Sissi Köhler zum zweiten Mal zum Captain ernannt

Franziska "Sissi" Köhler in Spokane
Franziska "Sissi" Köhler in Spokane
Foto: WP

Spokane/Suttrop..  Für Franziska Köhler heißt es auch weiterhin „Go Gonzaga“. Seit mittlerweile mehr als drei Jahren weilt die Suttroperin an der Gonzaga Universität im amerikanischen Bundesstaat in Washington. Als erste Sportlerin im Stadtgebiet überhaupt hatte Franziska Köhler ein Vollstipendium an einem amerikanischen College erhalten. Nach zahlreichen regionalen und überregionalen Erfolgen im Tennissport kam diese Auszeichnung für die derzeitige Nummer 266 der DTB-Rangliste nicht überraschend.

Das Vollstipendium im jährlichen Wert von 48000 Dollar beinhaltete für „Sissi“ unter anderem Studiengebühren, die Unterkunft, Verpflegung, aber auch die Krankenversicherung, medizinische Betreuung sowie Tenniskleidung.

Gelohnt hat sich der US-Aufenthalt für Franziska Köhler bereits in mehrfacher Hinsicht. Sportlich und menschlich hat sie sich gut weiterentwickelt. In ihrem vierten und letzten Collegejahr kann Köhler mittlerweile auf zahlreiche Erfolge im Tennisteam zurückschauen. Das Team besteht neben der Suttroperin aus sieben Spielerinnen, davon sechs aus den USA sowie einer Mexikanerin. Da Franziska Köhler in ihrem vierten und letzten Jahr in Spokane weilt, wird sie im Team als „Senior“ geführt. „Wir haben vier Freshman (Studentinnen im ersten Jahr) in der Mannschaft, für die man natürlich Vorbildfunktion hat. Aber man wächst mit den Aufgaben,“ fügt Franziska hinzu.

Welchen Stellenwert sie innerhalb des Teams genießt wird dadurch deutlich, dass die Suttroperin in diesem Jahr von ihren Kolleginnen schon zum zweiten Mal in Folge zum „Captain“ gewählt wurde. Dass die 23-Jährige ihrer Führungsrolle gerecht wird, wurde auch zuletzt bestätigt, als sie mit ihrer Partnerin Domonique Garley zum Saisonauftakt ein starkes Doppelturnier spielte.

Garley gelang dabei mit Franziskas Hilfe als Freshman der erste Sieg für die Gonzaga Universität. Auch im Einzel wusste Franziska Köhler beim gleichen Turnier Mitte September an der Washington State University zu überzeugen. Nach glatten Siegen in den ersten beiden Runden musste sich „Sissi“ erst der an Nummer zwei gesetzten Akteurin knapp mit 7:5/ 2:6 und 2:6 geschlagen geben und konnte dabei spielerisch überzeugen. Die Formkurve zeigt deutlich nach oben, was sie nicht zuletzt der neuen Assistenztrainerin Megan Falcon (ehemals Nr. 270 der WTA-Weltrangliste) zuschreibt. „Ihre ruhige und sachliche Art tut uns gut und sie versteht es, uns aufzubauen und mental zu stärken“, lobt Köhler die neue Trainerin.

Darüber hinaus sorgt der immense Trainingsaufwand dafür, dass die Spielerinnen fit sind und in Form bleiben. An 6 Tagen in der Woche trainiert das ganze Team insgesamt 20 Stunden, wobei neben Mannschafts- und Einzeltraining auch Kraft- und Koordinationstraining auf dem Programm stehen. „Das Training ist hart, aber gut“, fasst die Suttroperin zusammen.

In zwei Wochen steht als nächstes ein Turnier am St. Marys College in Kalifornien auf dem Programm.

Bei ihren wenigen Aufenthalten in Deutschland gelingen Franziska Köhler auch immer wieder herausragende sportliche Resultate. So sorgte sie im Sommer mit den Damen des TC BW Soest für Furore und war maßgeblich am Aufstieg der BW-Ladies von der Westfalenliga in die Regionalliga beteiligt. In der Winterrunde wird Franziska diesmal nicht für BW Soest aufschlagen. „Ich komme erst in der Weihnachtszeit wieder nach Hause und werde daher in der Winterrunde nicht spielen. Schade, aber das Studium hat natürlich absolute Priorität“, erläutert Franziska. Auch in Amerika verpasst die Suttroperin demnächst eines ihrer Lieblingsturniere aufgrund eines Psychologietests. Der „Major Field Test“ entscheidet aber darüber, ob Franziska den Bachelor bekommt. „Dieser Test anstelle einer Bachelorarbeit deckt alles ab, was in den letzten 3,5 Jahren gelernt wurde“, ist sie sich der Wichtigkeit dieser Prüfung bewusst. „Schon verrückt, wie schnell die Zeit vergangen ist“, schmunzelt Franziska.

Abgesehen von den Verbesserungen im Tennissport konnte Franziska sich in den zurückliegenden Jahren auch durch ihr Psychologiestudium gut weiterentwickeln und viel lernen. Im 7. und somit vorletzten Semester belegt die Suttroperin gerade Kurse in Statistik in Psychologie, Gebärdensprache, Law and Ethics in Sports und Philosophie. „Die Uni ist sehr interessant und hat vielfältige Angebote. Die Professoren sind sehr freundlich und zuvorkommend und betreuen uns gut“, lobt Franziska. Als Beispiel für das gute Vertrauensverhältnis führt sie an, dass Videomitschnitte z.B. in Gebärdesprachevorlesungen erlaubt sind. Franziska studiert Psychologie als Hauptfach und Sportmanagement als Nebenfach und die Abschlussprüfungen rücken näher. Nach dem Studium wünscht sich „Sissi“ als Sportpsychologin für Profiathleten zu arbeiten.

Und damit neben der Büffelei für das Studium dann auch wieder der Sport etwas mehr in den Mittelpunkt rückt, findet zum Saisonabschluss vom 6. bis 8. November noch ein Heimturnier in Franziskas College in Spokane statt.

 
 

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