Speldorfer Sponsor meldet Insolvenz an

Am Niederrhein.  Die Telba AG, ein herstellerunabhängiges Unternehmen in der Informations- und Telekommunikationsbranche und gleichzeitig langjähriger Hauptsponsor des VfB Speldorf, hat beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz beantragt. Der Geschäftsbetrieb soll aber unverändert weiterlaufen. Daher sind die Folgen für den Mülheimer Fußball-Oberligisten, Konkurrent des Aufsteigers PSV Lackhausen, zurzeit nicht absehbar.

„Wir müssen jetzt erst einmal abwarten, wie die Strategie des Telba-Vorstandes aussieht“, sagt Manager Ingo Pickenäcker, der selbst bei der Telba angestellt ist. Daher war er auch gestern bei einer Betriebsversammlung vor Ort sein. Dort wollte der Firmenvorstand sein weiteres Vorgehen darlegen.

Pickenäcker macht aber keinen Hehl daraus, dass ein Verlust des langjährigen Partners den VfB hart treffen würde. „Niemand würde diese Lücke schließen können, schließlich haben wir keinen zweiten Sponsor griffbereit in der Schublade liegen“, so der Manager.

Der Traditionsverein vom Blötter Weg befindet sich längst notgedrungen auf Sparkurs. Die Zuschauerzahlen im Speldorfer Quellgebiet, wo sich einst oft über 1000 VfB-Freunde eingefunden hatten, ist ein freundlicher Gruß aus der Vergangenheit. Im Ruhrstadion, in das die Speldorfer zu NRW-Liga-Zeiten im Oktober 2010 umgezogen waren, verlieren sich bei den Punktspielen oft weniger als 150 zahlende Zuschauer.

Die Mannschaft rekrutiert sich aus Spielern, die für kleines Geld am Ball sind und sich auf der Mülheimer Bühne für andere Klubs anbieten wollen. Entsprechend groß ist die Fluktuation nach der Saison. Obwohl Manager Pickenäcker und Trainer Oliver Röder im letzten Jahr ein gutes Händchen bewiesen und den VfB in gesicherte Tabellengefilde führten, dürfte es bei einem Wegfall der Telba-Zuwendungen wohl immer schwerer werden, die Kosten für die Oberliga zu stemmen.

Panik möchte der Manager aber noch nicht verbreiten. „Wir haben mit dieser Situation nicht gerechnet. Wenn unser Vorsitzender Klaus Wörsdörfer aus dem Urlaub zurückkommt, werden wir uns gemeinsam Gedanken über unser weiteres Vorgehen machen“, erklärt Pickenäcker. Der Manager weiter: „Vielleicht finden sich in Zukunft ja sogar neue Sponsoren, die sich für einen Traditionsverein engagieren möchten.“

Bis dahin läuft im Ruhrstadion die Arbeit ganz normal weiter. Gestern Abend gastierte die VfB-Elf in ihrem zweiten Testspiel beim Bezirksligisten Rot-Weiß Lintorf. Neuer Trainer der Rot-Weißen ist Andreas Lüttenberg, der während der vergangenen Saison bei Blau-Weiß Mintard das Handtuch warf und anschließend kurzzeitig den Essener Bezirksligisten TuS Holsterhausen übernahm.

 
 

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