Kompromiss zwischen DRB und Liga

Auch in der kommenden Saison wird Daniel Schlemmer (li.) mit dem KSV Witten in der 2. Liga ringen.
Auch in der kommenden Saison wird Daniel Schlemmer (li.) mit dem KSV Witten in der 2. Liga ringen.
Foto: WAZ FotoPool
Der Deutsche Ringer-Bund hat sich mit den Ersliga-Vereinen geeinigt - ab sofort bekommen die Clubs mehr Mitbestimmung zugestanden.

Nendingen/Witten..  Eine „Rolle rückwärts“ der Vernunft gehorchend hat der Deutsche Ringerbund (DRB) am Freitagabend nach dem Gespräch mit den Bundesliga-Vereinen vollzogen. Konsequenz des Treffens im Vorfeld des ersten Bundesliga-Endkampfes in Nendingen: Die Konstellation in den Spitzenligen des DRB bleibt in der neuen Saison unverändert.

Damit hat auch der KSV Witten 07 nun Planungssicherheit und kann davon ausgehen, dass er weiterhin in der 2. Bundesliga an den Start gehen wird. „Bei solchen Dingen muss man ja immer erstmal abwarten“, gibt sich der KSV-Vorsitzende Thomas Altstadt ganz gelassen. Auch er war davon ausgegangen, dass es nicht bei der „Verbannung“ von zwölf Erstliga-Clubs, die ihre Mannschaften für die Kampfzeit 2015/16 nur unter Vorbehalt gemeldet hatten, in die Regional-Verbände bleiben würde.

Wie der Deutsche Ringer-Bund in einer Pressemitteilung nach dieser Zusammenkunft nun erklärte, habe man die gegenseitigen Positionen ausgetauscht und sprach von „gewinnbringenden“ Gesprächen für alle Beteiligten. Demnach „modifiziert der DRB-Vorstand mit sofortiger Wirkung den Bundesligaausschuss dahingehend, dass künftig neben dem Vizepräsidenten der Bundesliga vier Vertreter des DRB und vier Vertreter der Vereine der ersten und zweiten Bundesliga beteiligt sind. Die Vertreter der Vereine, denen mindestens zwei Vertreter der ersten Bundesliga angehören müssen, werden einheitlich am 21. Februar bei der Bundesligatagung gewählt. Dem modifizierten Gremium obliegt künftig die Gestaltung der Bundesligarichtlinien“, so die Mitteilung.

Ferner wird der DRB-Vorstand zur Bundesdelegierten-Versammlung im November in Köln eine überarbeitete Fassung der Bundesligaordnung zur Abstimmung vorlegen, die den neuen Anforderungen Rechnung tragen soll. Obendrein wurde erklärt, dass die vorab gegen die Bundesliga-Clubs verhängte Ordnungsstrafe von je 5000 Euro nicht aufrechterhalten wird. Im Gegenzug aber sollen die Vereine „einen finanziellen Beitrag“ zur Jugendförderung“ an den Ringer-Bund leisten. Mit diesem Kompromiss werden wohl beide Seiten gut leben können, wovon auch der Wittener Vorsitzende überzeugt ist: „Alles andere wäre ja jetzt auch kontraproduktiv. Die ganze Angelegenheit hat ohnehin schon kein gutes Licht auf die Ringer-Welt geworfen“, so Altstadt. Beim DRB habe man offenbar registriert, dass es den Zweitliga-Vereinen nicht daran gelegen ist, auf diesem Wege aufzusteigen ins Oberhaus.

Direkter Draht zur DRB-Spitze

Der KSV-Chef kann sich durchaus vorstellen, künftig zu diesem vierköpfigen Gremium der Erst- und Zweitligisten zu gehören. „Da wir uns in dieser Sache schon früh eingeschaltet haben, scheinen unsere Karten ganz gut zu sein.“ Allein die Tatsache, dass die Clubs nun nah dran sind am Entscheidungs-Prozess, sei schon sehr positiv. „Wir müssen versuchen, an der richtigen Stelle Einfluss zu nehmen. Auch die Drähte zur DRB-Führung würden dadurch direkter.“

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