Trainingspartner unter sich

Positionskämpfe im Wasser: Im Auesee absolvierten die Triathleten ihre erste Disziplin und wurden von den vielen Badegästen angefeuert.
Positionskämpfe im Wasser: Im Auesee absolvierten die Triathleten ihre erste Disziplin und wurden von den vielen Badegästen angefeuert.
Foto: Peggy Mendel

Wesel.  Den Plan zur Titelverteidigung beim 4. Weseler Triathlon hatte Kirsten de Baey erst am Sonntagmorgen geschmiedet. „Ich habe mich spontan entschieden, doch noch mitzumachen“, erzählte die 23-Jährige wenige Stunden später. Aus der Idee sollte an diesem sonnigen Vormittag die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte werden. Als sie nach 1:05,37 Stunde durch den roten Zielbogen lief, war de Baey wieder die schnellste Frau des Volkstriathlons. Bei der spektakulären Veranstaltung am Auesee ließ sie auch Birte Rohs hinter sich.

Die Weselerin beendete den Wettkampf 2:29 Minuten später als Zweite und war darüber gar nicht unglücklich: „Ich bin im Moment nicht so gut im Training. Dafür war es ganz gut.“ An de Baey, die Aufsteigerin im hiesigen Ausdauersport, richtete Rohs ein dickes Lob: „Kirsten ist so gut geworden.“ Man kennt sich, man schätzt sich. Die beiden trainieren gemeinsam beim Hamminkelner SV und trafen sich erst am vergangenen Freitag beim Drevenacker Abendlauf.

Im Dreikampf aus 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen war de Baey diesmal die Schnellere. „Meine momentane Form ist wirklich gut.“ Die bekannten Routen am Auesee, der sich gestern als prächtiges und pulsierendes Freizeit-Revier zeigte, beflügelten die Hamminkelnerin zusätzlich: „Es ist immer wieder schön, hier zu sein.“

Hattrick für drei Bocholter

Das finden auch drei Bocholter, die von der ersten Stunde an beim Weseler Triathlon waren. Karsten Klütz, Frank Hanke und Tom Ketelaer wurden bei der Premiere 2010 Zweite im Staffelrennen und siegten nun in 1:00,25 Stunde zum dritten und vorerst letzten Mal. „Nach dem Hattrick ist es fair, jetzt aufzuhören und vielleicht im Einzel zu starten“, meinte Ketelaer, der nach seiner Laufrunde zur Abkühlung in den Auesee gesprungen war. „Das ist ein toller Wettkampf, der jedes Jahr verbessert wurde.“ Bei der Premiere, als alle noch lernen mussten, sei er in die falsche Richtung gelaufen, erzählte Ketelaer. „Aber mittlerweile gibt es überhaupt nichts mehr zu bemängeln.“

Lobende Worte hörten die leidenschaftlichen und im Laufe der Jahre fachkundig gewordenen Organisatoren vom Weseler TV von vielen Seiten: Volkstriathlon-Sieger Jörg Schumacher (58:34 Minuten/SC Wegberg), der in der Hansestadt sein Comeback nach zweijähriger Pause feierte, erlebte eine „tolle Veranstaltung“ und auch Uwe Röpstorf nahm „einen positiven Eindruck“ mit nach Hause. Der Mann vom SC Bayer 05 Uerdingen gewann den Kurztriathlon nach 2:02,57 Minuten und kündigte an, bei seinen Teamkollegen Reklame für das Event in Wesel zu machen. „Die Anlage hier bietet noch viel Platz. Der Triathlon hat definitiv Potenzial“, meinte er.

Überlegungen dieser Art konnte Felix Gerwers nach seinem gewaltigen Schlussspurt noch nicht wieder anstellen. Der 16-Jährige schmiss sich auf den Boden, kippte zwei Wasserbecher in sein Gesicht und japste nach Luft. „Ich habe alles gegeben“, presste er zwischen seinen schnellen Atemzügen heraus. Staffelkollege Ben Fest stand derweil entspannt daneben und lächelte. Gemeinsam mit Alexandra Bruns feierten die Schüler des Konrad-Duden-Gymnasiums ihre Triathlon-Feuertaufe in der Aue.

Dass sie wiederkommen werden, ist keine Frage.

 
 

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