Eichholz hofft auf eine internationale Medaille

Die ersten Eindrücke und Trainingskilometer hat Julia Eichholz vor Ort bereits gesammelt.Nun wartet sie darauf, dass es endlich mit den Rennen losgeht.
Die ersten Eindrücke und Trainingskilometer hat Julia Eichholz vor Ort bereits gesammelt.Nun wartet sie darauf, dass es endlich mit den Rennen losgeht.
Foto: WAZ

Linz-Ottensheim/Witten..  „Bislang läuft die Saison für mich richtig gut“, sagt Julia Eichholz, derzeit wohl das größte Ruder-Talent des RC Witten. Einen großen nationalen Titel hat die 19-Jährige in 2013 bereits an Land gezogen. Doch jetzt lockt eine wichtige internationale Medaille: Ab dem heutigen Mittwoch geht die Leichtgewichts-Ruderin bei den U 23-Weltmeisterschaften in Österreich an den Start.

Nervosität? Ach wo, davon ist bei Julia Eichholz derzeit noch keine Spur. Schließlich ging es bis zuletzt noch auf der Regattabahn von Ratzeburg darum, sich entsprechend fit zu machen für den Saisonhöhepunkt in Linz-Ottensheim, wo die Finals der U 23-WM am kommenden Wochenende (27./28. Juli) ausgetragen werden. Am Montag stieg sie dann in den Zug gen Österreich. „Zweieinhalb Wochen lang haben wir in Essen trainiert, sind dann nach Ratzeburg gefahren“, berichtet die RCW-Ruderin. Am Samstag fand dort - quasi als Generalprobe auf dem Wasser - auch für den Leichtgewichts-Doppelvierer der Frauen ein Abschlussrennen über 2000 Meter statt. „Das war insgesamt ganz okay - es wäre sogar wohl noch mehr gegangen, aber der Gegenwind war ziemlich kräftig. Wir wissen jetzt auf jeden Fall, woran wir noch arbeiten müssen“, sagt Julia Eichholz.

Nicht ganz optimal für das Boot des Deutschen Ruderverbandes (DRV), dass kurzfristig noch eine personelle Änderung vorgenommen werden musste. Hannah Bornschein, die zum festen Stamm zählte, fällt aufgrund eines Bandscheiben-Vorfalls aus - gewiss eine kleine Schwächung des erfolgsverwöhnten Bootes. „Für sie ist jetzt Ann-Kathrin Leineweber mit dabei“, sagt Julia Eichholz, „und sie passt auch gut bei uns ‘rein“, lobt sie ihre Teamkollegin aus Celle. Komplettiert wird das Quartett von Clara Bergau (Hanau) und Franziska Kreutzer (Potsdam).

Nach dem Titelgewinn bei der Deutschen Meisterschaft in Köln stand fest, dass Julia Eichholz im WM-Vierer sitzen würde. Nachwuchs-Bundestrainer Andreas Herdelitschke war rundum zufrieden mit seinem Schützling aus dem Ruhrgebiet. Ab heute zählt es nun für die DRV-Mädels - um 15.30 Uhr wird auf der Regattastrecke in Linz-Ottensheim der Vorlauf gestartet. Medaillenchancen für die deutsche Mannschaft? Sind durchaus vorhanden, wenngleich die Konkurrenz sehr stark sein dürfte. „Italien ist erfahrungsgemäß richtig gut in dieser Bootsklasse, auch Dänemark ist zu beachten. Und da auch die Australierinnen die weite Reise antreten, werden die auch keine schlechte Mannschaft haben“, so die Vorab-Prognose von Julia Eichholz.

Dass das RCW-Talent irgendwann im Rudern so richtig durchstarten würde, war eigentlich abzusehen. Der Apfel fällt schließlich auch in diesem Sport nicht weit vom Stamm: Armin Eichholz (49), der stolze Vater, war ehemals selbst ein herausragender Ruderer und gewann 1988 in Seoul mit dem Deutschland-Achter die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. „Natürlich frage ich ihn ab und an mal nach seiner Meinung - aber er redet mir generell überhaupt nicht ‘rein“, erzählt Julia Eichholz über die familiären Bande. Übrigens: Auch ihr älterer Bruder Jonas ist Ruderer, ebenfalls beim RC Witten.

Ob es die 1,78 Meter große Blondine selbst mal zu olympischen Ehren bringen wird? Ihr Ehrgeiz jedenfalls ist längst nicht gestillt. Bislang aber ist sie in einer nicht-olympischen Bootsklasse zu Hause. „Im Leichtgewichts-Bereich ist da nur der Doppelzweier dabei“, sagt die Abiturientin, die im Herbst „erstmal für drei Monate nach Australien“ abdüsen wird und sich dann Gedanken über das baldige Studium („irgendwas mit Wirtschaft“) machen will.

„Der Doppelvierer“, so Julia Eichholz, „ist genau mein Ding, auch wenn ich bei der Hügel-Regatta in Essen im Zweier gewonnen habe. Aber im Einer fühle ich mich nicht so wohl - da ist man immer so alleine.“ Da muss sich die RCW-Ruderin bei der Weltmeisterschaft in Österreich absolut keine Gedanken machen: Drei hochveranlagte Mitstreiterinnen werden mit ihr im Boot sitzen, mit aller Kraft an den „Skulls“ ziehen - und wenn möglich eine Medaille anvisieren.

 
 

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