Annalena Diks: „Meine Ungeduld hat sich gebessert“

Annalena Diks (Mitte) im Kreise der Sportpreis-Jury und einem Teil des Trainings-Nachwuchses beim BV Wesel RW. Sie selbst trainiert mittlerweile im Badminton-Internat in Mülheim.
Annalena Diks (Mitte) im Kreise der Sportpreis-Jury und einem Teil des Trainings-Nachwuchses beim BV Wesel RW. Sie selbst trainiert mittlerweile im Badminton-Internat in Mülheim.
Foto: FUNKE Foto Services

Wesel..  „Manchmal fühlt man sich wie ein Profi“, sagt Annalena Diks, angesprochen auf ihren vollgepackten Terminkalender. Ihr Blick geht zur Uhr, der Zug nach Mülheim wartet nicht. In der Rundsporthalle ist sie mittlerweile seltener zu Gast - zuletzt für ihr erfolgreiches Oberliga-Debüt bei der Senioren-Reserve, diesmal für den Weseler Sportpreis des Monats. Diese traditionsreiche Auszeichnung, gesponsert von der Volksbank Rhein-Lippe und Ropa Sport sowie unterstützt von der Stadt Wesel, dem Stadtsportverband und der Neuen Rhein Zeitung ist mit einem Warengutschein in Höhe von 500 Euro verbunden.

Spielkleidung oder gar Schläger für die Deutschen Badminton-Meisterschaften der Senioren, bei denen das Talent des BV Wesel RW am Donnerstag (14.40 Uhr) im Einzel gegen Carina Hingst (TV Refrath) ebenfalls Neuland betritt, wird sie dafür nicht erwerben. Die 15-Jährige ist bereits mit einem Ausrüstervertrag ausgestattet. „Aber Sachen fürs Training oder zum Joggen kann man immer gebrauchen.“

Der Aufwand, den sie für ihren Sport betreibt, ist nicht mehr als Hobby zu bezeichnen. Wie ihr Vereinskollege Jan-Felix Matulat besucht Annalena Diks seit Sommer des vergangenen Jahres das Badminton-Internat in Mülheim. Elf Trainingseinheiten pro Woche stehen dort auf dem Plan, die Schulnoten sollten trotzdem nicht darunter leiden. „Ich wollte schon länger dorthin, jetzt hatte es zum Wechsel in die Oberstufe gut gepasst.“

Eltern sehen solche Entwicklungen immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Natürlich waren sie traurig. Andererseits fällt seitdem auch viel Fahrerei weg“, erläutert die sympathische Emmericherin, die bereits mit drei Jahren zum ersten Mal mit Badminton in Kontakt gekommen war: „Es ist unser Familiensport!“ Mit sieben Jahren wurde sie bei der Emmericher Eintracht angemeldet. Wegen der besseren Trainingsmöglichkeiten folgte mit zehn Jahren der Wechsel nach Wesel, wo auch ihre ältere Schwester Katharina spielt. Bereut hat sie den Aufwand nie, denn die Erfolge stellten sich schnell ein.

Im vergangenen Jahr startete sie richtig durch. Zwei Westdeutsche Titel, Bronze bei der DM und hervorragende Platzierungen bei den Deutschen Ranglisten der U 19 sowie die Nominierung für die Deutsche U 17-Auswahl unterstreichen die Konstanz des Teenagers, der seine erste U 17-Saison spielt.

Von größeren Verletzungen - Bänderrisse zählen mit lediglich drei Wochen Pause heutzutage schon nicht mehr dazu - ist die Rot-Weiß-Nachwuchshoffnung bislang verschont geblieben. „Ich hatte allerdings schon zweimal Entzündungen in der Schulter, darauf muss ich achten“, erläutert Annalena, die am liebsten Einzel spielt und ihre Stärken in ihrer Schnelligkeit und im Angriff sieht. Angesprochen auf ihre Schwächen muss sie grinsen. „Meine Ungeduld hat sich gebessert, aber meine Fehlerquote ist immer noch zu hoch.“

„Träumen darf man immer“

Obwohl auch die beiden Weseler Top-Damen Ella Diehl und Kira Kattenbeck in Mülheim trainieren, hat sich ein Duell noch nicht ergeben. „Sie trainieren in anderen Gruppen. Aber ich hoffe, dass wir das bald mal hinbekommen“, so die 15-Jährige, die irgendwann „natürlich gerne die Nummer eins in Deutschland“ werden würde, aber auch um die Höhe dieses Ziels weiß. Denn mit der Hamburgerin Yvonne Li, aktuelle U17-Europameisterin, scheint diese Rolle bereits vergeben. „Die ist schon richtig gut!“

Mathe und Sport sollen die Leistungsfächer in der Schule werden. Genauer ist der Berufswunsch noch nicht definiert. Annalena Diks ist sich natürlich darüber im Klaren, dass Badminton nicht die Ideal-Sportart ist, um Profi zu werden. „Träumen darf man immer und es haben in den letzten Jahren immer wieder Europäer wie die Spanierin Carolina Marín gezeigt, dass man mit den Asiaten mithalten kann.“

Die Rot-Weiß-Spielerin ergänzt: „Da man mit Badminton sein Leben nicht wie beispielsweise im Fußball finanzieren kann, muss man sich eh Gedanken machen, wie man Beruf und Sport später unter einen Hut kriegt. Aber dafür habe ich ja noch ein bisschen Zeit und Arbeit vor mir.“ Und einige Zugfahrten, jetzt aber los.

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