„Die Stimmung hier ist der Wahnsinn“

Foto: BEAUTIFUL SPORTS / Axel Kohring NRZ

Wesel..  Es ist nicht die erhoffte Medaille geworden. Aber es war ja auch nicht ihre Lieblingsdisziplin und die Enttäuschung hielt sich ebenfalls in Grenzen. Die Weselerin Frederike Koleiski ist bei den Paralympics im brasilianischen Rio de Janeiro im Diskuswurf der Klasse F44 Vierte geworden. Die 29-Jährige, die für die Eintracht aus Duisburg startet und von Alexander Holstein betreut wird, warf den Diskus im sechsten Versuch auf 30,34 Meter.

„Ich bin zufrieden - außer, dass ich gerne zwei Meter weiter geworfen hätte“, sagte Frederike Koleiski. „Die Stimmung hier ist der Wahnsinn, wie die Leute jubeln und mitgehen. Damit muss man auch erst mal umgehen können.“ Bei der WM im vergangenen Jahr in Doha (Katar) landete Koleiski ebenfalls auf Rang vier. Unangefochten in Rio vorne lagen die Chinesinnen Juan Yao und Yue Yang. Yao verbesserte schon im ersten Versuch ihren eigenen Weltrekord auf 44,53 Meter. Bronze ging an die Kubanerin Noraivis de la Heras Chibas.

Die Weselerin richtete den Blick schon direkt nach dem Wettkampf auf die kommenden Aufgaben: die Weltmeisterschaft 2017 in London. Dann wird ihre Lieblingsdisziplin Kugelstoßen wieder im Programm sein. „Deshalb mache ich jetzt zwei Wochen Urlaub – und dann geht es mit der Kugel weiter.“

Ausverkaufte Halle

In der vergangenen Nacht ging es für Björn Lohmann und die Deutschen Rollstuhlbasketballer im letzten Gruppenspiel darum, die Medaillenchancen zu wahren. Gegner in einer mit 15000 Zuschauern erneut ausverkauften Halle: ausgerechnet Gastgeber Brasilien.

Die Mannschaft um den Schermbecker Kapitän Lohmann hatte sich vor allem durch einen klassischen Fehlstart in die Bredouille gebracht. 63:69 hieß es zum Auftakt gegen den Iran. Der zweite Auftritt war schon besser, aber nicht ausreichend, um den Gold-Kandidaten USA in Verlegenheit zu bringen. 52:77 hieß es aus Sicht der Deutschen am Ende. „Auch wenn wir uns im Verhältnis zum Auftaktspiel klar verbessert haben, sind wir leider immer noch nicht richtig im Turnier angekommen“, hatte Bundestrainer Nicolai Zeltinger nach der Partie resümiert.

Am dritten Vorrundenspieltag hatten Deutschlands Rollstuhlbasketballer den ersten Sieg bei den Paralympics eingefahren. Gegen Außenseiter Algerien gelang ein ungefährdeter 97:41-Pflichtsieg. Um gegen Brasilien nicht wie letztlich passiert unter Siegzwang zu geraten, hätten die Deutschen Europameister England schlagen müssen. Doch auch diese Partie ging mit 52:66 verloren. Für das Viertelfinale musste also ein Erfolg gegen den Gastgeber und seine lautstarken Anhänger her. „Ein Sieg mit mehr als 15 Punkten würde sogar Platz drei in der Gruppe bedeuten. Bei einer Niederlage würden wir nur noch um Platz neun spielen“, so Lohmann. „15 Punkte Unterschied oder mehr kann nach den bisherigen Spielen nicht das Ziel sein. . .“

 
 

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