VfS Warstein feuert Dirk Kaese - Schlechte Stimmung

Dirk Kaese war nur 13 Spiele Trainer des Handball-Landesligisten VfS Warstein.
Dirk Kaese war nur 13 Spiele Trainer des Handball-Landesligisten VfS Warstein.
Foto: WP
Handball-Landesligist VfS Warstein hat drei Tage vor Rückrundenbeginn die Reißleine gezogen und seinen Trainer Dirk Kaese vor die Tür gesetzt. Diese Entscheidung teilte der Vorstand um Ralf Behme und Tobias Clewing mit.

Warstein.. Auch die Mannschaft weiß erst seit seit kurzem, dass Dirk Kaese schon am kommenden Sonntag im Derby bei der Oberliga-Reserve des Soester TV (Anwurf: 15.45 Uhr, Sporthalle des Börde-Berufskollegs) nicht mehr auf der Warsteiner Trainerbank sitzen wird.

„Es läuft zur Zeit nicht rund. Die Stimmung in der Mannschaft ist nach den unnötigen Niederlagen in der Hinrunde im Sinkflug, ebenso wie die zuletzt gezeigte Leistungsbereitschaft und Motivation“, heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung des Vereins.

Herren-Spielwart Tobias Clewing erklärt weiter: „Wir vom Vorstand stehen hier in der Verantwortung und mussten reagieren, um eine Veränderung für die nächsten, entscheidenden Aufgaben im Abstiegskampf hervorzurufen. Leider ist in solchen Situationen ein Trainerwechsel meist die erste Option.“

Dirk Kaese hatte erst im Sommer 2013 das Amt von Michael Schorlemer übernommen, der damals aus zeitlichen und gesundheitlichen Gründen diesen Posten nicht weiter ausüben wollte. Bis auf weiteres werden Boban Ristovic als Spielertrainer und Klaus Maletzki als Torwart- und Co-Trainer für die Mannschaft verantwortlich sein. „Geplant ist diese Lösung bis zum Saisonende“, sagt Spielwart Tobias Clewing. Im Hintergrund allerdings werden die Verantwortlichen des VfS Warstein daran arbeiten, spätestens im Sommer einen neuen Trainer präsentieren zu können. „Wir werden uns ab sofort intensiv mit der Planung für die kommende Saison beschäftigen. Dazu gehört aus aktuellem Anlass selbstverständlich auch die Trainerfrage“, bestätigte Tobias Clewing.

Dass die Warsteiner zweigleisig planen müssen, war nach den starken Auftritten im Sauerland-Derby beim TV Arnsberg, wo der erste Sieg in dieser Saison eingefahren wurde, oder zu Hause gegen Titel-Mitfavorit TV Westfalia Halingen (34:30), so nicht zu erwarten.

„Wir hatten einige richtig gute Spiele dabei“, erinnert sich Vorsitzender Ralf Behme. „Aber auch einige richtig schlechte, wie die letzten beiden zum Beispiel.“ Zu Beginn des neuen Jahres verabschiedeten sich Warsteins Handballer zunächst sang- und klanglos aus dem Kreispokal (37:43 beim Bezirksligisten TV Lössel), eine Woche später gab es in der Meisterschaft ein ähnliches Debakel (25:46 beim VfL Eintracht Hagen III).

Behme: „Wir mussten jetzt reagieren. Drei Spieltage vor Schluss brauchst du den Trainer auch nicht mehr zu wechseln. Irgendwann kommt der Punkt, wo es einfach nicht mehr geht. Dirk ist ein lieber, netter Kerl. Wir alle verstehen uns privat sehr gut mit ihm, aber irgendwie hat die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer nicht mehr gestimmt. Dieses Gefühl wurde uns auch von Teilen der Mannschaft bestätigt. So mussten wir vom Vorstand jetzt einfach diese Luftveränderung vornehmen. Aber wir gehen im Guten auseinander.“

Und was sagt Dirk Kaese zu seiner Entlassung? Der reagierte gestern Abend relativ gefasst. „Der VfS war für mich eine Herzensangelegenheit. Ich hoffe, dass die Mannschaft jetzt schnell in die Erfolgsspur zurückfindet und werde mich zu gegebener Zeit persönlich bei ihr verabschieden.“

Co-Trainer Klaus Maletzki nimmt jetzt vor allem die Spieler in die Pflicht: „Wir müssen jetzt auf dem Platz beweisen, dass wir eine Mannschaft sind. Ich hoffe, dass diese Maßnahme Früchte trägt. Wir brauchen Punkte. Das ist das A und O. Die nächsten fünf Spiele sind aus meiner Sicht vorentscheidend. Mit einer derartigen Einstellung wie in den letzten beiden Spielen haben wir nirgendwo in dieser Liga eine Chance. Das muss jetzt allen klar sein.“

Kleiner Lichtblick vor dem Soest-Spiel: Spielmacher Lars Schorlemer (fehlte die letzten beiden Wochen) ist am Sonntag dabei.

 
 

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