„Nicht künstlich Druck ausüben“

In welcher Liga wird Wittens Daniel Schlemmer (re.) in der kommenden Saison ringen?
In welcher Liga wird Wittens Daniel Schlemmer (re.) in der kommenden Saison ringen?
Foto: WAZ FotoPool
Vielleicht gibt’s doch eine Einigung zwischen dem Deutschen Ringer-Bund und den „abtrünnigen“ Erstliga-Vereinen. Dem KSV Witten wäre das nicht unrecht...

Witten..  Gibt es doch noch Hoffnung auf eine Einigung zwischen den aktuellen Bundesliga-Vereinen und dem Deutschen Ringer-Bund? „Die Kuh scheint wohl doch noch nicht komplett vom Eis“, meint dazu auch Thomas Altstadt, Vorsitzender des KSV Witten 07, der nach dem Zerwürfnis zwischen Verband und Erstligisten zumindest seit der Vorwoche davon ausgehen musste, mit seinem Team am „grünen Tisch“ aufzusteigen.

Doch die Begeisterung darüber hält sich nicht nur in den Reihen des siebenmaligen deutschen Mannschaftsmeisters in Grenzen. „Natürlich würden wir gerne wieder in der ersten Liga ringen - wir hatten aber darauf gehofft, das auf sportlichem Wege zu schaffen“, betonte Thomas Altstadt. Zuletzt trafen sich die Vertreter der Zweitliga-Vereine bei den Landesmeisterschaften der Ringer in Aachen, diskutierten dort die Lage. „Die wesentlichste Erkenntnis war, dass alle Clubs auf einer Linie liegen und skeptisch sind, ob dieser Weg des Aufstiegs Sinn macht. Wir sind uns da auch einer Meinung beispielsweise mit Vereinen aus dem Süden wie Anger oder Urloffen“, so der KSV-Vorsitzende.

Dass nun die Meldung zu den Zweitliga-Clubs durchdrang, dass es zu einem informellen Treffen zwischen den Erstligisten und dem Deutschen Ringer-Bund kommen wird, registrierte man natürlich mit Wohlwollen. Wie DRB-Generalsekretär Karl-Martin Dittmann am Donnerstag auf Nachfrage der WAZ-Redaktion mitteilte, wird es am Freitag um 18 Uhr in Nendingen (dort wird am Samstag das erste von zwei Bundesliga-Finalen zwischen dem ASV Nendingen und dem SV Germania Weingarten ausgetragen) zu einer Zusammenkunft kommen. „Wir wären alle froh, wenn sich die beiden Seiten einigen könnten - diese Lösung ist auf jeden Fall zu favorisieren“, sagt der Wittener Vereinsvorsitzende.

Die Rechnung, die er aufmacht, ist durchaus nachvollziehbar. Würde der DRB die Zweitliga-Clubs zu bisherigen Konditionen im Oberhaus antreten lassen, andererseits aber die 13 Top-Clubs in die Regional-Verbände verbannen, würde dem Ringer-Bund eine erhebliche Summe an Lizenzgebühren durch die Lappen gehen. „Das wären 40- bis 50.000 Euro“, schätzt Altstadt. Insofern wäre eine Einigung auch für den DRB erstrebenswert.

Dabei kann der KSV-Chef sehr wohl nachvollziehen, dass der Ringerbund zunächst einmal eine harte Linie gefahren hat, um seinen Standpunkt zu wahren. „Wir haben mit den anderen Zweitligisten jetzt erstmal einen Fragenkatalog aufgestellt, mit dem wir uns wegen grundsätzlicher Dinge absichern wollen. Schließlich wollen nicht wir dann im nächsten Jahr die Deppen sein, wenn dann auf einmal die Meldegebühren erhöht werden.“

Jedenfalls wollen die sich solidarisch erklärenden Zweitliga-Vereine „nicht künstlich Druck auf den DRB ausüben, sondern lediglich im Dialog unsere Situation klären.“ Sollte es im Bundesliga-Ausschuss am Freitag zu einer Einigung kommen, könnte man wieder zum Tagesgeschäft übergehen.

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