Dirk Juch löst im Januar Sven Westhus bei BW Dingden ab

Hier noch als verantwortlicher Trainer von Olympia Bocholt: Dirk Juch steigt in der Winterpause als Coach bei BW Dingden ein, da Sven Westhus aus privaten und beruflichen Gründen eine Pause einlegen muss.
Hier noch als verantwortlicher Trainer von Olympia Bocholt: Dirk Juch steigt in der Winterpause als Coach bei BW Dingden ein, da Sven Westhus aus privaten und beruflichen Gründen eine Pause einlegen muss.
Foto: grü NRZ

Hamminkeln..  In dieser Saison läuft es nicht wirklich rund, aber der Trainer stand nie zur Debatte. „Wir hätten ihm auch einen Rentenvertrag angeboten“, verdeutlicht Fußball-Obmann Heinz Schmitz. Doch dieses Anliegen ist mittlerweile hinfällig. Trainer Sven Westhus hört nach der Hinrunde beim Bezirksligisten BW Dingden auf.

„Ich bin dann beruflich und privat so eingebunden, dass ich nicht mehr die Zeit aufbringen kann, die Mannschaft so wie nötig zu betreuen“, nennt der 38-Jährige die Gründe für seine Entscheidung. Nach zweieinhalb Jahren kehrt er damit den Blau-Weißen den Rücken. Die haben in Sachen Nachfolger bereits Nägel mit Köpfen gemacht: Dirk Juch, zuletzt für kurze Zeit Jugend-Koordinator beim 1. FC Bocholt, übernimmt den Bezirksligisten. Er bringt als seinen „Co“ Leo Beckmann mit, da der bisherige Assistent Jörg Hoffmann sich ebenfalls mehr dem Privaten widmen will. „Beide möchten nur zusammen arbeiten“, erläutert Heinz Schmitz.

Kicker nach Krechting-Spiel informiert

Die Niederlage in Krechting (1:2) war von den BWD-Kickern noch nicht wirklich verdaut, da wartete ihr Trainer mit der Information über seinen Rücktritt zum Hinrunden-Ende auf. „Ich denke, dass ich damit den ein oder anderen überrascht habe. Für die Spieler war es nach der Niederlage wohl noch ein Dämpfer oben drauf“, schildert Sven Westhus die Stimmung nach der Bekanntgabe. Dabei habe er den Entschluss nicht gerne getroffen. „Es war die bisher schwierigste Entscheidung in meiner Fußballer-Laufbahn. Aber die Belastung ist jetzt schon am Limit“, erzählt Westhus. Zumindest für das Jahr 2014 kann er sich keine sportliche Tätigkeit vorstellen. „Da werde ich definitiv nichts anderes übernehmen. Anschließend muss ich mir das mal überlegen. Ich weiß jedoch, dass ich auf Dauer ohne Fußball nicht kann.“ Der Abschied von den Blau-Weißen fällt ihm sichtlich schwer.

Für die fünf noch ausstehenden Begegnungen bis zum 8. Dezember wünscht sich der Dingdener Übungsleiter, dass „vielleicht noch mal ein Ruck durch die Mannschaft geht, ein zusätzlicher Schub kommt“. Schließlich rangieren die Dingdener derzeit auf dem zwölften Tabellenplatz und damit auf dem ersten Rang, der durch die erhöhte Zahl der Absteiger nicht zum Klassenerhalt reichen würde. „Ich bin mir sicher, dass die Jungs bis zum Ende meiner Zeit hier mitziehen werden. Wir wollen noch etliche Punkte sammeln, um für meinen Nachfolger gute Voraussetzungen zu schaffen“, sagt Sven Westhus.

Ziemlich gute Freunde

Und seinen Nachfolger Dirk Juch kennt Sven Westhus bestens. „Wir sind gut befreundet, er hat mich damals als Trainer zur Jugend des VfL Rhede geholt“, erinnert sich der 38-Jährige. Und als die Entscheidung der vorübergehende Pause getroffen war, fiel bei BW Dingden der Name Dirk Juch. Schnell erzielten beide Seiten Einigkeit. „Uns war sofort Dirk Juch eingefallen“, beschreibt Fußball-Obmann Heinz Schmitz den Findungsprozess bei der Westhus-Nachfolge.

Für den Dingdener Wunschkandidaten ist die Bezirksliga bisher ein eher unbeschriebenes Blatt. Auch mit seinem neuen Klub hat er sich noch nicht so beschäftigt. Die letzten Berührungspunkte hatte es in der Saison 2011/12 gegeben. Als Trainer von Olympias Bocholt hatte er gegen den Klub seines Freundes und späteren Meisters zwei Niederlagen kassiert (1:2, 0:3). „Vom Namen her kenne ich natürlich etliche Spieler bei BWD“, sagt Dirk Juch. Ab sofort will er sich ein genaueres Bild machen – über sein künftiges Team und auch die Klasse.

Erste Informationen sind natürlich durch Gespräche mit Sven Westhus bereits eingeholt. „Die Mannschaft besitzt mehr Potenzial, als es die Tabelle aussagt“, meint Dirk Juch. Ob es ohne Verstärkungen in der Winterpause zum angepeilten Klassenerhalt reicht, dies soll auch durch Unterredungen mit dem Vorstand abgeklärt werden. „Wir werden in dieser Woche zusammen kommen, um über die Leistungsstärke der Mannschaft zu sprechen“, kündigt Heinz Schmitz an. Denn einen zweiten „Betriebsunfall“ mit dem Abstieg in die Kreisliga A, der soll mit aller Macht verhindert werden.

Zur Person

Bereits mit 27 Jahren hat der gebürtige Oberhausener Dirk Juch als Spielertrainer beim VfL Rhede seine Karriere als Coach begonnen. Fünf Jahre blieb er in Rhede, ehe der Wechsel zu Olympia Bocholt erfolgte. Auch dort brachte es der heute 47-Jährie auf ein halbes Jahrzehnt. Es folgten ein Jahr beim 1. FC Kleve II, sechs Jahre in der Jugend des VfL Rhede und für drei Jahre die Rückkehr zu den Senioren von Olympia Bocholt. Zuletzt war Juch drei Monate Jugendkoordinator und A-Jugend-Coach beim 1. FC Bocholt. Seine Laufbahn als Fußballer begann in der Jugend von Arminia Klosterhardt, Sterkrade 06/07 und FC Schalke 04 hießen die weiteren Stationen. In der 2. Bundesliga brachte er es in der Saison 1985/86 auf sieben Einwechslungen bei RW Oberhausen. Beim VfL Rhede (vier Jahre) und 1. FC Bocholt (zweieinhalb Jahre) kickte er in der Oberliga.

 
 

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