Tobias Voss mit taktischer Meisterleistung

Tobias Voss
Tobias Voss
Foto: Fabian Strauch

Mülheim..  Dorsten hat wieder einen Deutschen Meister im Kampfsport. Tobias Voss feierte am Samstagabend in der Mülheimer RWE-Halle einen verdienten Punktsieg gegen Romano Romasco und sicherte sich den DM-Titel der IKBA im Schwergewicht bis 95,85 Kg im K1. Vor über 1000 Zuschauern konnte den 20-jährigen Kämpfer der Workers Hall selbst eine Erkältung nicht stoppen.

„Gefeiert habe ich nicht, aber ich bin zufrieden eingeschlafen“, beschreibt Voss die Stunden nach seinem Punktsieg gegen den Dortmunder Boxer Romano Romasco. Viel Kraft zum Party machen hätte er wohl auch nicht mehr gehabt: In der Woche vor dem Titel-Kampf quälte den Schützling von Trainer Sebastian Louven eine Nasennebenhöhlenentzündung. „Wir haben alles versucht, um Tobi wieder fit zu bekommen, aber wir wussten, dass er konditionell maximal 40% seines Leistungsvermögens abrufen konnte“, so Louven.

Absagen kam für Voss, der sich drei Monate beim Training im Dorstener Gym quälte, nicht in Frage. Stattdessen wurde die Kampf-Taktik angepasst. „Wir wollten schlichtweg Punkte sammeln und dem Gegner mit gezielten Körpertreffern ebenfalls die Luft nehmen“, erklärt Sebastian Louven.

Fotostrecke: Tobias Voss siegt in Mülheim

Sein Schüler Voss setzte die Vorgaben perfekt um und bewies einmal mehr sein großes Kämpferherz. „Ich habe mich einfach konzentriert und bis zum Ende da durchgequält“, sagte ein erschöpfter aber frischgebackener Deutscher Meister Tobias Voss nach dem Schlussgong. Die Kampfrichter werteten alle Runden für den Dorstener, der somit einstimmig nach Punkten gewann. Der Gürtel soll nun einen Ehrenplatz in der Workers Hall bekommen, den überdimensional großen Siegerpokal verschenkte Voss dagegen an einen engen Freund. „Der hat sich riesig gefreut, das hat mich viel glücklicher gemacht“, so Tobias Voss.

In den nächsten Monaten soll Tobias Voss laut Louven nun weiter Erfahrung im klassischen Boxen sammeln. Eventuell kommt am 15. Dezember ein Kampf in Karlsruhe zustande. Doch auch das Thai-Boxen will Voss weiter verfolgen: „Irgendwann will ich mich Weltmeister nennen dürfen.“

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