Große Show von SCP-Stürmer Nick Proschwitz im Suttroper Hardtstadion

SCP-Torjäger Nick Proschwitz tröstet Spitzenelf-Keeper Gernot Neumann. Foto: Georg Giannakis/WP
SCP-Torjäger Nick Proschwitz tröstet Spitzenelf-Keeper Gernot Neumann. Foto: Georg Giannakis/WP
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Mit rechts: kein Problem. Mit links: auch nicht. Mit dem Kopf: schon gar nicht. Das WP-Topspiel zwischen Fußball-Zweitligist SC Paderborn und der Sparkassen-Spitzenelf (13:0) war die große Show des Nick Proschwitz. Der Stürmer des SCP erzielt sieben Tore beim Testspiel im Suttroper Hardtstadion.

Suttrop.. Sieben Treffer erzielte der von einigen Bundesliga-Klubs umworbene, gebürtige Weißenfelser im Suttroper Hardtstadion. 700 Zuschauer waren vom Auftritt des 25-jährigen Vollblutstürmers begeistert. Wenn der 1,92 Meter große Profi zum Kopfball hochstieg, staunten nicht nur die Kids, die einen Meter hinter der Linie auf dem Rasen saßen.

700 Zuschauer erlebten den Auftritt eines Zweitliga-Torschützenkönigs, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in nicht allzu ferner Zukunft in der Bundesliga seine Tore schießen wird. Aktuell wirbt nach Aussage von Paderborns Manager Michael Born bereits Erstliga-Aufsteiger SpVgg Greuterfürth um den Torjäger. Sollte der VfB Stuttgart noch einen Ersatzmann für Angreifer Julian Schieber (Vierjahresvertrag bei Borussia Dortmund) suchen, dann könnte Proschwitz - laut Born - auch noch ein Kandidat bei den Schwaben werden. Momentan gäbe es aber keine Kontakte und folglich auch (noch) kein Angebot.

Paderborns Manager Michael Born hat zurzeit aber noch ein viel größeres Problem. Er muss so schnell wie möglich einen Nachfolger für den nach Salzburg abgewanderten Trainer Roger Schmidt finden. Kein Wunder, dass auch im Hardtstadion alle zehn Minuten das Handy von Born klingelte: „Wir hatten 200 Bewerbungen.“

Born fand aber doch Zeit, um sich auf die Bank neben Interimstrainer Asif Saric zu setzen. Nur 13 Minuten lang hielt die Sparkassen-Spitzenelf ihren Kasten sauber. Dann traf Proschwitz zum ersten mal. 77 Minuten später sollte Treffer Nummer sieben folgen. Stadionsprecher Andreas Wiemar nannte ihn scherzhaft den „Pascal Raulf des SC Paderborn“.

Pascal Raulf Kapitän der Spitzenelf

Raulf führte die Sparkassen-Spitzenelf aufs Feld, blieb ohne Torerfolg. Es reichte noch nicht einmal zu einem Torschuss. Zu überlegen waren die Paderborner, die mit dem kompletten Kader nach Suttrop angereist waren. Auch die verletzten Spieler um Routinier Markus Krösche waren vor Ort, schrieben fleißig Autogramme. Nicht zu beneiden war Auswahl-Keeper Alexander Fegler, der sieben Gegentore kassierte. Beim zweiten sah er schlecht aus, bei allen anderen war er machtlos. Gernot Neumann ging für Fegler 20 Minuten vor dem Ende zwischen die Pfosten und kassierte noch sechs Tore. Pech gehabt.

Die Paderborner gönnten der Auswahl noch nicht einmal den Ehrentreffer. Alle Ergänzungsspieler wollten sich für die Stammformation empfehlen, auch der Ehringhäuser Thomas Bertels. In den letzten 20 Minuten fielen noch sechs Paderborner Tore, die zweistellige Niederlage stand früh fest. Den einzigen Torschuss der Auswahl, die kurzfristig auf den privat verhinderten Matthias Bigge verzichten musste, brachte der zukünftige Allagener Kevin Akinrolabu in der Anfangsphase zustande.

Vorwürfe wurden aber keine gemacht, Trainer Peter Landsberg hatte schon zur Hälfte der ersten Halbzeit den Wechselmarathon eröffnet, damit alle Spieler ihre Einsatzzeiten hatten. Spätestens beim gemeinsamen Nudelessen im Suttroper Sportheim war die hohe Niederlage vergessen. Für die neue Saison haben sich einige vielleicht sogar neue Tricks abgeschaut.

Ausrichter SW Suttrop zufrieden

Die Suttroper waren indes mit der Resonanz und der Atmosphäre zufrieden. Siegfried Ehling: „Die Schnadezüge in Warstein und Kallenhardt haben uns vielleicht 100 Zuschauer gekostet.“ Für gute Stimmung sorgte auch die Warsteiner Musik- und Tanzband (WA-MU-TA-BA) unter der Leitung von Meik Königsmann vor dem Spiel und in der Halbzeit. Auch das Wetter spielte mit. Ein Gewitter kam Suttrop zwar sehr nah, überlegte es sich im letzten Moment aber und zog vorbei. So konnte Nick Proschwitz ungehindert seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen.

