Ein Kantersieg ohne Spaßfaktor

Einen spektakulären Überwurf nach dem anderen zeigte Ilie Cojocari (rotes Trikot) bei seinem überlegenen Sieg gegen den Mainzer Ruben Härle.
Einen spektakulären Überwurf nach dem anderen zeigte Ilie Cojocari (rotes Trikot) bei seinem überlegenen Sieg gegen den Mainzer Ruben Härle.
Foto: Barbara Zabka
Keinerlei Mühe hatte der KSV Witten beim 28:8-Erfolg über Schlusslicht ASV Mainz II. Die Gäste traten nur mit einem Rumpfteam an.

Witten.. KSV Witten 07 -
ASV Mainz 88 II 28:8

Zuschauer: 150.

Das nennt man dann wohl effektive Kurzarbeit auf der Matte: Die Zweitliga-Ringer des KSV Witten 07 benötigten am Sonntag lediglich rund 45 Minuten, um sich der Pflichtaufgabe gegen Schlusslicht ASV Mainz 88 II zu entledigen. Am Ende hieß es 28:8 für den Titelverteidiger, der sich nun wohl etwas einfallen lassen muss, um sein Publikum zu entschädigen.

„Es tut mir wirklich Leid für unsere Zuschauer - letztlich war es ja nicht unsere Schuld, dass es so gelaufen ist“, bat KSV-Trainer Mirko Englich nach dem Kampf um Nachsicht. In dieser ungleichen Auseinandersetzung kam es am Sonntag lediglich zu fünf ernstzunehmenden Duellen, von denen die Wittener drei für sich entschieden. „Die Mainzer haben in dieser Saison noch größere personelle Schwierigkeiten als wir“, so Englich zur unterbesetzten Staffel der Rheinland-Pfälzer. Die 66-kg-Klasse im freien Stil hatte die Mainzer Reserve gänzlich unbesetzt gelassen, drei ASV-Ringer ließen sich aufgrund von Verletzungen schnell von ihren Wittener Kontrahenten auf die Schultern legen. „Natürlich macht das auch uns keinen Spaß“, erklärte Mirko Englich. Immerhin aber waren die Mainzer zumindest angereist. Nachdem der Tabellenletzte tags zuvor beim Heimkampf gegen den KV Riegelsberg (0:40-Wertung) lediglich sechs Mann auf die Matte brachte, musste man schon befürchten, dass es zu einer Absage am Sonntag kommt.

Positiv für die KSV-Ringer: Es verletzte sich kein weiterer Akteur aus dem Kader des Zweitliga-Primus. Nach der Schock-Botschaft wegen Nico Brunners möglichem Doping-Vergehen können die Englich-Schützlinge vor dem Saison-Endspurt auch keine weiteren schlechten Nachrichten gebrauchen. Brunner war im Übrigen gegen Mainz nicht einmal in der Halle. „Das war auch korrekt so. Wir wollten ihm das einfach ersparen, weitere Nachfragen auf ihn hereinprasseln zu lassen“, erklärte der Wittener Coach.

Während Arthur Eisenkrein, Yunier Castillo, Alexander Storck und Simeon Stankovich ihre Siege mit voller Wertung quasi geschenkt bekamen, mussten zumindest zwei Mann im roten Dress der Gastgeber richtig rackern. Ufuk Canli (130 F) zog sich bei seiner 1:3-Niederlage gegen den Ex-Wittener Vladimir Remel gut aus der Affäre. „Ufuk hat das richtig stark hinbekommen. Vladimir ist immerhin Stammringer in der ersten Liga und wiegt sieben Kilo mehr“, so Englich. Ebenfalls eine zumindest achtbare Niederlage gab’s für Ibro Cakovic (86 F) gegen den neun Kilo schwereren Dzhanbulat Ustaev, einen der Besten aus dem Mainzer Zweitliga-Aufgebot. Für die spektakulärsten Szenen sorgte Ilie Cojocari (75 G), der seinen Gegner Ruben Härle mehrfach gekonnt auf die Matte schleuderte.

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