RCW: Vier Titel „dahoam“ geholt

Tief ins Wasser greifen mussten
Tief ins Wasser greifen mussten

Witten..  Über 300 Athleten in den unterschiedlichsten Bootsklassen durchpflügten mit ihren Ruderbooten das Wasser unterhalb des Berger-Denkmals: Der Landeswettbewerb der Kinder-Ruderer war das gesamte Wochenende in Witten zu Gast. Aber nicht nur eine perfekt organisierte Veranstaltung präsentierte der Ruderclub-Witten. Auch der große sportliche Wurf gelang: Alle vier Wittener Boote sicherten sich den Landesmeistertitel und lösten das Ticket für den Bundeswettbewerb in Hamburg.

Den spannendsten Kampf um die Medaillen musste der Jungen-Vierer des Jahrgang 1999 mit Conrad Luka, Niklas Eichholz, Simon Schlott, Moritz Nickel und Steuerfrau Anna Theiß führen. Nach dem ersten Platz über die 3000-Meter-Langstrecke belegte das fünfköpfige Team in den beiden Sportlichkeitswettbewerben Platz zwei und Platz eins - die Entscheidung fiel also im Finale. Lange Zeit lag der Wittener-Vierer mit den direkten Konkurrenten aus Minden und Münster gleich auf. Erst im Endspurt des 1000 Meter langen Rennens schob sich das Boot von Schlagmann Conrad Luka auf den zweiten Platz. Die Silbermedaille reichte aber für den Gesamtsieg. Entsprechend groß war die Freude. „Da ist es dann auch egal, dass die alle so deprimierend groß sind“, sagte Steuerfrau Anna Theiß über die drei Köpfe größeren Athleten.

Den Heimvorteil wollten Katharina Sattler und Kimia Heydari in ihrem Doppel-Zweier nutzen. „Wir kennen die Strecke und müssen uns zum Steuern nicht so oft umschauen“, so Katharina Sattler. Das viele Training und der Ehrgeiz führten zu einem Sieg auf ganzer Linie: Alle vier Wettbewerbe dominierten die beiden 13-Jährigen. Für den Bundeswettbewerb Anfang Juli auf dem Elbe-Arm, haben sich die Ruderinnen das A-Finale als Ziel gesetzt. Vielleicht erreichen die beiden dies auch dank der nicht alltäglichen Kommunikationsweise: „Einmal Husten heißt zum Beispiel langsamer rollen’“, erklärte Kimia Heydari lachend.

Nur mit einem dritten Platz startete Paul Rodewig über die Langstrecke in den Landeswettbewerb. Nach einem ersten und dritten Platz in den beiden Sportlichkeitswettbewerben, in denen auch Rodewig seine Geschicklichkeit, zum Beispiel im Frisbee-Zielwurf und Pedalo fahren, unter Beweis stellen musste, rechnete Erfolgs-Coach Uwe von Diecken nur mit einem zweiten oder dritten Platz. „Das kommt auf die Tagesform an“, so der RCW-Trainer. Aber am Ende passte beim jungen RCW-Ruderer doch noch alles. Dank seinem Sieg im 1000-Meter-Finale schaffte er dann wieder Mal den Sprung nach ganz oben auf das Treppchen - Landesmeister. Und das bereits zum zweiten Mal in Folge.

Das tolle Ergebnis der Rotsterne komplementierte der Mixed-Vierer. Bei ihrem ersten Regatta-Start in dieser Kombination gingen Lukas Tewes, Victor Anastase, Franca Pilchner, Elena Dahm und Steuermann Clemens Pernack plötzlich als Titelfavorit aus dem ersten Regattatag hinaus. Ihren Siegen auf der Langstrecke und im erstem Sportlichkeitswettbewerb verdankten sie diese Rolle. Mit zwei zweiten Plätzen am Folgetag gelang den Fünfen dann tatsächlich das, womit vor diesem Wochenende niemand gerechnet hatte: Der Titelgewinn.

Das Trainer-Trio Uwe von Diecken, Lena Seiffert und Kristin von Diecken war selbst ein wenig überrascht von dem problemlosen Durchkommen aller vier Boote. Offenbar hatten sich die Umstrukturierungen kurz zuvor doch noch gelohnt. Zur Freude der schaulustigen Eltern schmissen die Athleten Trainerin Kristin von Diecken am Ende ins kühle Wasser der Ruhr - aber die Sportler hatten über das Wochenende ja auch schon genug gelitten.

 
 

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