TuS Warstein verlässt nach 6:2-Sieg die Abstiegsplätze

Applaus für eine starke Leistung: Warsteins Trainer Luigi Brusciano (links) und Patrick Haarhoff (im Trikot).
Applaus für eine starke Leistung: Warsteins Trainer Luigi Brusciano (links) und Patrick Haarhoff (im Trikot).
Foto: Tim Cordes
Dieser Sieg war eine Ansage. Mit 6:2 gewinnt der TuS Warstein das Kellerduell gegen den FC Kirchhundem und verlässt damit die Abstiegsplätze. Ein überragender Ahmed Zein Al Dine sorgte in der zweiten Hälfte für die Entscheidung.

Kirchhundem.  Der TuS Warstein bleibt in der Fußball-Bezirksliga 4 auf der Überholspur. Im Kellerduell beim FC Kirchhundem setzte sich die Mannschaft von Luigi Brusciano nach einer überlegenen zweiten Halbzeit mit 6:2 (0:1) durch.

Nach dem Schlusspfiff sammelten sich die Spieler des TuS Warstein am Mittelkreis. Aus der obligatorischen Spielanalyse von Luigi Brusciano wurde jedoch nichts. Schnell übertönten die Gesänge der Spieler den Trainer, der sich geschlagen gab. „Hinsetzen, hinsetzen“, skandierte die Mannschaft und stimmte die Feierlichkeiten an. Diese Jubelarie hatten sich die Warsteiner in der Kirchhundemer Heitmicke verdient. Denn was sie in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben, war eines Abstiegskandidaten absolut unwürdig. So spielt keine Mannschaft, die um den Klassenerhalt bangen muss, sondern eine Truppe voller Selbstvertrauen, der endlich auch die Dinge gelingen, die zu Saisonbeginn einfach nicht klappen wollten. Doch der Reihe nach.

Rückstand zur Pause

Bereits in der ersten Halbzeit waren beide Mannschaften engagiert und wollten das Spiel gewinnen. Das führte zu einem ansehnlichen Spiel vor knapp 100 Zuschauern. Unter ihnen auch der Kirchhundemer Walter Mennekes, der am vergangenen Freitag zum Vize- Präsidenten beim FC Bayern München gewählt wurde. Zunächst waren es seine Kirchhundemer, die im ersten Durchgang die besseren Chancen hatten.

In der 25. Minute parierte Alex Fegler im Warsteiner Tor zweimal glänzend als zunächst Moritz Sasse zum Abschluss kam und im Nachschuss Bruno Goncalves scheiterte. Goncalves war es dann auch, der die Hausherren drei Minuten vor der Pause in Führung brachte. Der Spielmacher köpfte einen Freistoß aus zehn Metern in den Winkel. Alex Fegler war chancenlos.

Schilder mit Elfmeter-Doppelpack

Zur Halbzeit stellte Brusciano um. Nick Freis, der von einer Grippe geschwächt war, musste sich in der Kabine übergeben. Für ihn kam Sebastian Siepe ins Spiel und brachte gleich neue Stabilität. Plötzlich lief es. 50. Minute: Eine Flanke von Philipp Grafe springt dem Kirchhundemer Nils Dahlke an den Arm. Schiedsrichterin Johanna Kotthoff entscheidet auf Elfmeter. Justin Schilder tritt an und verwandelt zum 1:1. 64. Minute: Justin Schilder erläuft einen feinen Steilpass von Ahmed Zein Al Dine und wird im Strafraum zu Fall gebracht. Wieder war es Dahlke, der den Elfmeter verursachte. Schilder trat selbst an und der TuS Warstein führte mit 2:1. „Nach den Elfmetern lief bei uns nicht mehr zusammen. Da hat meine Mannschaft aufgehört Fußball zu spielen“, ärgert sich FC-Trainer Michael Kurzeja.

Die Gäste spielten sich nun in einen Rausch. Elf Minuten nach der Führung liegt ein Spieler des FC Kirchhundem verletzt am Boden. Da in einer ähnlichen Situation einige Minuten zuvor die Kirchhundemer den Ball auch nicht ins Seitenaus gespielt hatten, um die Behandlung eines Warsteiner Spielers zu ermöglichen, spielten die Gäste weiter. Ahmed Zein Al Dine treibt den Ball nach vorne, sieht den besser positionierten Philipp Grafe und der Stürmer schließt den Konter zum 3:1 ab. Die Vorentscheidung. Neun Minuten später eine ähnliche Situation. Wieder nimmt es Zein Al Dine mit drei Gegenspielern auf, Grafe kreuzt, bekommt den Ball und macht den Doppelpack perfekt (83.). „Heute hat man gesehen, dass Leute wie Philipp Grafe, Ahmed oder auch Justin inzwischen ein großes Selbstbewusstsein haben. Ich habe immer zu den Jungs gestanden und habe sie mein Vertrauen spüren lassen und langsam zahlen sie das zurück“, freut sich Luigi Brusciano.

Der Kirchhundemer Treffer zum 2:4 durch Japes war nur Kosmetik, die Schlusspunkte setzten wieder die Gäste. Zunächst belohnt sich Ahmed Zein Al Dine nach einem Grafe-Zuspiel für seine starke Leitung mit dem fünften Warsteiner Treffer, bevor die Zeit von Matti Kaiser schlug. Der Mittelfeldspieler lupfte den Ball aus 25 Metern über Kirchhundems Torhüter Florian Hundt drüber zum 6:2 ins Tor. Ein Wahnsinnstreffer aus der Kategorie „Wenn es einmal läuft, dann gehen auch die unmöglichen Schüsse ins Tor.“

Durch den Sieg gelingt dem TuS Warstein zum ersten Mal seit dem zwölften Spieltag der Sprung vom Abstiegsplatz und steht jetzt an zehnter Stelle.. „Wenn wir so weitermachen, dann können wir ein schönes Weihnachtsfest feiern und uns die Tabelle an den Tannenbaum hängen“, resümiert Brusciano mit einem Augenzwinkern abschließend.

 
 

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