:1 Alomerovic (89.).

Grund zur Freude hat derzeit der Türkische SV. Am Sonntag feierte die Mannschaft von Trainer David Ebner den fünften Saisonsieg und durfte obendrein über sieben Treffer jubeln. Ex-Coach Celil Kirdar besorgte binnen 21 Minuten eine 2:0-Führung, die Ferhat Madendere weiter ausbaute (39.). Erst als Spielmacher Serkan Gülsever nach dem 4:0 durch Stavros Pechlivanis (47.) vom Feld ging, leistete sich der TSV eine kurze Schwächephase. Langendreer 04 kam folgerichtig zum Anschlusstreffer (62.), allerdings hatten die Wittener danach wieder alles im Griff. Obwohl die Partie nur noch wenig fußballerische Klasse bot, erhöhten Hasan Alomerovic (2) und Christopher Strach verdientermaßen auf 7:1. „Es freut mich, dass wir jetzt so langsam in Tritt kommen. Wenn wir die nächsten Spiele gewinnen, ist in der Rückserie wirklich noch alles möglich“, gibt sich Ebner optimistisch.

TuS Heven III - SV Bommern 05 II 3:3 (2:2)Tore: 1:0 Sonntag (14.), 1:1 Bocian (18.), 2:1 Sonntag (22.), 2:2 Tytko (37.), 2:3 Schröder (79.), 3:3 Sonntag (81.).

Zwischen den B-Liga-Teams aus Heven und Bommern entwickelte sich am Sonntag-Vorabend das erwartet umkämpfte Spitzenduell. „Sehr ansehnlich“, bewertete TuS-Trainer Frank Röber; und auch Bommerns Sportlicher Leiter Ralf Pella sah „ein richtig gutes Kreisligaspiel“. Heven hatte anfangs leichte Vorteile und mit Dennis Sonntag vor allem einen brandgefährlichen Angreifer im Kader, der in der 14. Minute gleich das 1:0 erzielte. Daniel Bocian glich wenig später zum 1:1 aus, doch wieder schoss Sonntag die Gastgeber in Führung (22.). Bommerns Maurice Tytko stellte vor der Halbzeit wieder auf 2:2, und nun waren es die ambitionierten Gäste, die im zweiten Durchgang druckvoll nach vorne spielten, immer wieder gefährlich vor dem Hevener Tor auftauchten. Der eingewechselte Benny Schröder traf schließlich zur ersten Gästeführung (79.), die Sonntag mit seinem dritten Treffer jedoch gleich zunichte machte. „Wir hätten es am Ende wohl gewinnen müssen. Aber es wäre ehrlich gesagt auch sehr schade gewesen, wenn eine der beiden Mannschaften verloren hätte“, meinte Ralf Pella.

TuS Heven II - FC Italia 1:4 (0:1)Tore: 0:1 (43.), 0:2 (70.), 1:2 Nierychlo (72.), 1:3 (75.), 1:4 (90.).

Hevens Zweitvertretung musste auch vor der Begegnung mit dem FC Italia improvisieren, um überhaupt elf Spieler aufbieten zu können. „In Anbetracht dessen haben wir eine wirklich gute erste Halbzeit gespielt“, lobte Trainer Manfred Knapp. Nach zwei guten Möglichkeiten für den TuS nutzten die Gäste jedoch kurz vor der Pause einen Abwehrfehler der Wittener eiskalt aus, trafen zum 1:0 (43.). Nach dem Wiederanpfiff ging Heven offensiver zu Werke, Christian Berndl scheiterte am „Aluminium“. Nach dem zweiten Gästetreffer (70.) war es dann Patrick Nierychlo aus dem Bezirksligakader, der die Hausherren prompt wieder auf 1:2 heranbrachte. „Wir waren danach aber nicht wach genug“, sagte Knapp. „Einige Spieler waren außerdem konditionell nicht fit.“ So wurde es nichts mehr mit dem Hevener Ausgleich, stattdessen legte der FC Italia erst das 3:1 (75.) und mit dem Schlusspfiff sogar das 4:1 nach. Schon nächste Woche würden nun einige Spieler in den Kader der Hevener Reserve zurückkehren.