Pionteks WM-Traum ist geplatzt

Trakai..  Die Erwartungen waren hoch. Statt Gold wurden es am Ende zwei siebte Plätze für Timo Piontek und Charlotte Reinhardt bei den U23-Weltmeisterschaften der Ruderer im litauischen Trakai. Wobei lediglich das Ergebnis des Doppelvierers um Timo Piontek aus dem Rahmen fällt. Charlotte Reinhardt war dagegen total happy, überhaupt teilnehmen zu dürfen. Es war ihr Debüt.

Die erst 18-jährige hatte in der Vergangenheit viel investiert, nun hat sie es endlich geschafft. Dass ausgerechnet bei ihrer ersten Weltmeisterschaft die großen Ruder-Nationen aus Kostengründen vom Achter auf den eher unbeliebten Vierer umschwenkten, war sicherlich Pech. Doch darüber Gedanken wollte sie sich nicht machen. „Sie hat es einfach verdien, dabei zu sein“, sagte RVD-Vorstandsmitglied Senastian Schmelter, in Litauen selbst vor Ort. Schade, dass Charlotte Reinhardt, Cathrin Crämer, Lea-Katlen Kühne und Anna-Maria Götz trotz großen Kampfes das Finale verpasst haben. Umso schöner war es dann, dass sich die Mannschaft im B-Finale nicht hängen ließ und zum Abschluss noch einmal einen überzeugenden Sieg gegen die Ukraine und Dänemark einfuhr. „Charlotte hat hier ganz viel gelernt. Das ist gut für sie“, so Schmelter.

Ganz andere Gefühle musste dagegen Timo Piontek verdauen. Schon im Vorlauf hatte es das Quartett erwischt, im Hoffnungslauf lief es wieder normal gut, so dass alle wieder höhere Ziele vor Augen hatten. Der WM-Traum zerplatzte endgültig am Samstag im Halbfinale, als Dennis Sittel, Patrick Leineweber, Felix Bach und Timo Piontek schon zu einem frühen Zeitpunkt des Rennens einen Krebs fingen, was für den Laien soviel bedeutet: Ein Ruderer blieb mit dem Blatt so stark im Wasser hängen, dass das Boot deutlich an Fahrt verlor. Die Gegner nutzten dies zum entscheidenden Vorteil aus, Piontek und Co. verpassten überraschend das Finale. Allerdings war es auch der härtere Lauf mit dem späteren Vize-Weltmeister Italien an der Spitze und Weltmeister Ukraine auf Platz zwei gefolgt von Tschechien. Im ersten Halbfinale hätte es fast reichen können. Neuseeland war sogar langsamer als der Piontek-Vierer. Am Sonntag im B-Finale, das Timo Piontek mit seiner Crew dann sicher gewann, zeigten die Deutschen aber, dass sie eigentlich ins Finale gehört hätten.

Mario Woldt, der Sportdirektor des Deutschen Ruderverbandes, fühlte mit den Sportlern. „Natürlich war die Stimmung nach dem Aus im Halbfinale gedrückt“, sagte er: „Aber so etwas kann leider passieren. Wir hatten uns das alle ganz anders vorgestellt.“ Dennoch durfte der Deutsche Ruderverband mit seinem Gesantergebnis zufrieden sein, war er doch mit insgesamt 15 Medaillen (davon 4 goldene) die mit Abstand stärkste Nation. Timo Piontek, in den vergangenen drei Jahren stets auf dem Treppchen, hätte gerne die 16. Medaille für den DRV geholt.

 
 

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