Schwimmverein ist fest verankert im Weseler Stadtleben

Andere Zeiten, andere Kleidung: das Herren-Schwimmteam des 1. Weseler SV im Jahre 1920.
Andere Zeiten, andere Kleidung: das Herren-Schwimmteam des 1. Weseler SV im Jahre 1920.

Wesel..  Die Vorbereitungen für die Jubiläumsfeier am Wochenende lassen Klemens Henrichs seit Wochen vergessen, dass er eigentlich im Ruhestand ist. Der Vorsitzende verhehlt nicht den „Stress“, den der 100. Geburtstag des 1. Weseler Schwimmverein mit sich bringt. Das Fest mit Wettschwimmen und Auftritt der kölschen Partyband „Höhner“, für den bisher rund 1300 der 2000 Karten verkauft sind, soll eine Veranstaltung für alle Weseler werden - ganz im Sinne der Vereinsphilosophie.

„Wir sind breitensportlich aufgestellt“, sagt Henrichs. „In unserer Satzung steht, dass möglichst viele Kinder bei uns das Schwimmen erlernen sollen. Viele Weseler sind so irgendwann einmal in Kontakt mit dem Verein gekommen.“ 639 Mitglieder, davon 457 Kinder und Jugendliche, bedeuten eine - auch finanziell - stabile Basis.

Entscheidend für das Fortbestehen des 1. WSV ist das Kursprogamm, das vor allem die Aquafitness umfasst. „Die Kurse sind ein wesentlicher Baustein und ermöglichen uns die Anstellung von Trainingsassistenten für unsere Wettkampfmannschaft“, betont Henrichs. Rund 40 Talente schwimmen in der Gruppe, in die weitere 60 zukünftig nachrücken werden. Die begrenzten Wasserzeiten stellen die Verantwortlichen jedoch angesichts des großen Zulaufs im Nachwuchsbereich vor organisatorische Herausforderungen. „Der Weg der Zukunft kann nur lauten: Kooperation mit anderen Vereinen, um mehr Wasserzeiten anzubieten“, erklärt Henrichs.

Zunächst gilt es allerdings eine Lösung zu finden, um die bald anstehende Sanierung des Heubergbades zu überbrücken. „Ich hoffe, dass wir die Zeit heil überstehen, aber noch müssen wir über diese ungelegten Eier nicht reden“, meint Henrichs. Es wäre nicht die erste Krise, die der 1. Weseler Schwimmverein im vergangenen Jahrhundert gemeistert hätte. Die lange, wechselvolle Geschichte erfüllt Henrichs mit „Stolz“, er empfindet sie aber auch als „Auftrag an uns, den Staffelstab weiterzugeben.“

Chronik des 1. Weseler Schwimmvereins:

1914: Der Weseler Schwimmverein wird in jenem Jahr gegründet, in dem auch der Erste Weltkrieg beginnt.

1920: Der Weseler Sportverein und der Weseler Turnverein gehen im WSV auf.

1930er Jahre: Nach Plänen von Josef Vogt entsteht im Rheinhafen ein eigenes Bad für den Verein, der nach Gründung zweier weiterer Clubs die Eins vor dem Namen trägt.

1939: Die Rheinbadeanstalt wird an der Stelle eröffnet, an dem noch heute das Freibad liegt.

1949: Der 1. WSV darf den Sportbetrieb in der jungen Bundesrepublik wieder ein Eigenregie führen.

1952: Nach gründlicher Renovierung wird das Rheinbad eingeweiht.

1964: Im Parkettsaal der Niederrheinhalle feiern die Mitglieder das 50-jährige Bestehen ihres Vereins.

1965: Bürgermeister Kurt Kräcker weiht das Hallenbad an der Gantesweiler Straße mit einem Sprung vom Drei-Meter-Brett ein - und trägt dabei einen schwarzen Anzug.

1972: Beim Stiftungsfest freut sich der 1. WSV auf das zweite Hallenbad in Obrighoven.

1986: Erstmals geht es zum 24-Stunden-Schwimmen ins Wasser.

1994: Mit der Schließung des Hallenbades Mitte setzt ein Mitgliederschwund ein.

1996: Kurz vor Weihnachten wird das Heubergbad eröffnet.

2001: Im angebauten Lehrbecken finden von nun an die Anfängerkurse statt.

2005: Das Ende des Hallenbades Ost schränkt die Wasserzeiten merklich ein.

2008: Die erste Auflage des Hanse-Schwimmfestes wird ein voller Erfolg.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen