Pizza-Abo für den König von Lembeck

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Es war die fünfte Nacht der Revanche, die das Dorf Lembeck einmal mehr in einen Radsportpalast verwandelt hat. Trotz der unsicheren Witterung sahen Hunderte begeisterte Zuschauer eine gelungene Mischung aus Sport und Spaß und mit Serge Herz einen Sieger im Hauptrennen, der die Favoriten zur Überraschung der zahlreichen Zuschauer im Endspurt schlagen konnte.

Lembeck..  Es war die fünfte Nacht der Revanche, die das Dorf Lembeck einmal mehr in einen Radsportpalast verwandelt hat. Trotz der unsicheren Witterung sahen Hunderte begeisterte Zuschauer eine gelungene Mischung aus Sport und Spaß und mit Serge Herz einen Sieger im Hauptrennen, der die Favoriten zur Überraschung der zahlreichen Zuschauer im Endspurt schlagen konnte.

Was macht diese Lembecker Nacht der Revanche so attraktiv? Die Antwort ist vergleichsweise einfach: Die Veranstaltung lebt von der Beteiligung der Lembecker. Eltern freuen sich an dem Feuereifer, mit dem die Kinder über die Strecke strampeln und alle von Udo Cosanne eine Goldmedaille verliehen bekommen. Ein Rennen, das nur Gewinner kennt und bei dem Kinder nicht zum Spektakel geraten, sondern Spaß haben. Es ist auch der wirklich große Sport, der begeistert. Im Hauptrennen, das durch das hell erleuchtete Dorf führte, lagen lange Zeit die Favoriten Leif Lampater, Alexander Aeschbach und Lukas Liss in Führung. Serge Herz vom Stevens Racing Team aus Hamburg hatte niemand auf der Rechnung und in einem Herzschlagfinale strampelte er sich zum König von Lembeck. Herz, eigentlich eher ein Spezialist auf der langen Strecke, nutzte ein Scharmützel, das sich Alexander Aeschbach und Leif Lampater lieferten und siegte in einem eindrucksvollen Sprint. „Genau solche Typen wie Herz wollen wir hier sehen. Die beißen sich über 70 Runden durch und lassen dann die Stars alt aussehen. Das macht Spaß“, sagte Walter Bhade. Der 65-jährige Lembecker fährt selbst seit fünf Jahren im Hobby-Rennen mit und weiß, wovon er spricht. Serge Herz machte mit diesem Sieg nicht nur das Publikum glücklich, sondern auch Bruno Scroccus: Der Lembecker Pizzabäcker dessen Sohn Alessandro beim Kinderrennen schon einen Pokal ergattert hatte, schenkte Serge Herz ein lebenslanges Pizza-Abo: Der Hamburger Radrennfahrer war im Trikot der Pizzeria gestartet.

Ein Schauspiel der ganz besonderen Art war an diesem kühlen, aber weitgehend trockenen Abend das Paar-Zeitfahren. Ein Format, bei dem Amateure mit einem Profi-Fahrer gegen die Stoppuhr antreten. „Es ist einfach faszinierend, einmal gegen, oder besser mit einem Profi zu fahren“, sagte Klemens Kuckuk. Der Lembecker trat mit Alexander Aeschbach an. Der meinte ganz gelassen, dass er Kuckuk vorneweg fahren ließ und sich auf den Windschatten freuen würde.

Randnotizen eines Sportabends, der eine gelungene Mischung aus Spektakel, Amateursport und Profiradrennen darstellte. Natürlich wurde unter den Zuschauern auch das Thema Doping und Radsport diskutiert. Verblüffend die Antwort aus dem Profilager: „Doping lohnt sich bei uns nicht. Wenn man es ernsthaft betreiben würde, könnten wir es mit unserer Gage nicht bezahlen. Wir sind aber nicht deshalb sauber“, sagte ein Pedalero hinter vorgehaltener Hand.

 

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