Rassistische Pöbeleien von Ahlen-Trainer überschatten Sieg des SV Schermbeck

Marco Antwerpen, Trainer bei Rot-Weiß Ahlen, soll den Schermbecker Spieler Nassirou Ouro-Akpo in der Oberliga-Partie mit rassistischen Äußerungen beleidigt haben.
Marco Antwerpen, Trainer bei Rot-Weiß Ahlen, soll den Schermbecker Spieler Nassirou Ouro-Akpo in der Oberliga-Partie mit rassistischen Äußerungen beleidigt haben.
Foto: Archivbild WAZ/Foto-Pool
Erst vor wenigen Tagen kam es zu einem Rassismus-Eklat bei dem Bezirksliga-Spiel zwischen Dostlukspor Bottrop und Hertha Hamborn. Jetzt hat der Amateurfußball seinen nächsten Skandal. Der Ahlener Trainer Marco Antwerpen überschüttete den Togolesen Nassirou Ouro-Akpo des SV Schermbeck mit rassistischen Parolen und Schmähungen. Gegen Antwerpen wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Schermbeck. Es war feucht und kalt in der Schermbecker Volksbank-Arena, doch 22 junge Männer aus insgesamt neun verschiedenen Nationen hatten durch ein rasantes Fußballspiel dafür gesorgt, dass niemand so richtig frieren musste. Dass es auf einmal heiß wie in Kapstadt zu Zeiten der Apartheid wurde, hat allein Ahlens Trainer Marco Antwerpen zu verantworten.

Alles läuft 90 Minuten gut und 150 Zuschauer sehen ein Oberligaspiel, das dieses Prädikat verdient. Nichts deutete auf Krawall hin, als sich plötzlich Ahlens Trainer Marco Antwerpen aus dem Völkergemisch Ouro-Akpo herausfischte und in einer üblen Form beleidigte, wie sie wohl noch nie auf dem Schermbecker Fußballplatz vorgekommen ist.

Wenn man sich überlegt, was für ein begründetes Verfahren in die Wege geleitet wurde, um herauszufinden ob seinerzeit Roman Weidenfeller Gerald Asamoah einmal mit diesem bösen N-Wort beleidigt hatte, dem klingelten die Ohren. Pausenlos überkübelte der Sportsmann aus Ahlen, der an diesem Sonntag den Beweis dafür erbracht hatte, dass er keiner ist, den aus Togo stammenden Nassirou Ouro-Akpo mit seinen Parolen und Schmähungen.

„Der heizt hier die Stimmung auf. Gleich gibt es noch eine Prügelei“

„Der heizt hier die Stimmung auf. Gleich gibt es noch eine Prügelei“, fürchtete Günther Beck, der in all den Jahren, die er als ehrenamtlicher Ordner tätig ist, dergleichen noch nicht erlebt hatte. Es gelang den besonnenen Spielern und sonstigen Helfern, den Dampf aus dem Kessel zu lassen, so dass die befürchtete Schlägerei ausblieb. Auch der Sperrzaun der Volksbank-Arena hielt die rund 80 Jugendlichen im Zaum.

Der SV Schermbeck hat Marco Antwerpen polizeilich angezeigt. Die Strafanzeige wurde noch vor Ort von der Polizei aufgenommen. Dass guter Fußball gespielt wurde, geriet zur Nebensache. Nur gut, dass mit Günther Beck ein Ratsherr der Gemeinde Schermbeck Zivilcourage gezeigt hat und diesen Mann angezeigt hat.

Dabei hat der SVS ein wirklich schönes und faires Heimspiel abgeliefert, das sie vom Anpfiff bis zum Schlusspfiff beherrschten und prägten. „Meine Mannschaft ist auf einem sehr guten Weg. Mir gefällt der Hunger nach Toren“, sagte Holger Aden nach dem Spiel. Mit dem Hinterkopf hatte Serdar Bastürk die Flanke des stark aufspielenden Marek Klimczok zum 1:0 verwandelt. Das war in der neunten Minute. Nach dem Seitenwechsel ist es Klimczok selbst, der in der 48. Minute das 2:0 markiert. Ahlen schließt in der 78. Minute zum 1:2 auf. Der SVS mobilisiert die letzten Kräfte und spielt den Gegner an die Wand. Von den vielen Chancen verwandelt der kurz zuvor eingewechselte Nikolai Nehlson die Letzte zum verdienten 3:1.

 
 

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