Frust statt Feierlaune beim Ruhrtanzclub

Der RTC Witten lieferte eine gute Finalrunde ab, die aber nicht belohnt wurde.
Der RTC Witten lieferte eine gute Finalrunde ab, die aber nicht belohnt wurde.
Foto: Dettmar Rokoss
Die Lateinformation des Ruhrtanzclubs verpasst den Sprung in die 2. Bundesliga. Bochum und Weinheim dürfen jubeln.

Bietigheim..  Feiern durften am Ende die anderen - die Lateinformation des Ruhrtanzclubs Witten hingegen verpasste den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Während die TSG Badenia Weinheim und der TTC Rot-Weiß-Silber Bochum die Sektkorken knallen ließen und ihren Triumph genossen, wurde es für die acht RTC-Paare in Bietigheim ein ernüchternder Abend.

„Direkt nach dem Turnier war ich echt sauer und habe mich über die eine oder andere Aussage von Wertungsrichtern aufgeregt - aber jetzt hat sich das schon wieder gelegt“, sagte Trainerin Marion Kegenhoff zur verpassten Gelegenheit, eine gute Saison zu krönen. Dass die Wittener als Zweitplatzierter der Regionalliga West auf dem Papier nicht die allerbesten Chancen auf den Aufstieg hatten, war vorher klar. Im Tanzsport zählt häufig nicht allein die tagesaktuelle Leistung - eine altbekannte Problematik.

Der Aufstiegs-Wettbewerb in Baden-Württemberg begann zunächst mit der überraschenden Nachricht, dass Weltmeister Grün-Gold-Club Bremen es doch nicht für nötig hielt, mit seinem D-Team an der Relegation teilzunehmen - so schrumpfte das Feld auf fünf Mannschaften. Was gleichbedeutend damit war, dass alle antretenden Team automatisch den Sprung in die Finalrunde in der Tasche hatten.

Was den Auftakt-Durchgang der Wittener Formation anging, so war Marion Kegenhoff gar nicht einverstanden mit dem Auftritt ihrer acht Paare zum Thema „Phönix“. „Da kam einfach nicht genug ‘rüber, die Mannschaft war irgendwie nicht wach genug“, so ihre Kritik. Mag vielleicht auch an der schwierigen Vorbereitung am Turniertag gelegen haben, denn der RTC musste sich mit einem Standard-Team die Kabine teilen (auch im Standardtanzen wurden die Aufsteiger in die zweite Liga am Samstag ermittelt).

Immerhin: Vor dem Finaldurchgang hatten die Wittener wieder mehr Ruhe, konnten sich diesmal gewissenhaft vorbereiten. Als vierte der fünf Mannschaften mussten die Ruhrstädter, bei denen der kurzfristig eingesprungene Mateusz Mroz bei seinem Debüt einen guten Eindruck hinterließ - auf die Fläche und lieferten diesmal einen starken Durchgang ab, der sich auch das Lob der Trainerin verdiente. „Das war wesentlich besser als in der Vorrunde, die Schwierigkeiten haben gesessen, und es war viel mehr Dynamik und Begeisterung drin.“

Ein Juror vergibt die „Zwei“ an RTC

Gleichwohl hatten das aber sechs der sieben Jury-Mitglieder eher anders gesehen. Während sich die Wertungsrichter bei den übrigen vier Mannschaften weitestgehend uneins waren und teils regelrecht chaotische Noten verteilten, gab’s für den RTC Witten sechsmal die Fünf und nur von Dirk Burkamp (Borken) eine Zwei - damit war der fünfte Rang besiegelt.

„Wenn man sich diese Wertung anschaut, muss man ja denken, wir seien die mit Abstand schwächste Mannschaft gewesen. Das war aber sicher nicht so“, ereiferte sich Marion Kegenhoff. Auf spätere Nachfrage beim Wertungsgericht bekam sie zu hören, dass „unsere Mannschaft tänzerisch nicht gut genug sei. Entschuldigung, aber da muss ich laut lachen. Da habe ich in dieser Saison schon ganz andere Kommentare gehört.“ Das RTC-Ensemble ist gespickt mit vielen ehemaligen Bundesliga-Tänzern - rein technisch gibt es da nichts zu mäkeln. „Die Qualität ist auf jeden Fall vorhanden“, so Kegenhoff.

 

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