Osborne vor dem großen Sprung

Luzern..  Diese Saison wird immer besser: Jason Osborne steht nach dem Sieg auf dem Luzerner Rotsee im Leichtgewichts-Doppelvierer vor der Nominierung zur A-Weltmeisterschaft Ende August im südkoreanischen Chungju. Damit wird der RV Dorsten nach langer Abstinenz auf die ganz große WM-Bühne zurückkehren. Die Nominierung gilt nunmehr als reine Formsache, wie Marcus Schwarzrock, Cheftrainer des Deutschen Ruderverbandes, nach dem Weltcup-Finale in der Schweiz mitteilte.

Eigentlich ist Jason Osborne gerade erst in die U23-Klasse aufgerückt, wird in zwei Wochen mit seinem Mainzer Partner Moritz Moos auch an der U23-WM in Ottensheim (Österreich) im Leichtgewichts-Doppelzweier teilnehmen. Doch Trainer Robert Sens, selbst über viele Jahre international auf höchstem Niveau aktiv und dreimal Weltmeister, wollte langfristig denken und den Sportlern weitere qualitativ hochwertige Rennen anbieten, um sie weiterzubringen. Schließlich gehören Osborne und Moos national zu den Besten, standen beide bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften in der offenen Klasse im A-Finale, Osborne gewann gar Silber. „Wir sind in dieser Saison gut drauf. Warum sollen wir da nicht weiter denken“, meinte Robert Sens. Gedacht, getan: Der Leichtgewichts-Doppelvierer ist nicht olympisch, damit steht er nicht in der Förderung des Verbandes. Aber die Vereine der Athleten waren von Sens’ Idee begeistert, auch Marcus Schwarzrock gab Rückenwind. So trafen sich Jason Osborne, Zweier-Partner Moritz Moos, Jonas Schützeberg und Julius Peschel an einem Wochenende, um sich auf den Weltcup in Luzern vorzubereiten. Neben der U23-WM-Vorbereitung, die nach wie vor im Mittelpunkt steht. Schwarzrock: „Jason hat zwar im Einer gezeigt, dass er auch im A-Bereich Doppelzweier fahren könnte. Aber wir wollen ihn nicht früh verheizen.“ Der Saisonhöhepunkt soll die U23-WM bleiben, Luzern und jetzt auch die A-WM in Südkorea sollen Zugaben mit höchstem Lerneffekt sein.

Sieg vor Favoriten aus Dänemark

„Es ist ein guter Versuch“, sagte Sens vor dem Doppelvierer-Start auf dem Rotsee. Der ging voll auf. Die Devise in den Samstags-Finals der nichtolympischen Bootsklassen hieß, an den starken Dänen dranzubleiben, so auch Cheftrainer Marcus Schwarzrock zu überzeugen, der dieses Projekt letztlich auch sportlich absegnen muss. Doch das Quartett setzte einen drauf. 500 Meter lang führte der Favorit das Feld an, dicht gefolgt von dem deutschen Boot um Schlagmann Jason Osborne, das danach das Kommando übernahm. Zur 1000 Meter-Marke der Führungswechsel, der Osborne/Schützeberg/Peschel/Moos erst richtig Auftrieb gab. Binnen 500 Metern entschieden sie das Rennen für sich, nach drei Vierteln der Strecke betrug der Vorsprung fast drei Sekunden. Dänemark blieb am Drücker, kam etwas heran, aber nicht mehr vorbei. „Das war verdammt hart“, resümierte Jason Osborne erleichtert nach der Goldmedaille im leichten Doppelvierer vor Dänemark, Hongkong und Portugal.Für Schwarzrock ist die Sache klar. Doch offiziell muss er der Nominierungskommission einen Vorschlag unterbreiten, die dann die WM-Tickets ganz offiziell vergeben wird. Das gilt aber als reine Formsache.

 

EURE FAVORITEN