Michael Schütz, Hartwig Sellmann

Teams und Tore

Sparkassen-Spitzenelf (Stadtauswahl Warstein/Rüthen): Fegler, Akinrolabu, Arens, Raulf, Regalado, Jedreizak, Sülzle, A. Bigge, Mbamba, Klose, Barkschat. - eingewechselt wurden: Neumann, Westermann, Lietz, Moran, Zein Al Dine, Kasaghayi, Funke, Richter, Maliqi, Bause, Liggesmeyer, Menzel.

SC Paderborn 07: Kruse (46. Burchert), Wemmer (46. Meha), Ziegler, Strohdiek, Rasche, Vrancic (46. Gulde), Zeitz (46. Ayik), Ornatelli, Erlbeck (46. Bertels), Kempe, Proschwitz.

Tore: 0:1 (14.) Proschwitz, 0:2 (18.) Proschwitz, 0:3 (19.) Erlbeck, 0:4 (26.) Proschwitz, 0:5 (51.) Ayik, 0:6 (55.) Proschwitz, 0:7 (61.) Bertels, 0:8 (80.) Kempe, 0:9 (82.) Proschwitz, 0:10 (83.) Meha, 0:11 (85.) Proschwitz, 0:12 (87.) Kempe, 0:13 (90.) Proschwitz

Stimmen zum Spiel

Asif Saric (Trainer SC Paderborn): „Ich war zum ersten Mal in Suttrop. Wir hatten perfekte Bedingungen und haben das auch ausgenutzt. Die Zuschauer haben schöne Tore gesehen. Für uns war dieses Spiel ein guter Ausgleich zum Trainingsbetrieb.“

Michael Born (Manager SC Paderborn): „Die Stadtauswahl hat versucht, mitzuspielen. Unsere Jungs haben den Ball gut laufen lassen. Man hat gesehen, dass unser Kader in dieser Saison viel breiter aufgestellt ist.“

Auswahl-Trainer Peter Landsberg: „Es war eine schöne Sache für die Jungs. Die Paderborner werden auch in der nächsten Saison oben mitspielen. Nach 13 Minuten hätten wir einen Punkt geholt.“

Rocco Klose (Sparkassen-Spitzenelf): „Dieser Leistungsunterschied ist unnormal. Wir trainieren zweimal die Woche, Paderborn jeden Tag. Es hat aber auf jeden Fall Spaß gemacht und war eine gute Lebenserfahrung für jeden Einzelnen von uns.“

Pascal Raulf (Kapitän der Sparkassen-Spitzenelf): „Die ersten 45 Minuten haben wir sehr gut mitgespielt. Ich war letztes Jahr ja schon mal beim Spiel der Sauerland-Auswahl gegen den BVB dabei. Das war noch mal eine Stufe höher. Aber auch das Spiel gegen Paderborn war eine gute Erfahrung. Wir haben versucht, uns achtbar aus der Affäre zu ziehen, was uns über weite Strecken auch gelungen ist.“

Alexander Fegler (Torhüter der Sparkassen-Spitzenelf): „Das 0:2 war auf jeden Fall haltbar. Das geht ganz klar auf meine Kappe. Wir haben versucht, mitzuspielen. Paderborn war uns dennoch in allen Belangen überlegen.“

Michael Jedreizak (Sparkassen-Spitzenelf): „Es war super anstrengend. Paderborn hat ein unglaubliches Tempo an den Tag gelegt. Für uns alle war es eine tolle Erfahrung.“

Elias Mbamba (Sparkassen-Spitzenelf): „Man weiß schon, was sie vorhaben, kommt dann aber doch fast bei jedem Zweikampf zu spät. Das macht eben den Unterschied zwischen einer Profi- und Amateurmannschaft aus. Aber es hat Spaß gemacht, und das war mit das wichtigste an diesem Tag.“

Michael Sülzle (Sparkassen-Spitzenelf): „Ich glaube noch nicht mal, dass es ein Kraftproblem war. Paderborn ist uns in Sachen Schnelligkeit und Cleverness einfach um einiges voraus. Das haben sie gut ausgenutzt. Dennoch können wir alle zufrieden nach Hause gehen.“

Michael Moran (Sparkassen-Spitzenelf): „Paderborn gibt 90 Minuten Vollgas, weil jeder in die Mannschaft kommen will. Wir haben versucht, uns mit unseren Mitteln zu wehren. Ein Klassenunterschied war aber unverkennbar, was aber normal ist.“

Gernot Neumann, Co-Trainer und Torhüter der Sparkassen-Spitzenelf): „Es ist schon unglaublich, wie schnell die Bälle einem um die Ohren fliegen. Bei dem Freistoß-Tor vom Meha habe ich nur gedacht: Wo kommt der Ball denn so schnell her? Da bleibt dir als Torwart einfach keine Zeit, zu reagieren. Vorgabe vor dem Spiel war, unter zehn Toren zu bleiben. Leider hat es dafür nicht ganz gereicht. Dennoch können wir zufrieden sein.“

Ardion Maliqi (Sparkassen-Spitzenelf): „Ich bin stolz auf die Jungs. Wir haben uns sehr gut verkauft und versucht, dagegen zu halten. Ich habe da gespielt, wo ich früher schon mal gespielt habe, deswegen war es für mich nicht völliges Neuland. So ein Spiel würde ich jedes Jahr wieder machen.“