Kundrotas-Elf knöpft sich Herne-Süd vor

Maximilian Pleger
Herbe
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Nach dem Sieg über Kaltehardt liegt der SV Herbede weiter einen Punkt hinter der Tabellenspitze. SV Bommern hat beim ASSV Letmathe indes noch eine Rechnung zu begleichen.

Witten.  Der SV Herbede eilt weiter von Sieg zu Sieg. Neun sind es in der Bezirksliga inzwischen in Serie – am Sonntag soll gegen den BV Herne-Süd der zehnte folgen. Beim SV Bommern ist man sich indes unsicher, ob man noch einmal alle Kräfte in Richtung Rang zwei bündeln soll. Die Personalsituation am Goltenbusch könnte besser sein.

BV Herne-Süd - SV Herbede (Sonntag, 15 Uhr). Der SV Herbede reist eindeutig als Favorit zum BV Herne-Süd. Angesichts der starken Erfolgsserie fällt es derzeit schwer, den Ruhrstädtern überhaupt in einem Spiel nicht die besseren Karten zuzusprechen, so stabil arbeitet man sich einem packenden Saisonfinale entgegen. Auch der kampfstarke TuS Kaltehardt, gegen den man im Hinspiel immerhin noch mit 1:2 verlor, war der Elf von Trainer Marius Kundrotas nicht gewachsen.

Nun wird man also vom Tabellendreizehnten herausgefordert, der noch um den Ligaverbleib bangen muss. Vielleicht auch deshalb gibt Kundrotas vor der Partie gewohnt den Leisetreter. „Das ist eine sehr gefährliche Mannschaft. Ich erwarte eine unangenehme Partie mit vielen Nickeligkeiten“, will er von klaren Kräfteverhältnissen nichts hören und verweist stattdessen darauf, dass die Herner in ihrem letzten Heimspiel immerhin den Tabellenvierten bezwungen hätten.

Tatsächlich gelang dem Abstiegskandidaten vor zwei Wochen ein überraschend deutlicher 3:1-Sieg gegen die SpVgg Horsthausen, zuletzt verlor man aber auch glasklar bei Arminia Bochum. Das die Gastgeber nun den SV Herbede bezwingen scheint zumindest weniger wahrscheinlich, als dass die Wittener den zehnten Sieg in Serie einfahren und damit auf Platz eins springen könnten.

Zumal Kundrotas wieder mit Gavin Hope planen kann, der seine Sperre abgesessen hat und im Hinspiel für den Siegtreffer zum 2:1 verantwortlich war. Für Alexander Nour und Julian Zimmer kommt ein Einsatz hingegen noch zu früh. Ansonsten kann der SVH-Coach personell aus dem Vollen schöpfen.

ASSV Letmathe - SV Bommern (Sonntag, 15 Uhr). Ganz im Gegensatz zu Trainerkollege Semin Salkanovic vom SV Bommern. „Stand jetzt stehen mir für Sonntag 13 fitte Spieler zur Verfügung“, erklärt er, dass sich vor der Trainingseinheit am Donnerstag mehr als die Hälfte seiner Spieler krankmeldeten. Besonders schlimm hat es Stürmer Fabio Di Tavi erwischt, der mit einer Lungenentzündung das Bett hütet – Einsatz gegen Letmathe ausgeschlossen. Bei Sebastian Queißer und Julian Jakobs besteht indes noch Hoffnung auf rasche Genesung. „Ich werde erst am Spieltag sehen, wer von den Grippegeplagten tatsächlich auflaufen kann“, hat Salkanovic immerhin Hoffnung, dass sich der Kader noch ein bisschen füllt.

Nicht nur aufgrund des gefüllten Lazaretts überlegt man am Goltenbusch derzeit zweimal, ob man Rang zwei noch einmal in Angriff nehmen soll. Der liegt immerhin nur drei Punkte entfernt und berechtigt unter Umständen zur Teilnahme an einer möglichen Aufstiegsrunde. „Die Chancen wären sehr gering“, mag sich Salkanovic allerdings nicht so recht mit der Landesliga beschäftigen. Viele seiner Spieler seien nach Ende der regulären Saison bereits im Urlaub, zudem stünde Mitte Juni die obligatorische Mannschaftsfahrt nach Mallorca an. „Daher überlegen wir, ob es sich lohnt“, so der Coach. Die Luft scheint beim SV Bommern nach nur einem Sieg aus den letzten drei Spielen ein wenig ‘raus zu sein.

Mit dem ASSV Letmathe hat man allerdings noch ein Hühnchen zu rupfen. Im Hinspiel ging man nach 2:1-Führung und kuriosen Pfiffen des Unparteiischen noch spät K.O., verlor mit 2:3 und musste sogar zwei Platzverweise beklagen. Nicht nur Salkanovic dürfte trotz aller Umstände am Sonntag auf eine Revance pochen.