Timm Golley wagt bei Fortuna Düsseldorf Sprung ins Profi-Lager

Die hat er sich verdient: NRZ-Mitarbeiter Andreas Nohlen (rechts) und Heike Kerseboom von Geschäft Waffen Lohmann, Hersteller der NRZ-Torjägerkanone, überreichen Timm Golley die Trophäe für 21 Treffer. (Foto: Heiko Kempken)
Die hat er sich verdient: NRZ-Mitarbeiter Andreas Nohlen (rechts) und Heike Kerseboom von Geschäft Waffen Lohmann, Hersteller der NRZ-Torjägerkanone, überreichen Timm Golley die Trophäe für 21 Treffer. (Foto: Heiko Kempken)
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool

Wesel..  Anstatt SV Budberg oder SV Neukirchen heißen die Gegner für Timm Golley in Zukunft RW Essen, Fortuna Köln oder RW Oberhausen. Zweimal am Tag trainiert er in der Vorbereitung mit der Reserve von Fortuna Düsseldorf, um sich in der am Wochenende beginnenden Saison in der neuen Fußball-Regionalliga West zu behaupten. „Das ist schon eine große Umstellung“, sagt der 21-Jährige, der bei der Übergabe der NRZ-Torjägerkanone noch einmal an seine Amateur-Zeiten beim PSV Lackhausen erinnert wird.

Die Lehre abgeschlossen

Und er erinnert sich gerne zurück. „Ich habe zwei tolle Jahre beim PSV Lackhausen gehabt“, erzählt Golley, der in der abgelaufenen Spielzeit 21 Mal für die Grünen in der Landesliga traf. Eigentlich waren es sogar 24 Tore in lediglich 21 Spielen für Golley, dessen drei Treffer gegen den SV Grieth durch den Rückzug der Klever Vordörfler aber annulliert wurden.

Bereits in der A-Jugend des SuS Dinslaken 09 hatte Golley zahlreiche Angebote vorliegen und entschied sich für den PSV. Dort konnte man ihn ein zweites Jahr halten, auch weil Golley unbedingt seine Lehre als Mechatroniker beenden wollte. „Sonst kommst du irgendwann vom Fußball nach Hause und hast gar nichts“, begründet der Torjäger seinen Entschluss.

In Lackhausen beeindruckte der Stürmer vor allem durch seine Schnelligkeit mit dem Ball. Seine technische Überlegenheit demonstrierte auch er gerne mit dem einen oder anderen „Tunnel“. Äußerst frech war beispielsweise der 4:2-Siegtreffer gegen den VfR Fischeln, als er das Leder mit einem Schuss überkreuz hinter dem Standbein am verdutzten Keeper vorbei schoss. „Ich möchte nicht den Torwart blöd aussehen lassen, sondern das Tor machen. Und wenn der Ball gut liegt, machst du dir keine Gedanken mehr. Aber diesen Schuss würde ich in Düsseldorf wahrscheinlich nicht probieren“, erzählt Timm Golley, der keine Angst davor hat, im bezahlten Fußball härter angegangen zu werden. „Auch in der Landesliga gibt es Spieler, die nur darauf aus sind, dich zu legen. Deswegen werde ich jetzt nicht anders spielen.“

In den ersten fünf Testspielen und zwei kleinen Turnieren brachte es Golley bei seinem neuen Arbeitgeber bereits auf acht Treffer. Anfangs noch in der Spitze aufgeboten, stellt der neue U 23-Coach der Fortuna, Taskin Aksoy, den Dinslakener im 4-2-3-1-System mittlerweile auf die rechte offensive Außenbahn. „Da hatte ich zuletzt in der C-Jugend gespielt, das ist eine Umstellung. Aber ich spiele dort, wo der Trainer mich hinstellt und will mich überall durchsetzen“, sagt der ehemalige PSVer schon ganz im Stile eines Berufsfußballers.

Umstellung fällt nicht leicht

Besonders groß war für Timm Golley als Profi auch die Umstellung in Sachen Ernährung. „Darüber habe ich mir früher keine großen Gedanken gemacht, aber darauf wird in Düsseldorf großen Wert gelegt“, erläutert der 21-Jährige. „Nudeln kommen mir langsam aus den Ohren raus. Und ein Eis vor dem Fernseher weiß man jetzt ganz anders zu schätzen.“

Genießen kann er kulinarische Belohnungen auch ganz ruhig, wenn Fußball übertragen wird. „Ich habe Sympathien für den einen oder anderen Verein, aber ich bin kein wirklicher Fan einer Mannschaft. In erster Linie will ich guten Fußball sehen.“

Den wollen die Landeshauptstädter auch von ihrer ersten Mannschaft in der Bundesliga geboten bekommen. Irgendwann mit Timm Golley? „Das ist natürlich ein Traum, in dieser Arena zu spielen. Aber ich setze die Ziele lieber niedrig, um sie dann zu übertreffen, als enttäuscht zu werden. Ich werde immer versuchen, mich anzubieten.“

Und wie wird der PSV ohne seine Tore auskommen? „Das weiß ich nicht. Aber sie haben mit Dario Floris, Dennis Sengbusch und Marian Michels gute Leute geholt. Ich wünsche dem PSV viel Glück.“

 
 

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