SuS Bertlich holt am Donnerstag nach

Nach dem Spiel-Abbruch am 20. Oktober trifft B-Ligist SuS Bertlich am Donnerstag um 19.30 Uhr ein zweites Mal auf GW Erkenschwick II.

Herten.. Ein Schiedsrichter ist sehr wohl berechtigt, ein Fußballspiel vorzeitig abzubrechen. Im Fall des am 20. Oktober schon nach 80 Minuten beendeten Kreisliga-B-Spiels zwischen dem SuS Bertlich und GWE II hat Michael Mues seine Kompetenzen als Unparteiischer aber wohl überschritten. So zumindest wertete die Kreisspruchkammer den Abbruch und setzte die Partie fürDonnerstag neu an. Und der Kreis schickt mit Schiedsrichter Siegmar Tylinski einen seiner erfahrenen Leute nach Herten-Bertlich.

Es sei eine dubiose Darstellung gewesen, die Mues in seinem Sonderbericht verfasst habe, berichtet der Recklinghäuser Bruno Ruch, stellvertretender Vorsitzender der Kammer. "Und wir sind der Auffassung, dass der Schiedsrichter in dieser Szene überreagiert hat und längst nicht alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft hatte, um das Spiel fortzusetzen", sagt Bruch im Gespräch mit unserer Zeitung. "Der von Bertlich gestellte Schiedsrichter-Assistent an der Linie hatte bei einem Angriff von uns die Fahne gehoben und Abseits angezeigt", sagt GWE-Trainer Conradt. Darauf hin habe Volker Urbanczyk den Linienrichter darauf aufmerksam gemacht, dass er gar nicht befugt sei, eine Abseitsstellung anzuzeigen, fährt Conradt fort. "Der Linienrichter hat dem Schiedsrichter dann mitgeteilt, dass Volker ihn bedroht habe", sagt der GWE-Coach. Und Schiri Mues schenkte dieser Darstellung offenbar Glauben, duldete keinen Widerspruch und zeigte dem GWE-Spieler sofort die Rote Karte.

"Als unser Kapitän Daniel Klein Altstedde den Assistenten danach aufforderte, dass er doch bei der Wahrheit bleiben solle, sind drei, vier Bertlicher von der Bank aufgesprungen und haben Daniel umgestoßen", sagt Conradt. Daraufhin brach Schiedsrichter Mues die Begegnung beim Stande von 1:1 ab. Und das war aus Sicht der Kammer unnötig. "Er hätte das Spiel unterbrechen und beide Mannschaften zum Abkühlen in die Kabine schicken können. Er hätte Ordner verlangen können, die für Platzruhe sorgen", sagt Ruch. "Ich hab’s nicht genau mitbekommen", meint Bertlichs Trainer Thomas Droste. Dass es eine Rudelbildung gab, wollte Droste gar nicht abstreiten. "Meine Spieler haben sich schützend vor den Linienrichter gestellt", sagt Droste. Beide Mannschaften wollten sogar weiter spielen. "Der Schiri hat aber auf seine Entscheidung gepocht."

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