Der große Traum wird erfüllt

Die Suttroperin Franziska Köhler wird als erste Spielerin der Stadt ein Sportstipendium in den USA bekommen.
Die Suttroperin Franziska Köhler wird als erste Spielerin der Stadt ein Sportstipendium in den USA bekommen.
Foto: WP
Als erste Sportlerin aus der Stadt überhaupt, wird Franziska Köhler ein Sport- Stipendium an einem amerikanischen College bekommen. Wie es dazu kam,

Warstein..  Die Vorfreude auf das große Abenteuer steht ihr ins Gesicht geschrieben. Mit leuchtenden Augen erzählt Franziska Köhler aus Suttrop von ihrem Sportstipendium, das sie am Mittwoch für mindestens ein Jahr an die amerikanische Gonzaga University in Spokane, Washington verschlägt.

Seit ihrem achten Lebensjahr steht die 20-Jährige bereits auf dem Tennisplatz. „Meine Schwester Johanna hat mich mit dem Tennisvirus angesteckt“, erinnert sich die Abiturientin zurück. Ihr Nachbar Dieter Struff trainierte Franziska Köhler beim TP Warstein. Schnell stellte sich der Erfolg ein. Sie wechselte in die Westfalenligamannschaft von BW Soest, stieg auf, spielte Turniere und sie wurde noch erfolgreicher.

Trainer besucht Familie in Warstein

Doch da war dieser große Traum: Einmal in den USA studieren. Am liebsten mit einem Sport-Stipendium. Kein leichtes Unterfangen, denn die Hürden sind hoch, um ein Stipendium zu bekommen.

Franziska blieb ehrgeizig. Im Internet stieß sie auf die Vermittlungsagentur sport-scholarships.com und bewarb sich dort. Ein Video von ihr wurde gedreht, ein umfangreiches Profil inklusive Größe, Gewicht und sportlichen Werdegang angefertigt und an verschiedene Universitäten in den USA geschickt. Sie nahm an Sichtungslehrgängen in Duisburg teil und absolvierte diffizile Sprachtests um überhaupt für ein Stipendium in Frage zu kommen. Schnell zahlten sich die Mühen aus. Die Angebote verschiedener amerikanischer Hochschulen flatterten ins Haus. Zwei Universitäten im Bundesstaat Texas sah sie sich vor Ort an. Flug und Unterkunft zahlten die Hochschulen für die Suttroperin. Aber die texanischen Schulen sagten ihr nicht zu. Sie entschied sich für die kleine Gonzaga University in Spokane, Washington. Trainer D.J. Gurule besuchte Franziska Köhler sogar in Suttrop. Lernte Familie und ihre heimischen Trainer kennen. Engagement, das sich auszahlte, denn Franziska entschied sich für das Studium im Nord-Osten der Vereinigten Staaten.

Ausgestattet wird die Abiturientin mit einem Voll-Stipendium, das ihr maximal vier Jahre gezahlt wird. Während dieser Zeit studiert sie Psychologie und ist Teil der College- Tennismannschaft.

Anders als in Deutschland, wird der Amateursport in den USA nicht in Vereinen, sondern in erster Linie an High School und College gespielt. Die Studenten repräsentieren ihre Hochschule bei den Wettkämpfen. „Die Amerikaner sind sehr sportverrückt“, weiß Franziska Köhler zu berichten. Dabei spielt es keine Rolle, ob American Football, Baseball, Basketball oder eben Tennis gespielt wird. „Die Basketballer sind an unserer Hochschule die Aushängeschilder“, erklärt Köhler. Von deren Erfolg profitieren auch die anderen Teams, da die Fördergelder auf alle verteilt werden.

Steiniger Weg zum Tennisprofi

Was erwartet sich die Warsteinerin vom Aufenthalt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten? „Ich freue mich darauf, das Land und seine Kultur kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen und eine neue Lebenserfahrung zu sammeln. Und natürlich möchte ich auch mein Tennisspiel verbessern“, erklärt die 20-Jährige.

Aber von einer Profilaufbahn im Anschluss will sie nichts wissen. „Das ist ein ganz schwerer Weg“, weiß Franziska Köhler, „auch mit dem Stipendium ist es ein steiniger Weg in die Profiszene. Darauf setze ich nicht.“

 
 

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