Raus aus der Komfortzone

Das Betriebsklima am Leiterchen könnte kaum besser sein: Der Abstiegskandidat der Vorsaison hat sich klammheimlich zu einem Landesliga-Topteam gemausert.

RECKLINGHAUSEN.. 18 Punkte hat das Team von Trainer Michael Pannenbecker bereits gesammelt. "Wir sind über den Erwartungen", sagt der Übungsleiter. Auch Tobias Schütte, stellvertretender Geschäftsführer und Vereinsmanager, spricht ein großes Lob aus: "Die Entwicklung ist phänomenal. Das kann man den Jungs nicht hoch genug anrechnen."

Zwar bleiben die Rot-Weißen bei ihrem ausgegebenen Saisonziel, einem Platz im gesicherten Mittelfeld, aber Michael Pannenbecker sieht die Möglichkeiten noch nicht ausgereizt: "Ich betone ganz deutlich, wenn jeder einzelne Spieler mehr an sich glauben würde und sich nicht mit dem Erreichten zufriedengibt, ist für uns eine absolute Top-Platzierung möglich."

Raus aus der Komfortzone fordert der Teamchef. Und die ersten neun Spiele geben Pannenbecker Recht. Stuckenbusch begegnete jedem Kontrahent mindestens auf Augenhöhe. Daraus leitet sich ein neues Selbstverständnis ab: "Das Maximum des Machbaren muss unser Anspruch sein. Ich werde weiterhin meinen Finger in die Wunde legen. In den letzten vier Spielen haben wir dreimal Remis gespielt, für ein Topteam ist das zu wenig."

Pannenbecker will sich nicht in die Ecke drängen lassen und erhebt erst recht keine Ansprüche auf einen Westfalenliga-Aufstieg. "Da würde das Sportliche die Infrastruktur überholen", erklärt der Trainer. Seit Pfingsten ist die Barriere am Rasenplatz nur unzureichend mit Pilonen abgesteckt. Auf dem Aschenplatz funktioniert ein Mast nicht, ein Ballfangzaun ist von einem Ast eingedrückt.

Um jene Probleme weiß auch Schütte. "Wir werden weiterhin zukunftsorientiert arbeiten und haben einen Drei-Jahres-Plan erstellt - mit Blickrichtung Westfalenliga. Aber dafür müssen noch einige Weichen gestellt werden. Das Umfeld gibt es einfach noch nicht her." Realismus und gesundes Augenmaß regieren am Leiterchen. "Wir müssen die Tendenz erst mal bestätigen", erklärt Schütte. "Und die kommenden Aufgaben", verweist Pannenbecker auf das anstehende Topspiel mit dem Zweiten SV Herbern, "werden schwer genug."

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