TuS Warstein: Klassenerhalt ist eingetütet

Jetzt darf auch mal ein bisschen ausgelassener gefeiert werden: Warsteins Spieler nach dem 5:1 gegen Aue-Wingeshausen.
Jetzt darf auch mal ein bisschen ausgelassener gefeiert werden: Warsteins Spieler nach dem 5:1 gegen Aue-Wingeshausen.
Foto: WP

Warstein..  Der Rechenschieber kann beiseite gelegt, die Sektflaschen geöffnet werden: Drei Spieltage vor Schluss hat der TuS Warstein den Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga 4 unter Dach und Fach gebracht. Bereits vor dem Anpfiff machte am Herrenberg die Runde, dass der FC Nuhnetal das Kellerduell beim FSV Werdohl II sang- und klanglos mit 0:4 verloren hatte. Mit dem 5:1 (1:1) über den TSV Aue-Wingeshausen beseitigte die Wennemann-Elf schließlich selbst alle Restzweifel und darf sich auf ein weiteres Jahr in der „Bundesliga des Sauerlandes“ freuen – und das nach dieser desaströsen Hinserie.

Und was fast noch schöner ist für jeden TuSler: Erstmals seit langer langer Zeit stehen Warsteins Balltreter wieder – wegen der besseren Tordifferenz – vor dem ungeliebten Nachbarn aus Allagen. „Und da wollen wir bis zum Ende auch bleiben“, schickte Warsteins Trainer Marco Wennemann direkt nach dem Schlusspfiff eine Kampfansage an den Konkurrenten aus dem Möhnetal, der gestern in Birkelbach mit 1:6 unter die Räder kam und damit den TuS Warstein in der Tabelle vorbeiziehen lassen musste.

Dabei mussten die Warsteiner selber 45 Minuten lang um den Drei-Punkte-Erfolg zittern. Die kalte Dusche bekamen die Gastgeber bereits in Minute drei: Ein langer Ball von Rene Stremmel, der später verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, auf Teamkollege Lutz Friedrich, Marcel Raulf geht zu unentschlossen in den Zweikampf, Warsteins Torhüter Alexander Fegler steht zu weit vor seinem eigenen Gehäuse, ein kurzer Blick, und Friedrich lupft das Leder gefühlvoll über alle verdutzten Warsteiner hinweg zur Auer Führung ins Netz. „Das war der Wachmacher zur richtigen Zeit“, sagte TuS-Coach Marco Wennemann nachher. Die Warsteiner Abwehr allerdings stand auch in den Folgeminuten auf wackeligen Beinen. Allen voran der ansonsten so zuverlässige Marcel Raulf hatte nicht seinen besten Tag erwischt, wurde zur Pause gegen Routinier Dennis Hohlweck ausgetauscht. Lange auf den Ausgleich mussten Warsteins Fans, die trotz Schützenfest und Nieselregen zum Herrenberg gekommen waren, aber nicht warten. Ahmed Zein Al Dine ließ in der 16. Spielminute gleich drei Auer alt aussehen, ein trockener Linksschuss, und drin war das Ding – 1:1. Von nun an bekamen die Gastgeber mehr und mehr Oberwasser. Im Ergebnis spiegelte sich das aber zunächst nicht wieder.

Erst nach Philipp Eßfelds Führungstreffer (47.), ein abgefälschter Schuss aus gut 20 Metern, spielte die Wennemann-Elf mit dem Gegner Katz und Maus. Selbst Christian Barkschat, eigentlich eher für die Stabilisierung im Mittelfeld zuständig, durfte jetzt munter seinem Torhunger nachgehen, traf in der 60. Minute nach feinem De Luca-Zuspiel aus kurzer Entfernung zum 3:1. Bei den Gästen brachen nun alle Dämme. Der eingewechselte Ardion Maliqi mit dem 4:1 (67.) sowie Warsteins Stärkster an diesem Nachmittag, André De Luca, mit einem tollen Schlenzer in den Winkel zum 5:1 (77.), rundeten einen rundum gelungenen Nachmittag aus Warsteiner Sicht ab.

„Viele Experten hatten uns nach der Hinrunde schon abgeschrieben. Umso stolzer bin ich auf die Mannschaft, dass sie auf dem Platz die passende Antwort gegeben hat. Ich denke, wir sind verdient drin geblieben und werden jetzt beim Schützenfest das eine oder andere Gläschen trinken.“

Aues Schneider: „Ruhe bewahren“

Aues Trainer Marco Schneider, der mit seiner Mannschaft weiter tief im Abstiegsstrudel steckt, stellte nach dem Spiel nüchtern fest: „Warstein war uns heute in fast allen Belangen überlegen. Glückwunsch an die Truppe zum verdienten Klassenerhalt. Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht, müssen jetzt gucken, dass wir in Ruhe weiter arbeiten und die nötigen Punkte einfahren.“

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