Kaum ein Kratzer für Abensberg

Annens Benjamin Behrla (li.) führte mit Yuko-Vorteil gegen Andreas Tölzer, musste dann aber aufgeben.
Annens Benjamin Behrla (li.) führte mit Yuko-Vorteil gegen Andreas Tölzer, musste dann aber aufgeben.
Foto: Oliver Schinkewitz
Im Viertelfinal-Hinkampf zwischen der SU Annen und Titelverteidiger TSV Abensberg gab’s einen 7:1-Erfolg für die Bayern. Gleich sechs Kämpfe endeten mit einem Remis - die Wittener schlugen sich achtbar.

SU Annen - TSV Abensberg 1:7 (7:67)

Witten.  Sie haben dem haushohen Favoriten lange die Stirn geboten, die Bundesliga-Judoka der Sport-Union Annen. Letztlich war der 17-malige Deutsche Meister TSV Abensberg am Samstag vor gut 300 Zuschauern im Dojo am Kälberweg aber doch eine Nummer zu groß: Die Bayern legten mit einem 7:1-Erfolg den Grundstein für den Rückkampf am 27. Oktober.

„Es waren einige sehr enge Duelle dabei - Annen hat uns gut Paroli geboten“, so TSV-Trainer Ivan Radu anerkennend. „Nach der ersten Runde hatte ich eigentlich mit einem 3:3 gerechnet“, so der Abensberger Coach - doch sein Team gab lediglich einen Kampf ab. Benjamin Behrla (-100 kg) war der einzige Annener, der sich durchsetzen konnte in seinem Duell mit Dominik Gerzer, das er per Waza-ari-Wertung entschied. Auch einen zweiten Punkt hätte Behrla gut und gerne holen können. Nach der Pause rückte er auf ins Schwergewicht, traf dort auf den Olympia-Dritten Andreas Tölzer - und führte dank eines schulmäßigen Seoi-nage mit kleiner Wertung (Yuko). Ärgerlich für das SUA-Ass, dass er sich danach den Ringfinger der rechten Hand auskugelte und aufgeben musste. „Ich hätte ihn gepackt“, grummelte Behrla, der nach seiner erfolgreichen Technik gegen Tölzer die Fäuste in die Höhe reckte, das Publikum mitriss.

„Uns war ja klar, dass es gegen Abensberg ganz schwer werden würde - da haben wir uns gar nichts vorgemacht. Aber die Jungs haben sich toll verkauft - allen voran auch Henrik Lauer“, lobte Trainer Andreas Reeh seinen 73-kg-Kämpfer, der gegen DJB-Olympia-Starter Christopher Völk und Fabian Sedlmeier jeweils ein verdientes Remis ergatterte.

Pech hatte zum Auftakt Stefan Oldenburg gegen den US-Amerikaner Travis Stevens, als er kurz vor Ende der Kampfzeit in einen Haltegriff geriet. „Da habe ich am Boden einen Fehler gemacht“, gestand Oldenburg, der dem Olympia-Fünften bis dato erfolgreich widerstanden hatte. So hieß es nach dem ersten Durchgang 1:3 - neben Lauer holten auch Robby van Laarhoven (-90 kg) und Marcel Haupt (-60 kg) ein Remis. „Wobei Haupt eigentlich hätte gewinnen können“, so das Fazit von Trainer Reeh. Das mit Spannung erwartete Duell der Schwergewichtler entschied Abensbergs Andreas Tölzer mit einem krachenden Ippon (Tani-o-toshi) gegen André Breitbarth für sich.

„Dass es für die Wittener durch die Wechsel zur Pause schwerer werden würde, war mir klar“, so Gäste-Coach Ivan Radu. Immerhin hatte Behrla den fast 50 kg schwereren Tölzer am Rande einer Niederlage, zudem erkämpften Lauer, van Laarhoven und Nicki Graczyk jeweils ein Unentschieden. Unterm Strich aller Ehren wert, wie sich die SU Annen beim 1:7 gegen den Titelfavoriten Nummer eins aus der Affäre zog. „Ich bin auch ganz zufrieden - auch wenn ich mir hier und da ein Pünktchen mehr gewünscht hätte“, meinte Trainer Andreas Reeh. „In drei Wochen wollen wir den Abensbergern, mit denen uns schon lange eine enge Freundschaft verbindet, nochmal so einen guten Kampf liefern.“

 
 

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