Weiße Vögel im Winterschlaf

Die Abendstimmung am vergangenen Flugtag im September fing Fotograf Jo Gernoth ein.
Die Abendstimmung am vergangenen Flugtag im September fing Fotograf Jo Gernoth ein.
Foto: Jo Gernoth

Dorsten.. Die Segelflugsaison neigt sich dem Ende zu und es kommt die Zeit, in der in Luftaufsichtsbaracken und Hangaren Analysen über die ergangenen Flüge des Jahres angestellt werden. Diese Gespräche haben natürlich auch das Abschneiden der Dorstener Segelflieger in dieser Saison zum Gegenstand.

Erfolge bei der Ausbildung

„Wir haben 2013 in der Ausbildung gute Erfolge erzielt. Ihren ersten Alleinflug und die damit verbundene A-Prüfung schafften Marwin Dollendorf, Lars Puth und Sean Wacker. Den nächsten Ausbildungsschritt zur B- und C- Prüfung absolvierte Lars Puth. Die Theorieprüfung für den amtlichen Luftfahrerschein bestand Jana-Paulin Altunbas. Ricardo Best, Tim Eckelhoff und Sebastian Rudolph erhielten die Fluglizenz“, erklärt Ausbildungsleiter Sebastian Hater nicht ohne Stolz.

Die wohl erfreulichste Kopfnote der Bilanz ist jedoch die Sicherheit: auch in diesem Jahr war die Fahrt mit dem Auto zum Flugplatz der gefährlichste Teil der Fliegerei - die Fliegerei verlief unfallfrei. Das spricht für die fundierte Ausbildung, die von den ehrenamtlichen Fluglehrern des LSV geleistet wird.

Seit vier Jahren gibt es einen nationalen und internationalen Internetvergleich aller Segelflieger auf dieser Welt. Voraussetzung für diesen Vergleich ist lediglich die unkomplizierte Registrierung und natürlich das entsprechende Wetter, um mit einem Segelflug Streckenflüge durchführen zu können. So weit, so schön. Doch was verbirgt sich genau hinter dem Begriff Streckenflug und wie lassen sich Kilometer und Höhenflüge in Punkte umrechnen?

Ohne Punkte keine Tabelle und ohne Tabelle keine Liga. Die Lösung dieses Problems ist eine Mischung aus Physik und Mathematik. Zunächst wird einmal das Fluggerät unter die Lupe genommen und mit einer so genannten Indexzahl versehen. Diese Indexzahl lässt sich mit dem Golf-Handicap vergleichen: Ein Super-Flugzeug hat einen höheren Faktor als der betagte Oldtimer. Einfache Gleichung: Tolles Flugzeug, dafür aber weniger Punkte als der alte Vogel. Dann wird die Strecke gewertet. Die Dorstener rangieren weltweit unter den 200 erfolgreichsten Vereinen.

Viele Starts trotz Durststrecken

Dabei gibt es dann eine Komponente, auf die leider kein Segelflieger der Welt den direkten Einfluss hat: das Wetter. „Es war ein Wechselbad der Gefühle: nach den ersten sensationellen Wetterlagen folgten lange Durststrecken, an denen Streckensegelflug nur bedingt möglich war. Dafür konnten wir ordentlich viele Schulstarts machen”, weiß Sebastian Hater, der in der Dorstener OLC-Mannschaft einmal mehr die meisten Flüge absolviert hat.

Weniger Platz für den LSV Dorsten

Neben den Wetterbeeinträchtigungen gibt es noch einen unsichtbaren Faktor, der manchem Streckenflug im Weg steht. Vor 20 Jahren gab es die Kontrollzone in Düsseldorf. Das war es. Heute ist der Luftraum im Osten von Dortmund begrenzt. Im Norden sind Enschede und Münster neben den militärischen Plätzen Rheine und Bentheim groß geworden. Im Westen gibt es Weeze und Mönchengladbach. Dennoch: Die Dorstener Segelflieger bleiben aktiv und während die Saison ausklingt, trifft sich das Team des Vorstandes und plant die kommende Saison.

Dabei diskutieren die Dorstener Piloten einen Traum: die über 50 Jahre alte Rhönlerche soll restauriert werden und in den historischen Farben des Luftsportvereins aus den 1950er Jahren ihre Kreise ziehen.

 
 

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