Erfolgreiche Weseler Badminton-Amateure unter den Profis

Thorsten Hukriede und Steffi Ruberg mit ihren WM-Medaillen und dem 500-Euro-Gutschein. Während der Auszeichnung in der Rundsporthalle musste Michaela Hukriede, die in Helsingborg ebenfalls erfolgreich war, zu Hause die Kinder hüten.
Thorsten Hukriede und Steffi Ruberg mit ihren WM-Medaillen und dem 500-Euro-Gutschein. Während der Auszeichnung in der Rundsporthalle musste Michaela Hukriede, die in Helsingborg ebenfalls erfolgreich war, zu Hause die Kinder hüten.
Foto: FUNKE Foto Services
Bei der Altersklassen-WM in Schweden hielten die Akteure des BV Wesel RW nicht nur gut mit, sondern gewannen fünf Medaillen. Dafür gab es nun den Sportpreis des Monats.

Wesel.  Auf dem Weg zur Preisverleihung von ihrem Wohnort Bochum nach Wesel haben sie deutlich länger im Stau gestanden als auf der 800 Kilometer langen Fahrt nach Schweden. Verspätet, aber verdient bekommen die Medaillengewinner der Altersklassen-Weltmeisterschaft vom Badminton-Verein Wesel RW in der Rundsporthalle dann doch noch den Sportpreis des Monats überreicht. Die Auszeichnung wird gesponsert von der Volksbank Rhein-Lippe und Ropa-Sport, unterstützt von der Stadt Wesel und dem Stadtsportverband, präsentiert von der Neuen Rhein Zeitung und ist mit einem Warengutschein in Höhe von 500 Euro verbunden.

„Das kann man schon ganz gut gebrauchen, zumal man selbst bei solchen Ereignissen wie Weltmeisterschaften eigentlich kaum Unterstützung erfährt“, sagt Thorsten Hukriede. Mit drei Silber- und zwei Bronzemedaillen waren die Rot-Weiß-Routiniers aus dem schwedischen Helsingborg heimgekehrt. Thorsten Hukriede erreichte sowohl im Einzel als auch im Mixed mit Gattin Michaela das Finale der O 35. Zudem war für Michaela Hukriede mit Steffi Ruberg im Damendoppel der O 40 erst im Halbfinale Endstation, Bronze der Lohn.

„Der sportliche Erfolg dort war das i-Tüpfelchen einer rundum tollen Veranstaltung“, so Steffi Ruberg, die mit ihrer Zwillingsschwester und Nachbarin Michaela „auf eine Medaille gehofft hatte, ohne es auszusprechen“. Thorsten Hukriede betont nach wie vor, trotz des dreifachen EM-Triumphes vor drei Jahren in Sofia „mit nichts“ gerechnet zu haben. „Das war von der Besetzung her einfach noch einmal an ganz anderes Kaliber. Mittlerweile treten zu den Altersklassen-Weltmeisterschaften tatsächlich viele ehemalige Profis an“, so der 39-Jährige, der im Doppel ohne seinen verletzten Stammpartner Björn Wippich mit dem Niederländer Ewoud Tan erwartungsgemäß im Viertelfinale gegen den zweifachen Weltmeister und Olympiasieger der offenen Klasse, Tony Gunawan (USA) und Flandy Limpele (Indonesien), mit 10:21, 15:21 gescheitert war.

Schulter schmerzt immer noch

Hukriede wurde in Schweden des öfteren nach seiner Profi- oder Nationalmannschaftskarriere gefragt, konnte diesbezüglich aber immer nur mit der auch jetzt noch schmerzenden Schulter zucken. Nicht neu waren für ihn dagegen die Auftritte auf dem TV-Court. „Ein Doppel mit meiner Beteiligung bei den Bitburg Open wurde mal bei Eurosport übertragen – ich glaube, vor 15 Jahren“, lacht der Kapitän des Weseler Zweitliga-Teams.

Ziemlich ernst wird der Vize-Weltmeister, wenn die Sprache auf eben diese rechte Schulter kommt. Die Eckgelenksentzündung hatte sich durch die 14 Partien innerhalb einer Woche in Helsingborg stark verschlimmert, weshalb Hukriede zuletzt sogar bei den beiden Heimpartien des akut abstiegsbedrohten Zweitligisten zuschauen musste. Am 28. November steht das möglicherweise vorentscheidende Kellerduell zu Hause gegen Gifhorn an. „Ich werde alles versuchen, um dabei zu sein“, so der 39-Jährige. „Aber ich kann wirklich nicht sagen, ob es schon wieder funktioniert.“

Des einen Leid ist des anderen Freud: Da Thorsten Hukriede wegen seiner Verletzung derzeit auf den montäglichen Weg nach Wesel verzichtet, kann er mit Nachbar und BV-Urgestein Dirk Ruberg zu Hause die Kinder hüten, während die Ehefrauen Steffi und Michaela in der Rundsporthalle aufschlagen. Die beiden 44-Jährigen halten sich eigentlich zweimal pro Woche mit einer Trainingsgruppe in einem Center in Wattenscheid fit, spielen aber noch für den BV in der zweiten und dritten Mannschaft. „Ich versuche, für Lena Fischer hier schon so etwas wie ein Vorbild zu sein“, so die topfitte Steffi Ruberg, die mit der 29 (!) Jahre jüngeren Kollegin beide bisherigen Doppelauftritte in der Verbandsliga gewann.

Lena Fischer, vor gut zwei Jahren selbst die Ausgezeichnete, wartet geduldig, bis Preisverleihung und Zeremonie endlich beendet sind und es auf dem Feld losgehen kann. Thorsten Hukriede dagegen absolviert einsam und ohne Schläger seine Feldläufe. Denn von nichts kommt nichts – und schon gar kein Sportpreis des Monats.