Nervosität besiegt das Weseler Talent Annalena Diks

Enttäuschter Blick: Annalena Diks gibt ihrer starken englischen Gegnerin Samodani Wijetunge nach der Erstrundenniederlage die Hand. Bereits heute bieten sich in der Rundsporthalle jedoch neue Chancen für die Weselerin.
Enttäuschter Blick: Annalena Diks gibt ihrer starken englischen Gegnerin Samodani Wijetunge nach der Erstrundenniederlage die Hand. Bereits heute bieten sich in der Rundsporthalle jedoch neue Chancen für die Weselerin.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Den Auftakt hatte sich Annalena Diks anders vorgestellt. Doch beim Sechs-Nationen-Turnier in eigener Halle schied das Weseler Talenet jeweils in Runde eins aus.

Wesel..  Der Teamwettbewerb beim Sechs-Nationen-Turnier beginnt eigentlich erst heute Nachmittag, doch Annalena Diks konnte sich bereits gestern auf ihre Mannschaftskollegen verlassen. Im Kreis der Jugendlichen, die auf ihren rot-weißen Trainingsanzügen den Schriftzug „Germany“ tragen, lächelte die 15-Jährige wieder. Die Scherze und Gespräche auf der Tribüne der Rundsporthalle halfen der Lokalmatadorin mit ihrer Enttäuschung umzugehen. Der Saisonhöhepunkt der besten europäischen U 17-Badmintonspieler startete für Diks anders, als ihn sich das Talent des ausrichtenden BV Wesel RW gewünscht hatte.

Die 13:21, 18:21-Niederlage im Mixed mit Max Kick (PTSV Rosenheim) gegen das englische Duo George Priestman/Fee Teng Liew schmerzte am Morgen noch nicht außerordentlich. Mixed ist nicht Diks’ Spezialdisziplin, zudem spielte sie erstmals an Max Kicks Seite. Es galt also, das Aus zu akzeptieren, abzuhaken und den Fokus auf das folgende Auftaktspiel im Einzel zu richten.

Die nötige Spannung verwandelte sich jedoch in hinderliche Anspannung. In ihrem Duell mit Samodani Wijetunge gingen die ersten acht Punkte an die Engländerin. „Ich war ein bisschen nervöser als sonst“, sagte Diks hinterher und hätte dabei nicht ihre Augen niederschlagen müssen, wie sie es tat. Auf dem Feld hatte sie mit der Aufregung gerungen, kleine Pausen eingelegt, doch die Verkrampfung löste sich nicht. Ihre starke Gegnerin, die später auch die an Position zwei gesetzte Schwedin Johanna Magnusson besiegte, ließ Diks nicht zu ihrem Spiel finden. „Zu viele leichte Fehler“, stellte sie selbstkritisch nach der 6:21, 9:21-Niederlage fest, die mit einem Aufschlag ins Netz endete. Am Nachmittag schied Diks mit Miranda Wilson (SG Schorndorf) gegen die favorisierten Däninnen Cecilie Finne-Ipsen/Elisa Melgaard nach einem 17:21, 14:21 in der ersten Runde aus.

Der Eröffnungstag des Sechs-Nationen-Turniers wurde wie erwartet von den dänischen und französischen Talenten dominiert. Turnierdirektor Holger Schmidt hatte zwischenzeitlich die Muße, das mitunter hochklassige Badminton zu genießen. Für einige Minuten saß er zusammen mit Turniermanager Ulrich Matulat und BV-Kassenwart Hans-Dietmar Michels entspannt auf einer Bank am Spielfeldrand. „Wann gab es das denn mal?“, fragte Schmidt und musste lachen. „Der erste Tag war lockerer, als wir uns vorgestellt haben.“

Die Dinge in der Rundsporthalle entwickelten sich zur Zufriedenheit der Rot-Weißen: Die NIAG-Busse hatten die Schweden und Engländer rechtzeitig vom Welcome-Hotel zur Halle gebracht. Dort ließen sich die Spieler an den „Team-Tables“ das Essen des Caterers schmecken. Und neben den Schiedsrichtern fanden sich ausreichend viele Helfer, die die Matches leiteten und über Tablets das Livescore-System auf den Groß-TV-Geräten an den Feldern und im Internet bedienten.

„Unser erster Eindruck ist sehr gut“, meinte Lorraine Cole. Die englische U 17-Nationaltrainerin lobte die Organisatoren für den „schönen Rahmen“ in der Rundsporthalle. Die Blumenkästen in den Basketballkörben, die illuminierten Wände, die mehrsprachigen Speisekarten – die liebevolle und detailreiche Vorbereitung der Rot-Weißen blieb den Gästen von der Insel nicht verborgen. „Das ganze Team fühlt sich bisher in Wesel wohl“, sagte Cole, die sich auch begeistert vom Welcome-Hotel und der angrenzenden Rheinpromenade zeigte.

Heute geht das Sechs-Nationen-Turnier ab 9 Uhr mit den Halbfinals im Doppel und Einzel sowie ab 11.30 mit den Endspielen weiter. Um 15.30 Uhr startet der Teamwettbewerb mit dem Duell Deutschland gegen England und neuen Chancen für Annalena Diks.

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