RC Witten macht das halbe Dutzend voll

Strahlten bei der Siegerehrung um die Wette: Jacob Raillon (3. v.l.) und Benedikt Pernack (4. v.l.) vom RC Witten sicherten sich in Köln den Sieg bei den Deutschen Meisterschaften der B-Junioren
Strahlten bei der Siegerehrung um die Wette: Jacob Raillon (3. v.l.) und Benedikt Pernack (4. v.l.) vom RC Witten sicherten sich in Köln den Sieg bei den Deutschen Meisterschaften der B-Junioren
Foto: WAZ

Köln..  Wochenlanges Training, Einheit für Einheit, zig Kilometer ruderten sie über die heimische Ruhr – alles für das große Ziel: Die Deutschen Meisterschaften. Nun ging es für die Athleten des Ruder-Club Witten in Köln endlich um die Medaillen. Und die Ruhrstädter präsentierten sich grandios: Zweimal Gold, zweimal Silber, zweimal Bronze und ein U23-WM-Ticket lautete die Ausbeute. „Bei fast allen wurden unsere Erwartungen übertroffen“, freute sich Trainerin Ruth Harzheim nach der Heimfahrt zurück am Wittener Clubhaus.

Ein Start-Ziel-Sieg gelang Jacob Raillon und Benedikt Pernack. Die beiden B-Junioren siegten bereits im Vorlauf am Donnerstag ohne größere Probleme. Am Finaltag gingen sie bereits früh an den Start: Schon von der Strecke verlautete der Kommentator über die Lautsprecher die besten Zwischenstände des RCW-Duos. Am Ende schoben sie sich ohne wirklichen Endspurt mit anderthalb Längen vor der Konkurrenz über die Ziellinie. „Und das, obwohl es keine schwache Konkurrenz war“, so Harzheim. Die Trainerin schiebt den klaren Sieg auf „ die Motivation und den Ehrgeiz“ von Raillon und Pernack.

Mit Gold und Bronze kam Julia Eichholz zurück an die Ruhr. Auf dem Fühlingersee erreichte die Abiturientin Platz eins mit dem Renngemeinschaftsvierer. Eichholz siegte gemeinsam mit Franziska Kreutzer (Potsdam), Hannah Bornschein (Köln) und Clara Bergau (Hanau). Mit Kreutzer gelang ihr außerdem der Sprung auf Platz drei. Freuen darf sich die junge Wittenerin auch über ihre Nominierung in den Leichtgewichts-Deutschland-Doppelvierer der U23. In diesem Boot wird sie auch an den U23-Weltmeisterschaften im österreichischen Linz teilnehmen.

Gemeinsam mit Jan-Frederic Schwier (Hildesheim), Jan Knipschild (Dortmund) und Joachim Agne (Würzburg) schaffte Patrick Landefeld die Silbermedaille. Über die komplette 2000-Meter-Distanz lagen sie hinter dem führenden Boot, ließen der weiteren Konkurrenz aber keine Chance.

Auch für Lukas Föbinger sprang am Ende des Rennens eine silberne Medaille heraus. Der RCW-Ruderer gewann mit Dragan Stankovic, Johannes Rentz (beide Dortmund), Christopher Reinhardt (Dorsten) und Steuermann Felix Heinemann den Vorlauf und das Halbfinale. Das Ziel der Bootsmannschaft waren die also die vorderen Plätze – und lange sah es sogar nach Platz eins aus: Nach zwei Dritteln der 1500 Meter langen Distanz lag der „NRW-Vierer“, wie er vom Moderator genannt wurde, auf Siegeskurs. Erst kurz vor der Ziellinie mussten sie die Potsdamer Konkurrenz vorbeilassen. Trotz anfänglicher Enttäuschung ist auch dieses Ergebnis eine beachtliche Leistung.

Für den ganz großen Wurf sorgte Friederich Teikemeier mit seinem jüngeren Partner Casper Stott vom RV Bochum. Obwohl die beiden erst spät zusammen fanden und es lange Zeit in der bisherigen Saison nicht sehr gut aussah, qualifizierten sie sich für das Halbfinale. „Die Vorschlussrunde war eigentlich unser Ziel“, so Teikemeier und Stott. In diesem Semi-Finale ruderten sie aber die zweitschnellste Zeit: A-Finale und - für alle überraschend - die Medaillen waren plötzlich in greifbarer Nähe. In einem packenden Finale und einem starken Endspurt ruderte das Ruhr-Duo um die Silbermedaille mit. Am Ende wurde es Bronze. Die Freude der mitgereisten RCW-Begleitung war groß. „Ohne unseren Ehrgeiz und unseren Trainer Martin Müller-Falke wäre der Erfolg nicht möglich gewesen“, sagte Stott später. Das Boot war die letzten Wochen vom Bochumer Trainer Müller-Falke über die Ruhr geschickt worden – ein Erfolg auch für den RV Bochum.

Auch Patrick Bonhof, Oskar Kloppenburg, Nils Wichmann und der Gelsenkirchener Benjamin Mozian gingen an den Start. Sowohl in ihren Zweiern (Wichmann/Mozian Platz zehn und Bonhoff/Kloppenburg Platz zwölf), als auch im gemeinsamen Vierer erreichten sie mit Platz neun gute Ergebnisse. Und das trotz des Starts in gleich zwei Bootsklassen.

„Auch wenn sie es noch nicht realisieren, sie haben eine ziemlich gute Leistung gebracht“, sagte Harzheim zum Ergebnis von Anna-Lena Köhler und Barbara Pernack. Die beiden leichtesten Schwergewichte in ihrem Feld, siegten als jüngerer Jahrgang im B-Finale. Und auch auf die Leistungen von Philipp Dahm und Melanie Hummitzsch waren Harzheim und ihr Co-Trainer Malte Huben stolz. Zumal Dahm nur um wenige Zehntelsekunden die Qualifikation für das Halbfinale verpasst hatte.

Die Meisterschaften waren für den Club von der Ruhr so erfolgreich, wie schon lange nicht mehr. „Sowohl in der Spitze als auch in der Breite“, kommentierte RCW-Pressewart Mirco Rolf zum Abschluss. Jetzt heißt es erst einmal ausrudern und dann geht es wieder in das Training – die nächsten Meisterschaften kommen noch in diesem Jahr.

 
 

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