Eine U 18-Gala löst das Springermeeting ab

Das Auestadion in Wesel war mehrfach Schauplatz hochkarätiger Leichtathletik-Veranstaltungen, zuletzt im Juni 2014 mit der DM der U 23. Nun solldie U 18-Gala des DLV in der Hansestadt ihr Zuhause finden.
Das Auestadion in Wesel war mehrfach Schauplatz hochkarätiger Leichtathletik-Veranstaltungen, zuletzt im Juni 2014 mit der DM der U 23. Nun solldie U 18-Gala des DLV in der Hansestadt ihr Zuhause finden.
Foto: Wolfgang Birkenstock
Das Springermeeting 2013 war das letzte seiner Art in Wesel. Demnächst gibt es beim Weseler TV eine U 18-Gala des DLV.

Wesel..  Der Weseler TV hat das Kapitel Springermeeting endgültig zugeschlagen. Dabei ist es allerdings eine eher unvollendete Geschichte, da der deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) der 20. Auflage im letzten Jahr bekanntermaßen kurzfristig die Genehmigung entzogen hatte. Auf eine nachgeholte Jubiläumsveranstaltung in diesem Jahr verzichtet der WTV, widmet sich lieber anderen Projekten. An die Stelle des Springermeetings tritt die U 18-Gala des DLV. Ob das Auestadion allerdings schon 2015 oder erst im kommenden Jahr Schauplatz einer internationale Großveranstaltung der Altersklasse U 18 wird, dies entscheidet sich Ende des Monats.

Für Manfred Frach stellt ein internationales Meeting für den Nachwuchs die logische Konsequenz eigener Arbeit dar. „Das ist auch unserer Situation geschuldet, denn wir sind ganz klar auch den Nachwuchs fokussiert“, sagt der Leichtathletik-Abteilungsleiter des Turnvereins. Außerdem sei er in den letzten Jahren weniger glücklich mit dem Springermeeting gewesen. „Es gab immer Diskussionen über Termin und Teilnehmer. Wir hätten es mit unserem Budget nie zustande gebracht, in Sachen Teilnehmer eine stabile Situation zu schaffen.“ Rund 4000 Euro umfasste zuletzt der Etat, zu wenig um Stars Antrittsprämien zahlen zu können.

Also überlegten die Verantwortlichen im Verein und entschlossen sich zu einem Schlussstrich unters Springermeeting. Und da der DLV trotz der Differenzen im vergangenen Jahr signalisierte, am Austragungsort Wesel für ein Groß-Event festhalten zu wollen, kam die U 18-Gala des DLV ins Spiel. „So etwas hat immer schon mal stattgefunden“, weiß Manfred Frach – meist in Schweinfurt. Daraus soll nun eine Regelmäßigkeit entstehen, in Absprache mit dem DLV und Schweinfurt. Dabei rechnet der Abteilungsleiter eher damit, dass Schweinfurt beginnt „und wir erst 2016 anfangen. Aber wenn der DLV sagt, dass wir es jedes Jahr machen sollen, dann haben wir auch kein Problem damit.“

Budget wie beim Springermeeting

Der Termin für diese U 18-Gala wird vom Leichtathletik-Verband vorgegeben. Erfahrungsgemäß sollte die Veranstaltung Ende Juni/Anfang Juli stattfinden. Dabei ist zunächst von einem Ein-Tages-Meeting auszugehen, im zweiten oder dritten Jahr könnte daraus auch eine Zwei-Tage-Veranstaltung werden. Das Programm soll auch ein wenig gestrafft daherkommen. „Es wird nicht die komplette Palette aller Disziplinen angeboten“, meint Frach, der aber auch damit zurecht käme. Dabei möchte der Abteilungsleiter den guten Ruf der Hansestadt bei der Ausrichtung derartigen Events weiter festigen. „Ich sehe es durchaus so, dass wir uns durch die U 18-Gala etablieren können. Vielleicht werden wir dann auch mal für eine U 18-EM angesprochen.“

Doch dies ist alles noch Zukunftsmusik. Derzeit widmen sich die Vereinsverantwortlichen erst einmal den Sponsoren, die beispielsweise schon beim Springermeeting mit dabei waren. Denn auch bei der U 18-Gala hat der Ausrichter für Kosten wie die Unterbringung der Athleten aufzukommen. „Wir werden ein ähnliches Budget wie für das Springermeeting benötigen“, erläutert Manfred Frach. Auch wenn der DLV als Veranstalter auftritt, „er stellt uns vielleicht die Startnummern zur Verfügung oder übernimmt die Kosten für die Doping-Kontrolle“.

Einer „bedeutenden Nachwuchs-Veranstaltung“ in der Hansestadt steht also nichts mehr im Wege. Und sie wird auch noch mit internationalem Flair aufwarten können. „Diese Idee ist beim DLV klasse angekommen“, sagt Frach. Athleten aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich oder auch England kann er sich gut in Wesel vorstellen. Dabei würden finanziell aber klare Grenzen gesetzt und nicht in einem Jahr Aktive aus allen Ländern eingeladen. Wer trotzdem starten möchte, kann dies dann auf eigene Kosten machen.

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