Jan-Lennard Struff blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

Jan-Lennard Struff.
Jan-Lennard Struff.
Foto: dpa
Im Interview blickt der Suttroper Tennisprofi Jan-Lennard Struff auf sein bislang erfolgreichstes Jahr als Tennisprofi zurück. Auch für die neue Saison hat der 24-Jährige große Ziele.

Warstein..  Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter dem Suttroper Tennisprofi Jan-Lennard Struff. Dem Webmaster seiner Homepage, Michael Hölter, stand der 24-Jährige Rede und Antwort über sein bislang bestes Jahr als Profi, die Vorbereitung auf die neue Saison und seine ersten Turniere.


Die Festtage sind gleichbedeutend mit dem Ende des Jahres 2014 – und das lief für dich hervorragend.
Struff: Ich hatte wirklich gute Erfolge zwischendurch dabei und bin froh, wie das Jahr gelaufen ist. Auch mein Trainerteam ist mit meiner Entwicklung zufrieden.


Mit dem Erreichen der ATP-Halbfinals in Marseille, München und Metz hast du deine ersten großen Erfolge auf der Tour feiern können und bist bei den French und US Open erstmals in die zweite Runde eingezogen. Wie hast du das erlebt?
Es war schön in Marseille erstmals im Halbfinale eines ATP-Turniers zu stehen. 2013 habe ich erstmals auf der ATP-Tour ein Match bestritten und gesehen, wie schwer es ist, dort zu gewinnen. Deswegen freue ich mich natürlich auch über die anderen guten Resultate bei den ATP-Turnieren. Das tat ganz gut, dass endlich der erste Sieg auf der Challenger Tour herausgesprungen ist. Es war auch schön, den ersten Challenger-Turniersieg vor einem deutschen Publikum zu holen. Der Einzug in die zweite Runde der Grand Slam-Turniere war etwas ganz besonderes. Vor allem bei meinem Lieblings-Grand Slam in Paris in der zweite Runde auf dem Court Suzanne Lenglen zu spielen, war ein tolles Erlebnis.


Was war denn von den vielen Höhepunkten dein persönliches Highlight der abgelaufenen Saison?
Die Bundesliga-Meisterschaft mit Blau-Weiß Halle war ein großes Highlight. Das hat unendlich viel Spaß gemacht, mit der Mannschaft die Saison zu bestreiten. Es war natürlich auch besonders, das erste Mal zum Davis Cup-Team eingeladen zu werden. Ich muss sagen, es waren einfach sehr viele schöne Momente, die ich in den letzten zwölf Monaten erlebt habe.


In der Bundesliga konntest du als erster Spieler alle deine Einzel-Duelle gewinnen...
Es hat mich sehr gefreut, dass ich dem Team beim Gewinn der Meisterschaft helfen konnte. Manchmal habe ich zwar nicht gut gespielt, aber ich habe es dann doch irgendwie geschafft, alle Spiele zu gewinnen. Ich bin stolz, dass mir das gelungen ist.


Im Frühjahr warst du Teil des Davis Cup-Teams. Wie sieht es im nächsten Jahr aus?

Das entscheidet sich erst im nächsten Jahr nach den ersten Matches und Turnieren. Es wäre natürlich super und würde mich freuen, wenn ich noch mal eingeladen werden würde.


Anfang September standest du in einem weiteren Challenger-Finale, damals gegen Dustin Brown, einen deiner guten Freunde. Was war das für ein Gefühl und wie war es, diese Freundschaft in einem Endspiel auszublenden?
Natürlich haben wir uns vor dem Spiel zusammen eingespielt, und wir sind auch nachher zusammen im Auto nach Hause gefahren. Aber auf dem Platz ist es dann immer etwas anderes, wenn man befreundet ist. Ich hatte im Finale Probleme mit seinem Spiel und bin gar nicht richtig reingekommen. Deswegen hat Dustin verdient gewonnen.


Gibt es auch Dinge, die dich im letzten Jahr unzufrieden gestimmt haben?
Man muss ganz einfach sagen, dass es Matches gibt, wo man sich ärgert, weil man nicht gut spielt. In den Monaten Juni, Juli habe ich sehr viel gespielt, da war die Belastung sehr hoch und die Ergebnisse nicht so, wie ich sie gerne erzielt hätte. Ich möchte gerne mehr an Konstanz gewinnen und in allen Bereichen eine Steigerung erreichen. Man kann sich immer und überall noch verbessern.


Ende 2011 warst du 239. der Weltrangliste, 2012 dann 168., nach dem letzten Jahr 107. und jetzt beschließt du das Jahr auf Position 59. Wie erlebst du die Steigerungen, die kontinuierlich vonstatten gehen? Zwischendurch warst du ja sogar einmal auf Platz 46 vorgerückt.
Ich freue mich natürlich darüber, dass es stetig nach oben geht. Ich hoffe, im kommenden Jahr noch mehr Konstanz in meine Leistung rein zu bekommen. Es ist ja eine Sache zu gewinnen, aber es noch eine ganz andere Sache, die Position und die Ergebnisse zu halten oder zu bestätigen. Es ist schwierig, sich oben zu etablieren.
Es war cool, dass ich es geschafft habe, unter die Top 50 zu kommen. Aber eine Sache ist klar: Die Luft wird immer dünner, je höher es geht. Aber ich hoffe, dass ich es schaffe, noch weiter nach oben.


Jetzt fragen sich natürlich viele Tennis-Interessierte: Was kommt im nächsten Jahr?
Das Trainerteam und ich haben uns Ziele gesetzt. Wir möchten weiter nach vorne sowohl sportlich, als auch von der Leistungsentwicklung her.


Du bist seit knapp fünf Wochen wieder im Training. Wie ist dein momentaner Stand?
Ja, genau. Mitte November bin ich wieder in die Vorbereitung gestartet. Derzeit habe ich Training. In erster Linie stehen Fitness und Tennis spielen auf dem Programm. Ich muss sagen: Es läuft momentan sehr gut.


Mit welchem Turnier startest du in die kommende Spielzeit?
Als erstes werde ich wieder am ATP-Turnier in Doha teilnehmen. Da werde ich dieses mal im Hauptfeld starten. Im letzten Jahr bin ich dort leider nicht über die Quali hinaus gekommen. Das Wichtige ist: Das Turnier ist eine gute Vorbereitung auf die bevorstehenden Turniere in Ozeanien. Denn Katar liegt auf der Strecke nach Auckland (Neuseeland), wo ich mein zweites ATP-Turnier 2015 spielen werde, und Melbourne, wo anschließend die Australian Open stattfinden werden.

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