Tobias Voss greift wieder an

Tobias Voss (l.), hier im April in Dorsten gegen Femi Dadzie, greift am Samstagwieder an.
Tobias Voss (l.), hier im April in Dorsten gegen Femi Dadzie, greift am Samstagwieder an.
Foto: JoG

Dorsten..  „Wenn Muskeln weinen, fließt Schweiß“: diesen Macho-Spruch hat jemand auf ein Plakat in der Dorstener Workers Hall gemalt. Die Muskeln von Tobias Voss erleiden gerade so etwas wie einen Weinkrampf. Blitzschnell wie eine Katze springt der Dorstener Box-Hüne mit dem Knie in den Sandsack und lässt danach eine Salve krachender Boxkombinationen folgen. Dieses Schlag-Inferno soll am Samstag ab 22 Uhr in der Mülheimer RWE Halle den Deutschen Meistertitel im K1 bescheren.

Der 20-jährige Voss fordert Romano Romasco von der Fight Lounge Dortmund. Andere Boxer müssen vor einem Kampf ihr Gewicht regelrecht abkochen. Voss und sein Trainer Sebastian Louven verfolgen eine andere Strategie: der Dorstener Modellathlet hat satte acht Kilo Muskelmasse mehr als vor seinem letzten Kampf aufgebaut. „Das ist uns recht, dass Tobias Gewicht aufgebaut hat, denn wir wollen eh in das Schwergewicht wechseln. Unser Vossi-Bär ist für Samstag fit wie ein Boxhandschuh“, sagt Sebastian Louven. In den letzten zwölf Wochen hat er mit seinem Schützling trainiert, was einen Thai-Boxer gefährlich macht.

Der Kampfsport mit der langen Tradition, für den in seinem Heimatland Thailand sogar ein eigenes Ministerium zuständig ist, gilt als die härteste Sportart der Welt. Voss ist ein harter Junge. Als er im April bei seinem ersten Titelkampf den begehrten Gürtel Richtung Berlin ziehen lassen musste, wollte er am liebsten eine Woche später ein Rematch. Trainer Louven bremste den ungestümen Kämpfer und stellte ihn in seiner Strategie neu ein. „Tobi hat Kondition gebolzt und seine Schlagtechnik verbessert. Er hat auch noch einmal in Punkto Schlagkraft nachgelegt. Also ich möchte ihm nicht im Ring begegnen“, so sein Mentor Louven. Der Dorstener Erfolgstrainer weiß allerdings auch, dass er den emotionalen Tobias Voss bremsen muss. Bei seinem ersten Griff nach dem Meistergürtel ließ Voss sich immer wieder zu kleinen Prügeleien provozieren und rannte so leichtsinnig in Konter seines Gegners. „Das haben wir ihm in ungezählten Sparringsrunden ausgetrieben. Wir werden einen gereiften Tobias Voss sehen, der eine echte Chance auf den Meistertitel hat“, ist sich Louven sicher. Was ist zu seinem Gegner Romano Romasco zu sagen? Der 1,98 Meter große Dortmunder ist in der Szene bekannt. Seinen letzten Meisterschaftskampf verlor der 28-jährige Kämpfer in Merseburg nach Punkten.

Voss hat genug Dampf in den Fäusten, um einen Kampf durch einen K.o. vorzeitig zu beenden. In Mülheim wird er es versuchen. Dort will Vossi-Bär nicht spielen, sondern sich den Meistergürtel um die Hüften legen.

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