Hirschberger SV steigt in die Kreisliga C auf

Relegationsspiel um Aufstieg in die Kreisliga C: Hirschberger SV - Viktoria Lippstadt III 2:0 (2:0)
Relegationsspiel um Aufstieg in die Kreisliga C: Hirschberger SV - Viktoria Lippstadt III 2:0 (2:0)
Foto: WP
Nach Jahren im Niemandsland der Kreisliga D haben die Fußballer des Hirschberger SV endlich den Schritt hinaus der untersten Klasse geschafft. Und dieser Schritt ging einfacher als zunächst gedacht.

Störmede..  Um 16.51 Uhr war die Leidenszeit des Hirschberger SV vorbei: Nach einem 2:0- Erfolg im Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Kreisliga C gegen Viktoria Lippstadt III steigt die Mannschaft nach zwölf Jahren Abstinenz endlich aus der Kreisliga D auf.

Der Zusammenhalt der Hirschberger beeindruckte bereits vor dem Anpfiff. Fast 150 Fans waren aus dem Bergdorf nach Störmede gereist, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Ausgestattet mit Schals, Doppelhalter und Trommel sorgten sie für eine tolle Unterstützung. Kein Wunder, dass der Jubel nach dem Schlusspfiff grenzenlos war.

„Pure Eskalation“, japste HSV- Trainer Sebastian Leier wenige Minuten später. Sein feiner Anzug, den er zum Entscheidungsspiel aus dem Schrank geholt hatte, war inzwischen in einen hochprozentigen Getränkecocktail getränkt worden, mit dem Leier von seinen Spielern aus allen Richtungen bespritzt wurde. Der Warsteiner nahm es mit Humor. „Ein Wahnsinn, jetzt wird durchgefeiert“, verspricht Leier während seine Mannschaft zum Bowling-Jubel ansetzt. Maxi Herbst fungierte als Kugel, der restliche Kader als Kegel, die auf Kommando umfielen. Klasse Bilder.

Doch bevor der gefeiert werden durfte, musste noch Fußball gespielt werden. Aus Hirschberger Sicht waren die Voraussetzungen vor der Partie bereits sehr hoffnungsvoll. Während Viktoria Lippstadts dritte Welle das dritte Spiel binnen acht Tagen bestreiten musste, kamen die Hirschberger nach 14 spielfreien Tagen ausgeruht auf den Platz und übernahmen direkt die Kontrolle. Viktoria hatte sichtbar Probleme, selbst offensive Schlagkraft zu entwickeln. Die größte Chance der Anfangsphase hatte Hendrik Westermann, der sich in einen Schuss werfen wollte, der knapp am langen Pfosten vorbeistreifte.

Grund zur Freude hatten die Hirschberger dann nach 16 Minuten. Nach einem Handspiel des Lippstädters Sebastian Ahlers im Strafraum zeigte Schiedsrichter Rene Müller auf den Punkt. Elfmeter für den HSV. Lutz Bräutigam legt sich den Ball zurecht und schießt die Kugel hinein ins Tor. 1:0 für die Leier- Elf.

Mit der Führung im Rücken spielten die Hirschberger weiter druckvoll nach vorne. „Großes Kompliment an meine Mannschaft. Sie haben die Vorgaben genau so umgesetzt, wie sie es sollten und Viktoria genau da angegriffen, wo sie Probleme haben“, lobt Leier den Auftritt seiner Elf.

Nachdem in der Folge weitere hochkarätige Chancen vergeben wurden, sorgte Jan Hunecke nach einer halben Stunde für die Vorentscheidung. Nach einem Eckball war der Mittelfeldspieler aufgerückt und köpfte zum 2:0 ein. Partystimmung auf dem Störmeder Rasenplatz.

Heppelmann: „Gönne es den Jungs“

In der zweiten Halbzeit verflachte das Spiel zunehmend. Viktoria fehlte die Kraft um sich noch einmal gegen die drohende Niederlage zu stemmen, die Hirschberger verlegten sich aufs Kontern und hätten das Ergebnis noch höher gestalten können. In der 68. Minute lupfte Maxi Herbst den Ball zunächst an den Pfosten. Als die Nachspielzeit schon lief, scheiterte der wuselige Stürmer am leeren Tor und bugsierte den Ball aus fünf Metern spektakulär über das Gehäuse. Übel nahm es ihm niemand, denn wenige Sekunden später stand der Aufstieg fest.

Stiller Genießer am Spielfeldrand war HSV- Vorsitzender Rainer Heppelmann, der stolz den jubelnden Spielern zusah. „Ich habe ja schon einige Entscheidungsspiele mitgemacht“, sagt das Hirschberger Original, „aber die meisten davon haben wir verloren. Heute haben wir sehr gut gespielt, hatten das Spiel 90 Minuten unter Kontrolle. Ich hatte nie das Gefühl, dass das in die Hose gehen könnte. Ich gönne das den Jungs von ganzen Herzen. Nächste Saison wird sicher schwierig, aber da denken wir heute noch nicht dran und feiern erst einmal“, freut sich Heppelmann, der seit 2011 die Geschicke des zukünftigen C-Kreisligisten lenkt.

„Nachdem wir in der Hinrunde recht miserabel gespielt haben und zwischenzeitlich nur auf dem siebten Platz standen, haben wir in der Rückrunde überragend gespielt und einen tollen Zusammenhalt gezeigt. Dadurch dass wir keine Verletzten hatten, viele Spieler zurückgekehrt sind, hatten wir teilweise elf Leute auf dem Platz und elf Leute draußen. Das war ganz hervorragend. Ich bin sehr zufrieden mit den Jungs“, resümiert Heppelmann die zurückliegende Saison. Mit 24 Punkten ist der Hirschberger SV die beste Rückrundenmannschaft und hat damit in der Rückserie doppelt soviele Punkte geholt wie in der Hinserie.

 

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