Die Liga mit den Schleudersitzen

Noch vor dem Derby gegen GW Lankern soll die Trainer-Frage bei BW Dingden geklärt werden. Dabei sieht alles nach einer Verlängerung mit Dirk Juch aus.
Noch vor dem Derby gegen GW Lankern soll die Trainer-Frage bei BW Dingden geklärt werden. Dabei sieht alles nach einer Verlängerung mit Dirk Juch aus.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Zu Saisonbeginn saßen noch sechs andere Trainer auf den Bänken: Die Fußball-Kreisliga A ist die Klasse mit den Schleudersitzen.

Am Niederrhein..  Die A-Liga-Kicker stehen in den Startlöchern. Am Wochenende geht es mit der Rückrunde weiter. Noch vor dem Derby am Sonntag gegen GW Lankern will BW Dingden die Vertragsverlängerung mit Dirk Juch unter Dach und Fach bringen. Dies scheint nur noch eine Formsache zu sein. Sein Pendant auf Lankerner Seite, Uli Kley-Steverding, hat längst seine Zusage für eine weitere Saison gegeben. Beim SV Brünen kündigte Steffen Herden seinen Abschied nach dieser Spielzeit an, mit Marcel Kirsch ist ein Nachfolger gefunden. Die Trainer-Frage kommt also bei den hiesigen Vereinen recht unaufgeregt daher. Ganz anders, als die Hinrunden-Entwicklung bei anderen Klubs. Bereits sechs Vereine haben ihren Trainer – aus den unterschiedlichsten Gründen – gewechselt. Die höchste Klasse auf Kreisebene als Liga mit den Schleudersitzen.

SV Rees

Klaus Klein-Wiele erlebte in seiner Zeit beim SV Rees ein Wechselbad der Gefühle. Zweimal stieg er mit dem Klub aus der Bezirksliga ab. Allerdings führte er die Grün-Weißen auch einmal zurück. Nach zehn Spieltagen zog Klein-Wiele einen Schlussstrich. Ohne Sieg und mit nur drei Punkten hielten die Grün-Weißen die Rote Laterne in der Hand. „Die Entscheidung ist mir wahnsinnig schwer gefallen und es geht mir überhaupt nicht gut dabei“, sagte Klein-Wiele damals. Neuer Cheftrainer wurde Bernd Franken, der das Ruder teilweise herumriss. Zwar überwintert der SV Rees auf einem Abstiegsplatz, aber immerhin gab es mittlerweile drei Saisonsiege.

VfB Rheingold Emmerich

Mit sieben verschiedenen Trainern in den letzten zehn Jahren herrscht beim VfB enorme Fluktuation. Ende November stellte Frank Potthoff seinen Posten beim Traditionsverein zur Verfügung. Nach glänzendem Saisonstart mit drei Siegen in Serie dümpelten die Schwarz-Weißen zunächst ins Niemandsland der Tabelle, ehe der Absturz folgte. Nur noch fünf Punkte aus elf Spielen bedeuteten akute Abstiegsnot. Potthoff wollte mit seinem Rücktritt auch für neue Motivation sorgen.

Das ist zumindest gelungen. Denn das Interimsduo Ralf Gertzen/Stephan Holzum hat die beiden letzten Spiele gewonnen. Mit Frank Bauhaus beförderte Rheingold jetzt den Coach der „Reserve“ bis zum Saisonende zum Verantwortlichen der ersten Mannschaft.

TuB Bocholt II

Nach 14 Spieltagen beendeten die TuB-Reserve und Jürgen Stondzik ihre Zusammenarbeit. Die bisherigen Co-Trainer Arndt Ignaszak und Bernd Sahlmann übernahmen. Zunächst mit geringem Erfolg. Gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf setzte es deutliche Niederlagen. Am letzten Spieltag der Hinrunde gab es dann mit dem 6:1 gegen die Reserve der DJK SF 97/30 Lowick ein Lebenszeichen.

Borussia Bocholt

Auch beim ehemaligen Landesligisten läuft es alles andere als rund. Der Rücktritt von Rainer Schümann erfolgte allerdings aus gesundheitlichen Gründen. Sein Nachfolger wurde ebenfalls in den eigenen Reihen gefunden. Ab dem 13. Spieltag steht Co-Trainer Marcus Brauer in der Verantwortung. Seine Bilanz: Zwei Siege, zwei Niederlagen und ein Remis. Drei Punkte beträgt der Vorsprung der Borussia auf den ersten Abstiegsplatz.

Genau genommen hat es bei TuB Mussum in dieser Saison schon zwei Trainerwechsel gegeben. Die Zusammenarbeit mit Jörg Heynck wurde nach dem zehnten Spieltag beendet. Dirk Tschorn übernahm für drei Begegnungen, ehe ein alter Bekannter bei TuB an der Seitenlinie anheuerte. Markus Schneiders führte das Team bis auf Platz sieben und ist nach wie vor ungeschlagen.

1. FC Bocholt II

Ein eher kuriosen Trainerwechsel ereignete sich bei der Reserve. Der vor der Saison hochgehandelte Aufsteiger überwintert als Tabellenzweiter, trotzdem trennten sich die Wege von Marc Bieniek und dem Team nach 14 Spieltagen. Die Ansprüche zwischen Trainer und Mannschaft gingen weit auseinander. Die zuvor als Assistenztrainer tätigen Jona Nießing, Maik Bollwerk und Lars Demming holten aus den letzten drei Spielen drei Siege. Zur neuen Saison übernimmt Thomas Schunkert das Team.

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