Martin Valkyser kehrt zum Aufsteiger SV Wesel zurück

Der Sportpreis des Monats als Lohn für den Aufstieg: Die erste Schach-Garnitur des SV Wesel kehrt nach 15 Jahren in die Regionalliga zurück.
Der Sportpreis des Monats als Lohn für den Aufstieg: Die erste Schach-Garnitur des SV Wesel kehrt nach 15 Jahren in die Regionalliga zurück.
Foto: Foto: Gerd Hermann
  • Mit dem Sportpreis des Monats ist die erste Schach-Garnitur des SV Wesel ausgezeichnet worden
  • Dem Team aus der Hansestadt gelang nach 15 Jahren die Rückkehr in die Regionalliga
  • Eine weitere Rückkehr steht für die kommende Saison an: Martin Valkyser ist wieder dabei

Wesel..  15 Jahre nach dem letzten Spiel in der Regionalliga und neun Jahre nach dem letzten Besuch der Jury in den schmucken Räumlichkeiten der Zitadelle erhielten die Schachspieler des SV Wesel wieder den Sportpreis des Monats. War es zuletzt der Nachwuchs, der den Sprung in die NRW-Liga geschafft hatte, so brachte diesmal den Senioren die Rückkehr in die Regionalliga die begehrte Auszeichnung. Gesponsert wird der Sportpreis des Monats von der Volksbank Rhein-Lippe und Ropa-Sport, unterstützt von der Stadt Wesel und dem Stadtsportverband sowie präsentiert von der Neuen Rhein Zeitung. Zur Urkunde gehört ein Warengutschein in Höhe von 500 Euro.

Der Saisonauftakt war mit einer Niederlage gegen den großen Konkurrenten aus Rheydt daneben gegangen. Am sechsten Spieltag schien nach dem enttäuschenden Remis in Solingen bereits alles vorbei. Doch auch die Konkurrenz ließ noch Federn und so schaffte der SV Wesel am letzten Spieltag doch noch den Triumph in der Verbandsliga und damit den Aufstieg.

„Nachdem wir im letzten Jahr schon nur unglücklich aufgrund der Brettpunkte gescheitert waren, war der Aufstieg auch unser Ziel. Aber zwischenzeitlich hatte es danach nicht mehr ausgesehen“, räumt Wesels Mannschaftsführer Thomas Dickmann ein. „Am Ende haben wir auch Glück gehabt.“ Dabei scheint Glück die letzte Komponente, die ein Schachspiel entscheiden kann. Aber die personellen Voraussetzungen sind naturgemäß nicht immer gleich und besitzen viel Einfluss auf eine komplette Saison.

Am Personal für die kommende Saison, die für den Aufsteiger am 11. September bei den Schachfreunden Heinsberg beginnt, gibt es eine Veränderung zum Positiven. Martin Valkyser, jahrelang die Weseler Nummer eins und Mitglied des DM-Vizemeister-Teams der Jugend aus dem Jahr 1983, kehrt sportlich in die Hansestadt zurück. „Er hat zwischenzeitlich in Katernberg in der NRW-Liga gespielt und wird unsere Nummer zwei“, sagt Dickmann.

Die Nummer eins bleibt Olav Schoonenberg, der ebenso wie Jan Fleuren (Nr. 4) aus den Niederlanden kommt. „Wir haben uns bei einem Turnier kennengelernt. Beide spielen in Nimwegen in der zweiten holländischen Liga, wo ich auch schon mal als Ersatz dabei war“, erzählt Dickmann, in Wesel an Brett fünf agierend. Das künftige Team komplettieren Dieter Bohnes, Oskar Braun, Reinhard Murina, Christoph Krebel, Mirko Kupinski und Christian Schumann.

„Das Ziel ist natürlich nur der Klassenerhalt“, sagt Dickmann mit Blick auf so starke Gegner wie die Elberfelder SG, den Krefelder SK oder die Reserve des Düsseldorfer SK. Gemeinsam trainiert und analysiert wird zumeist freitags in der Zitadelle, aber auch viel individuell. „Computer haben den Reiz am Spiel nicht verringert“, beteuert SVW-Vorsitzender Ulrich Dimmek, der auch in zwei Partien der ersten Mannschaft am Brett saß.

Handy-Verbot an den Tischen

Im Internet ist quasi alles über Schach zu finden, auch Datenbanken über die jeweiligen Gegner. Folgenschwere Fehler vermeiden, Muster erkennen und in der entscheidenden Phase der Partie bestimmte Dinge einfach abrufen können, darauf wird es für die Hansestädter in der 5. Liga mehr denn je ankommen.

Selbstverständlich verboten sind eingeschaltete Handys auf dem Tisch. „Beim Klingeln des eigenen Telefons hat man die Partie sofort verloren“, erläutert Thomas Dickmann. Denn in Zeiten, in denen selbst Weltmeister Probleme gegen die künstliche Intelligenz aus der Westentasche bekommen, wäre die Verlockung einer Suche nach Tipps einfach zu groß.

Die Regionalliga-Rückkehr war das Highlight einer ereignisreichen Saison für die Weseler Schachspieler. Die dritte Mannschaft feierte den Aufstieg in die Bezirksliga, die „Vierte“ in die Bezirksklasse. Die Reserve dagegen stieg aus der Verbandsklasse ab und agiert künftig in einer Liga mit dem dritten Team. Zudem stellt der SV Wesel zwei Jugendmannschaften. Die U 20 startet ihre Saison in der Regionalliga am 19. November in Kleve. Das zweite Nachwuchsteam ist auf Kreisebene unterwegs.

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