Jubel nach dem großen Rechnen

Der Ruhrtanzclub Witten hat sich in Bochum für eine tolle Mannschaftsleistung belohnt. Die Formation von Marion Kegenhoff und Martin Klose sicherte sich vor Bochum und Emsdetten den Sieg.
Der Ruhrtanzclub Witten hat sich in Bochum für eine tolle Mannschaftsleistung belohnt. Die Formation von Marion Kegenhoff und Martin Klose sicherte sich vor Bochum und Emsdetten den Sieg.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
A-Formation vom Ruhrtanzclub gewinnt das zweite Turnier. Kopf-an-Kopf-Rennen mit Lokalmatador TTC Bochum und Emsdetten.

Bochum..  Die Rechnerei war groß nach dem zweiten der fünf Turniere in der Formations-Regionalliga der Lateinformationen. Nach einigem Hin und Her und unsicheren Blicken durfte gejubelt werden im Lager des Ruhrtanzclubs: Das A-Team holte sich in der Bochumer Rundsporthalle den ersten Platz, hat jetzt beste Karten im Rennen um einen der beiden Plätze für die Aufstiegsrunde.

„Erst hatte ich ja befürchtet, es würde wieder nur der dritte Platz werden“, meinte Trainerin Marion Kegenhoff im Anschluss an die Siegerehrung. Doch dann kam jemand zu ihr, der ganz genau nachgerechnet hatte und mit der Tanzsport-Arithmetik vertraut war. Somit war klar: Die Wittener Wertung (4-1-2-2-2) reichte sogar zum Tagessieg, weil sich die fünf Juroren auch bei den Noten für die übrigen Spitzenteams vom 1. TSC Emsdetten und vom TTC Rot-Weiß-Silber Bochum (beide 1-1-2-3-3) nicht einig waren. „Da habe ich es erst so langsam realisiert“, so Kegenhoff überglücklich. Dabei gestand sie ganz ehrlich: „Letztlich wäre mir die Platzierung heute eigentlich egal gewesen, weil mich meine Mannschaft absolut überzeugt hat mit ihrem Auftritt im Finale.“

Sie ging sogar noch weiter und verteilte ein Pauschallob an ihre acht Paare: „Das war heute eine Super-Leistung und zu 100 Prozent besser als in der Vorwoche in Herford. Wir sind heute wirklich als Team aufgetreten, als eine echte Einheit.“ Ein wenig unter Druck hatte die RTC-Formation, die in Bochum von vielen Wittener Fans angefeuert wurde, nach Rang drei zum Saisonstart in Ostwestfalen schon gestanden. Zu dicht beieinander lagen die Konkurrenten aus Emsdetten und Bochum – letztlich mussten Nuancen in der Ausführung der Choreographien den Ausschlag geben. Während sich die Münsterländer in erster Linie auf eine sehr solide, auf Exaktheit ausgelegte Vorstellung konzentrierten, strotzte der TTC Rot-Weiß-Silber Bochum mit seiner bewährten Choreographie vor eigenen Rängen nur so vor Angriffslust, ging hohes Tempo. Neben den drei favorisierten Formationen schaffte es letztlich auch das Dance-Sport-Team Cologne ins Vierer-Finale, war dort aber klar unterlegen.

Energie optimal eingeteilt

Was am Ende den Ausschlag zugunsten der Wittener gegeben habe? „Nach unserer noch etwas verhaltenen Vorrunde war das Finale deutlich stärker, da war richtig Feuer drin. Unsere Mannschaft hat die Anweisungen zwischen den Durchgängen offenbar beherzigt und sich ihre Energie optimal eingeteilt“, so Marion Kegenhoff. Ihr Trainer-Partner Martin Klose, der wie schon in der Vorwoche selbst als Aktiver an der Seite von Carolin Heier auf der Tanzfläche stand, stieß ins selbe Horn: „Wir haben offenbar im Finale keine groben Bildfehler mehr gehabt und die Schnitzer abgestellt, die uns noch in der ersten Runde unterlaufen waren. Beim Blick auf die Wertung habe ich mich erst schon über Platz zwei gefreut – aber dass wir hier gewonnen haben, ist großartig und eine tolle Bestätigung unserer Arbeit.“

Schon am 13. März geht es mit dem dritten Turnier der Saison in Bocholt weiter, ehe die Wittener am 9. April in der Husemann-Sporthalle selbst als Gastgeber an der Reihe sind. Das finale Turnier der Regionalliga West geht dann schließlich am 17. April in Oberhausen über die Bühne. Die beiden Top-Teams dürfen danach zum Zweitliga-Aufstiegsturnier nach Bietigheim – und die Chancen, dass dann das A-Team des RTC mit zu dieser „Reisegruppe“ nach Baden-Württemberg gehört, sind seit Sonntag enorm gestiegen.

 
 

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