Disc-Golfer zum ersten Mal in Witten

Volle Konzentration ist gefragt, damit die Scheibe das anvisierte Ziel erreicht. In Witten zeigten nun zahlreiche Disc-Golfer ihr Können.
Volle Konzentration ist gefragt, damit die Scheibe das anvisierte Ziel erreicht. In Witten zeigten nun zahlreiche Disc-Golfer ihr Können.
Foto: FUNKE Foto Services
Bei der Westfalen-Tour versuchen sich sechzig Teilnehmer in der noch jungen Disziplin. Deutscher Meister und WM-Teilnehmer gewinnt das Turnier in der Ruhrstadt.

Witten.. Zwölf Kettenkörbe standen am Samstag im Pferdebachtal verteilt, teils durch Büsche verdeckt, teils auf der offenen Wiese. Die bunten Scheiben segeln durch die Luft. Landen sie im Korb, rasseln die Ketten. Insgesamt sechzig Disc-Golfer kamen aus ganz NRW nach Witten, um die siebte Etappe der Westfalen-Tour im Disc-Golf auszuspielen. „Das war wirklich ein sehr schönes Turnier, wir sind sehr zufrieden“, sagte Werner Szybalski, NRW-Disc-Golf-Präsident.

Die Trendsportart Disc-Golf wurde zum ersten Mal in Witten gespielt: Im letzten Jahr hatten die Wittener Jusos, die den Sport aus Neuseeland kennen, die Initiative für Disc-Golf in Witten gestartet. Beim Disc-Golf wirft man mit Frisbees auf Kettenkörbe, die in der Landschaft stehen. Eine solche Anlage mit neun Körben könnte schon bald fest im Pferdebachtal installiert werden – die Politik muss dies bald entscheiden.

Teilnehmer begeistert vomGelände in Witten

Beim Turnier am Samstag warfen die besten Disc-Golfer des Landes um Bäume und Büsche herum – stets auf der Suche nach der besten Flugkurve. „Das Gelände hier ist super“, sagt Peter Fischer aus Lünen. Der 49-Jährige wirft gerade eine seiner Scheiben – ihm gelingt ein guter erster Wurf. Beim nächsten könnte er schon das Plastik in den Ketten des Korbes versenken. Fischer zielt und wirft. Die Scheibe segelt knapp vorbei. „Aaach“, ruft er enttäuscht aus. „Was bringt einem der beste erste Wurf, wenn man danach so was macht?“ fragt er in die Runde. Dennoch: Der Spaß steht an oberster Stelle, die Konkurrenten applaudieren sich gegenseitig. Nach acht Stunden Turnier gewinnt am Ende Marvin Hartmann aus Münster. Der 19-jährige Deutsche Meister ist der Star unter den Teilnehmern – er fliegt nächstes Wochenende zur Weltmeisterschaft in die USA. „Marvin hat bei den drei Durchgängen 38, 39 und 38 Würfe gebraucht“, so Szybalski, der mit dem Talent sehr zufrieden war. Für das Turnier hatte der Verband extra mobile Körbe aufgestellt. Der Parcours, der sich vom ehemaligen Ruhrtal-Platz an der Pferdebachstraße bis zur Uni und sogar bis zur Kleingartenanlage Gemeinwohl zog, war eigentlich für drei Versuche pro Bahn ausgelegt. „Wir haben uns da allerdings etwas verschätzt“, sagt der 55-jährige Disc-Golf-Präsident lachend. Alle Spieler brauchten deutlich länger für den Parcours als erwartet. „Am Ende mussten einige auch noch ihre Scheiben aus den Dornen sammeln“, so Szybalski. Zwar kamen nicht viele Wittener am Samstag zum Zuschauen ins Pferdebachtal, aber einige schauten dann doch vorbei – und probierten sich auch gleich mal selbst aus. „Wenn ich denen so zuschaue, dann habe ich selbst noch einiges an Luft nach oben“, sagt Jörg Dobrunz (48) lachend.

Ein Trägerverein muss her

Er kennt den Sport aus dem Revierpark in Dortmund-Wischlingen, wo auch eine Anlage steht. „Das ist ein Sport, für den man nicht viel braucht und der sehr günstig ist“, sagt seine Frau Stephanie. Die 47-Jährige ist von der Idee, Disc-Golf im Pferdebachtal zu spielen, begeistert. Und Sohn Ben? „Disc-Golf macht echt Spaß. Am besten ist dieses Gefühl, wenn die Scheibe mit Power losfliegt“, beschreibt der Zwölfjährige seine Eindrücke.

Er könnte sich auch vorstellen, mal mit seiner Sportklasse von der Hardenstein-Gesamtschule im Unterricht einige Scheiben zu werfen. Währenddessen brennt die Sonne vom Himmel. Die Sportler haben teils Schirme dabei, auf ihren Rücken tragen sie Taschen mit über zehn Scheiben. „Alle unterschiedlich, manche zum Weitwerfen, andere für Linkskurven“, erklärt ein Spieler. Auch Wittens Sportdezernent Frank Schweppe ist zum Turnier gekommen. „Das ist klasse. Witten war schon immer bekannt für seine Nischensportarten – da passt das gut ins Bild“, so der Verwaltungs-Mann. Eine Möglichkeit wäre es, einen geeigneten Trägerverein zu suchen.

Dieser Aufgabe will sich der Disc-Golf-Verband in den nächsten Wochen annehmen. Denn alle Spieler sind sich einig: „Hier eine Anlage? Das wäre super“, freut sich Spieler Heiko Meisterjahn (39) aus Dortmund. Derzeit gibt es in Nordrhein-Westfalen neun Bahnen. Der Bau der Anlage in Witten würde etwa 5000 Euro kosten, die über Spenden finanziert werden sollen, damit die Nutzung später kostenlos ist.

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