PSV Lackhausen will die gute Ausgangslage nutzen

Jim Grimm (Mitte), Timo Giese (hinten) sowie der Kapitän und künftige Coach des PSV Lackhausen, Björn Assfelder (r.), wollen mit den Grünen am Sonntag in Königshardt auf einen Nicht-Abstiegsplatz klettern.
Jim Grimm (Mitte), Timo Giese (hinten) sowie der Kapitän und künftige Coach des PSV Lackhausen, Björn Assfelder (r.), wollen mit den Grünen am Sonntag in Königshardt auf einen Nicht-Abstiegsplatz klettern.
Foto: WAZ FotoPool
Der Abstiegskampf in der Fußball-Landesliga hat es in sich. Mit einem Sieg in Königshardt kann der PSV Lackhausen ans rettende Ufer springen.

Wesel..  Nicht zuletzt dank des Zweitliga-Absteigers VfR Aalen, der nun doch seine Unterlagen für die Dritte Liga eingereicht hat – diese müssen aber noch geprüft werden – gleicht die Vorhersage, wie viele Mannschaften in den Klassen bis hinunter in die Fußball-Landesliga auf- und absteigen, dem Blick in eine Glaskugel. Glasklar ist immerhin, dass der PSV Lackhausen (10. Platz/33 Punkte) mit einem Sieg am Sonntag (15.15 Uhr) bei dem bereits wieder abgestiegenen Neuling Sportfreunde Königshardt (13./13) vor dem Saisonfinale mindestens auf den neunten Rang und damit einem Nicht-Abstiegsplatz klettern würde.

„Vielleicht sehe auch nur ich das so, aber ich finde es mittlerweile komplett daneben, diese ganzen Relegationen im Amateurbereich von den Profiligen abhängig zu machen“, sagt Trainer Roger Rütter, der wohl nicht alleine mit dem PSV ein Problem hätte, an der für den 10. und 14., bzw. 17. Juni angesetzten Relegation teilzunehmen. „Alle freuen sich auf ihre Mannschaftsfahrten und Ende Juni sind Sommerferien. Ich glaube nicht, dass Leute, die so etwas planen, schulpflichtige Kinder haben.“ Hinzu kommt, dass die Relegation durch die vom Profibereich aus (noch) nicht ausgelösten Kettenreaktionen möglicherweise nur vorsorglich gespielt wird. Unbefriedigende Aussichten für alle Beteiligten.

Dass der PSV in einer 14er-Gruppe mit derzeit 33 Punkten nach 24 Spielen noch absteigen könnte, ist dem letzten Jahr der Ligen-Reformen sowie der ausgeglichenen Gruppe geschuldet. Dass die Grünen nicht mehr Zähler auf dem Konto haben, liegt unter anderem am Hinspiel, wo sie trotz einer 2:0-Führung und zwei Platzverweisen für den Gegner (69./86.) sich gegen das bis dato sieglose Schlusslicht mit einem 2:2 begnügen mussten.

„Beim 2:1 haben wir verletzungsbedingt mit zehn gegen zehn gespielt und ein Standardtor wie beim 2:2 kann man auch mit elf gegen neun bekommen“, sagt Rütter. Trotzdem sei der PSV natürlich selbst schuld gewesen. „Wir haben trotz vieler Chancen das 3:1 nicht gemacht.“

Klejonkin mit fünfter Verwarnung

Ähnlich wie zuletzt der abgestiegene VfB Bottrop, den der PSV mit 1:0 niederkämpfen musste, machen auch die Königshardter keine Anstalten, den Gegnern auf ihrer Abschiedstour etwas zu schenken. Der Tabellenzweite FSV Duisburg mühte sich zu einem 3:2, der noch im Abstiegskampf befindliche VfB Speldorf kam in Königshardt zuletzt trotz eines 4:1 bis zur 81. Minute nicht über ein 4:4 hinaus. „Es wird wieder ein sehr schweres, intensives Spiel“, glaubt Rütter. „Trotzdem ist unsere Ausgangslage gut – aber wir müssen sie auch nutzen!“

Nicht dabei sein wird Viktor Klejonkin (5. gelbe Karte). Dieser war in der Rückrunde in die Offensive vorgerückt und dort mit seiner körperbetonten Spielweise stets mutig vorangegangen. Zudem steuerte der schussgewaltige Hüne zu den fünf Siegen in den letzten sieben Partien vier Treffer bei. „Natürlich fehlt er uns, aber wir haben Alternativen“, so Rütter. Schließlich seien so viele eingeplante Spieler wie Dennis Sengbusch, Christopher Abel, Marvin Schweds, Marian Michels oder auch David Mittelstädt ausgefallen. „Aber wir haben nie gejammert. Da sind immer Akteure wie Johannes Bruns von null auf hundert oder Stephan Sanders mit insgesamt vielleicht zehn Trainingseinheiten in die Bresche gesprungen. Deswegen kann ich jetzt schon nur den Hut vor der Truppe ziehen“, so Rütter.

Mit einem Sieg mindestens auf Rang neun würde der PSV klettern, da der Duisburger SV (7./35) und SF Niederwenigern (8./34) aufeinandertreffen und damit nicht beide Teams mindestens 36 Punkte erreichen können. „Warum die am vorletzten Spieltag allerdings schon am Samstag gegeneinander spielen dürfen, muss ich auch nicht mehr verstehen“, so Rütter. Zudem muss der VfB Speldorf (9./34) beim SV Burgaltendorf (11./30) antreten, für den es die letzte Chance sein dürfte, den direkten Klassenerhalt noch anzuvisieren. Der PSV Lackhausen könnte am Sonntag also der große Gewinner im Abstiegskampf sein. Grundvoraussetzung ist der Pflichtsieg beim Absteiger in Königshardt.

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