Ein Trendsport erobert das Gelände am Auesee

Als einzige Dame ging am Auesee Disolina Altenberg an den Start. Die Kölnerin benötigte für die drei Runden 133 Versuche.
Als einzige Dame ging am Auesee Disolina Altenberg an den Start. Die Kölnerin benötigte für die drei Runden 133 Versuche.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Eine äußerst gelungene Premiere feierte Disc Golf am Auesee. 48 Aktive versuchten sich mit der Frisbeescheibe auf zwölf Bahnen.

Wesel..  „Ich muss mal eben werfen“, entschuldigt sich der einstige Weltmeister (1997 in Helsinki) für die kurze Unterbrechung des Gesprächs. Auf der nun bereits berüchtigten Bahn sieben wählt Helmut „Hartl“ Wahrmann natürlich den direkten Weg über das Wasser, seine Scheibe landet sicher auf der gegenüberliegenden Seite am Strand. Zwei Mitspieler aus dem „Flight“ des Spielers der DG Lünen Lakers dagegen müssen sich kurzzeitig von ihrem Sportgerät verabschieden. Anders als die klassischen Werbegeschenk-Frisbees können die Sport Discs nämlich nicht schwimmen.

Am Ende ist die erste Auflage der Wesel Open im Disc Golf am Auesee ein voller Erfolg für alle Seiten. Das ansonsten zu dieser Jahreszeit quasi brachliegende Gelände am Badestrand wird ohne Schädigung belebt, Spaziergänger haben etwas zu gucken und die Sportler freuen sich über ein „ideales Areal“, wie Wahrmann es formuliert.

„Wir sind optimistisch, dass wir dieses Gelände öfter nutzen können und damit auch die Umgebung aufgewertet wird. Diese Erfahrung haben wir auch in Neuss und Lünen gemacht“, sagt Jörg Kaluza und bekommt positive Signale aus dem Rathaus. „Mir hat es gefallen, was ich dort gesehen habe und ich denke, dass wir eine Vereinbarung für noch mehr fest installierte Körbe treffen können“, so Thorsten Hummel, Teamleiter des Fachbereichs Schule und Sport der Stadt Wesel. „Es ist eine tolle Bereicherung für das Gelände und die Stadt.“

Jörg Kaluza, Turnierdirektor von der Sektion Wesel des gastgebenden Vereins Disc Golf Niederrhein, fällt es sichtlich schwer, nicht selber mitspielen zu können. „Am Ende überwiegt aber die Freude, dass sich die ganze Arbeit im Vorfeld gelohnt hat und wir Lob von allen Seiten bekommen haben.“

Die Rasenlänge lässt die gelandeten Scheiben auch noch ohne speziell geschulte Beobachter („Spotter“) erkennen. Für den sicheren Abwurf glänzt der Gastgeber mit Anlauf-Matten. „Die natürlichen Hindernisse hier sind ideal für diesen Sport“, sagt Kaluza. Als größte Herausforderung entpuppt sich wie erwartet der Auesee, der einigen der 48 Teilnehmer beim Einsammeln der Discs nasse Füße beschert.

Die Körbe, deren rasselnde Ketten Musik in den Ohren der Disc Golfer ist, haben die Organisatoren unter besonderer Mithilfe des Schmieds Paul Siggi aus Grevenbroich selbst gebaut und damit viel Geld gespart. Ein professionelles Exemplar mit Doppelketten kostet rund 500 Euro. Eines dieser Ziele gibt es am Auesee bereits fest installiert, weitere sollen nun folgen.

Anders als in Skandinavien oder den USA, wo es seit geraumer Zeit Profis in dieser Trendsportart gibt, ist die nationale Szene noch überschaubar. „Aber sie wächst, weshalb es an der Spitze natürlich immer enger wird“, erläutert der 55-jährige Wahrmann, der 1979 (!) zu den sechs ersten Disc Golfern Deutschlands gehörte.

Ingo Schnieders bester Weseler

Die Stärke des Nachwuchses muss auch der Ex-Weltmeister in Wesel anerkennen. Den Sieg sichert sich souverän der amtierende Deutsche Junioren-Meister Marvin Hartmann aus Münster. Der Sechste der U 19-Weltmeisterschaften im Sommer in Michigan benötigt lediglich 91 Würfe für die drei Durchgänge auf den zwölf Bahnen (Par 37) und damit sieben weniger als die Zweitplatzierten Kevin Konsorr (GW Marathon Münster) und Daniel Klein (Bonnsai Frisbee Bonn). Bester Weseler wird Ingo Schnieders als Zweiter der Master-Wertung, einen Versuch hinter Wahrmann (107). Einzige Dame im Feld ist Disolina Altenberg (133). „Ich finde es unverständlich, warum die Frauen so zögerlich bei den Meldungen sind“, so die Kölnerin.

Zweiter der Junioren wird der Weseler Fabio Schumacher mit 149 Würfen. „Im Urlaub vor zwei Jahren haben mein Vater und ich einen Workshop im Disc Golf mitgemacht und wir fanden das gut“, erzählt der Elfjährige, der mit Vater Rolf dabei geblieben ist. „Man ist an der frischen Luft und es macht Spaß“, ergänzt er – bevor er mit seinem Caddy-Bag weiterzieht. Auch er muss noch mal eben werfen.

 
 

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