Vorfreude bei Jason Osborne steigt

Volle Konzentration: Jason Osborne (l.) kämpft ab Montag im Vierer um eine WM-Medaille für Deutschland.
Volle Konzentration: Jason Osborne (l.) kämpft ab Montag im Vierer um eine WM-Medaille für Deutschland.
Foto: Seyb

Chungju (KOR)..  Jetzt sind auch die letzten Nationen auf dem Internationalen Regattakurs am Lake Tangeum eingetroffen. Die deutschen Ruderer um Jason Osborne trainieren seit Anfang der Woche in der WM-Stadt Chungju (Südkorea), in der von Sonntag bis Sonntag Ruderer aus 73 Nationen um Gold, Silber und Bronze kämpfen werden.

Hohe Luftfeuchtigkeit in Südkorea

Die ungewöhnlich hohen Temperaturen im Juli daheim haben die heimischen Athleten bereits zur ersten Anpassung nutzen können bzw. Jason Osborne und sein Mainzer Partner haben ja sogar schon eine 40 Grad-Marke unter Wettkampfbedingungen testen können (beim U23-WM Titel im Doppelzweier in Linz/Österreich). Auf was sie sich aber neu einstellen mussten, ist die hohe Luftfeuchtigkeit, die um diese Jahreszeit in diesen Breitengraden herrscht. Schon morgens um sechs, wenn die ersten Sportler zur Strecke rausfahren, ist dauerhaftes Schwitzen ohne Bewegung angesagt. Gestöhnt wird längst nicht mehr - die Bedingungen sind schließlich für alle gleich.

Es hatte im Vorfeld dieser Weltmeisterschaft viele Kritiker gegeben, die glaubten, dass sich deutlich weniger Nationen als sonst auf den kostenintensiven Tripp nach Chungju machen würden, das rund drei Autostunden südlich der Hauptstadt von Seoul liegt. Doch mitnichten. Was die Anzahl der Nationen betrifft, so gab es einen neuen Rekord. 2011, als es im slowenischen Bled um die Olympia-Tickets ging, wurde mit 69 Nationen die bisherige Rekordmarke aufgestellt. Lediglich die Anzahl der Athleten (948) und Boote (384) war jetzt rückläufig, was aber im nach-olympischen Jahr als völlig normal gilt.

Korea zählt eher zu den Ruder-Entwicklungsländern und so ist es einerseits erstaunlich, dass der Gastgeber plötzlich Athleten in 21 von 27 ausgeschrieben Bootsklassen schicken kann - obwohl er diese in der Breite zuvor gar nicht präsentiert hat.

Hochmoderner Regatta-Kurs

Es gibt nur wenige Ruderclubs und Ruderer im Gastgeber-Land und so hatte angesichts der Tatsache, dass nur wenige Ehrenamtler Erfahrung aus dem Rudersport mitbringen, ein weiterer Umstand für einen großen Aha-Effekt gesorgt: Der neu errichtete Regatta-Kurs auf dem Lake Tangeum vermittelt den Eindruck, als ob er von Ruder-Profis geschaffen wurde, ja als würden hier gerade Olympische Ruderwettbewerbe ausgetragen. Die Koreaner hatten sich in den vergangenen Jahren viele Strecken dieser Welt bis ins kleinste Detail angeschaut und daraus einen Regatta-Kurs errichtet, der allerhöchsten Ansprüchen genügt. Da wurden weder Kosten noch Mühen gescheut. Die Messlatte dürfte jetzt für Jahre ziemlich hoch liegen.

Kein Wunder also, dass sich der Leichtgewichts-Doppelvierer mit Jason Osborne, Moritz Moos, Julius Peschel und Jonas Schützeberg, die sich mit einem Sieg beim Weltcup in Luzern (internationale Rennen) für die WM aufgedrängt haben, hier so richtig wohl fühlt und schon jetzt spürt, dass es ganz besondere Weltmeisterschaften werden können.

Ban Ki-moon bei der Eröffnungsfeier

Für die Eröffnungsfeier am Samstag haben die Koreaner angekündigt, dass diese ein Riesending wird. Täglich gibt es Generalproben - auch hier wollen die Gastgeber eine perfekte Show abliefern. Die wird rund um den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, inszeniert. Die Anwesenheit des 69-Jährigen Südkoreaners sorgte für höchste Sicherheitsvorkehrungen bei der Eröffnungsfeier, die schnell ausverkauft war. Für Ban Ki-moon ist es die Rückkehr zurück in die Jugend - denn in Chungju, wo heute Abend um 20 Uhr durch den Vorsitzenden des Weltruderverbandes, Denis Oswald, die Titelkämpfe eröffnet werden, ging Ban Ki-moon zur Schule.

 
 

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